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Zschabers Börsenblick
Michelle Inama joined others in a protest against the recent conflict with Iran, in downtown Sacramento, Calif., Thursday, Jan. 9, 2020. (AP Photo/Rich Pedroncelli) Quelle: AP

Daher weht der Wind

Die Krise in Nahost spitzt sich zu. Angesichts dessen sollten Anleger aber nicht in Schockstarre verfallen. Vielmehr sollten sie das Gegenteil tun: aktiv werden.

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In diesen Tagen die geopolitische Weltbühne bei seinen strategischen Anlageüberlegungen außer Acht zu lassen, ist nicht nur schwierig, sondern wäre auch töricht. Reflexartig möchte man zwar das Bonmot der kurzen Beine von politischen Börsen zum Besten geben, doch so einfach ist es nicht. Die Akteure auf der großen Bühne sind mittlerweile andere als in früheren Tagen, als die Welt mitunter ein wenig berechenbarer war. So ist auch der Verdacht nicht von der Hand zu weisen, dass die Aktivitäten der USA, die ursächlich zumindest für die allerjüngste Eskalation sind, Teil des langen Schattens sein könnten, den die US-Präsidentschaftswahl vorauswirft.

Überhaupt handelt es sich um mehr als eine kleine Irritation, was derzeit im Nahen Osten passiert. Eine weitere Eskalation könnte neben dem Risiko kriegerischer Auseinandersetzungen nicht zuletzt negative Auswirkungen auf das globale Wachstum haben. Steigende Rohölpreise und eine Reduzierung der Gewinnmargen gehen eben nicht spurlos an der Weltwirtschaft vorbei.

Und dennoch, bei allen berechtigten Sorgen um die fragile Verfassung der Weltpolitik, gilt es den Kapitalmarkt mit der nötigen Sachlichkeit zu betrachten – und die lässt durchaus einen Funken Optimismus zu. Für das Jahr 2020 hat die Weltbank jüngst die BIP-Prognose von 2,5 Prozent ausgegeben. Das liegt immerhin knapp über ihrer aktuellsten Schätzung für das vergangene Jahr, für das sie mittlerweile von 2,4 Prozent ausgeht. Das ist im historischen Vergleich zwar nicht exorbitant und weitab dessen, was ein Anleger in Euphorie versetzen sollte.

Doch vor dem Hintergrund der derzeitigen potenziellen Risiken auf politischer und vor allem geopolitischer Ebene sind diese Daten bemerkenswert. Sie machen deutlich, dass es für Anleger für das Erreichen einer nennenswerten Rendite in den nächsten Monaten und Jahren darauf ankommen wird, noch gezielter als etwa in den vergangenen Jahren vorzugehen; sprich: nicht in den breiten Markt, sondern in ausgewählte Branchen zu investieren.

Ein Markt, der gerade angesichts der zunehmenden Diskussion um die Klimaproblematik verstärkt ins Visier der Berichterstattung gerät, ist die Windkraft. An ihr wird auch die Zweischneidigkeit des Themas deutlich: Auf der einen Seite sagen ihre Befürworter, dass für einen zukunftsgewandten Energiemix kein Weg an der Windenergie vorbeiführe, auf der anderen Seite demonstrieren diejenigen, vor deren Nase ein Windpark entstehen soll, dagegen. Dass mittlerweile von politischer Seite eine finanzielle Entschädigung für die Betroffenen ins Spiel gebracht wird, kann der Findung einer einvernehmlichen Lösung nur guttun.

Dieses Thema macht aber auch etwas anders deutlich: die Notwendigkeit eines Ausbaus der Offshore-Windkraft, also derjenigen auf dem Wasser, mehr oder minder weit abseits der Küste. Der Offshore-Windenergie rechnen Experten bis 2030 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 17 Prozent zu. Angesichts der Dynamik, die Fridays for Future und andere Initiativen in den kommenden Jahren bei ihren Forderungen nach einer Dekarbonisierung von Energie entwickeln können, darf man das wohl durchaus als eher konservative Schätzung ansehen.

Im Windkraft-Bereich tummeln sich einige große Namen der internationalen Industrie. So gehören zu den Herstellern von Offshore-Windkraft-Turbinen etwa die General-Electric-Tochter GE Renewable Energy, die deutsch-spanische Kooperation Siemens Gamesa und das Joint Venture MHI Vestas, an dem die japanische Mitsubishi Heavy Industries und die dänische Vestas Wind Systems beteiligt sind.

Wie bei jedem Investment sollten sich Anleger auch bei einem Windkraftengagement darüber im Klaren sein, dass es durchaus Risiken gibt. Welcher Druck auf der Branche lastet, zeigt nicht zuletzt eine Meldung aus November, wonach Siemens Gamesa, immerhin die Nummer zwei der Branche, in den kommenden Jahren zusätzliche 600 Arbeitsplätze abbauen werde. Für Anleger ist es aber auch nicht notwendig, sich auf einen Anbieter festzulegen. Dank eines ETFs kann er zwar gezielt in das Windkraft-Segment investieren, aber innerhalb dessen sein Risiko streuen. Dazu kommt das gute Gewissen, sprechen wir in diesem Segment doch vom sogenannten sauberen Strom, der nachhaltig produziert wird und die Energiewende fördert.

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