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Zschabers Börsenblick
Quelle: imago images

Datensicherheit wird zum Börsentrend

Cyberkriminelle schlagen immer häufiger zu und gehen dabei raffinierter vor. Zugleich sorgt die digitale Zukunft für wachsende Chancen und Herausforderungen. Warum Anbieter für Cyber-Sicherheit großes Potenzial bieten.

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Höher, schneller, weiter. Dieses Motto gilt auch für den neuen Mobilfunkstandard 5G. Denn anders als seine Vorgänger kommt 5G mit verschiedenen Anforderungen klar: Viele Endgeräte auf einem Fleck, wie etwa bei Großveranstaltungen, eine gute Versorgung in der Breite, wie etwa auf dem Land oder große Datenmengen, wie von Unternehmen gewünscht – die Übertragungstechnik macht Deutschland fit für die digitale Zukunft. Doch damit die vernetzte Welt unseren heutigen Vorstellungen auch wirklich nahe kommt, ist es mit 5G allein nicht getan. Das Thema Cyber-Sicherheit wird künftig eine noch viel bedeutendere Rolle spielen als heute ohnehin schon.

Mehr Geräte bergen mehr Risiken

Stellen Sie sich die Welt von morgen nur einmal vor: Autonom fahrende Autos tauschen in Echtzeit Daten über Geschwindigkeiten, Abstände und Verkehrshindernisse aus, Sensoren überwachen Parklücken und Haushaltsgeräte wie Kühlschränke oder Kaffeemaschinen bestellen selbständig Lebensmittel nach. Ob diese Artikel des täglichen Bedarfs am Ende von Drohnen geliefert werden oder nicht, überlasse ich Ihrer Fantasie. Doch so viel ist klar: Die Zahl der Geräte im Netz wird künftig stark ansteigen – und damit auch das Risiko für Cyber-Angriffe. Während wir heute bei Smartphones oder Desktop-PCs mit Sicherheitsupdates gerade so hinterherkommen, kann dies bei den Kaffee-Vollautomaten oder Kühlschränken von morgen zu einer Herausforderung werden. Grundsätzlich kann jedes Gerät innerhalb eines Netzwerks das Einfallstor für Schadsoftware sein.

Cyber-Gefahr auf Rekordniveau

Besonders schwer wiegen solche Cyber-Angriffe bei Unternehmen. Wie die Beratungsgesellschaft Accenture schätzt, könnten auf Unternehmen in den kommenden fünf Jahren allein durch Cyber-Angriffe Mehrkosten in Höhe von 5,2 Billionen US-Dollar zukommen. Diese stattliche Summe zeigt: Die Nervosität und die Gefahren rund um das Thema Cyber-Sicherheit sind groß.

Daten sind längst zur Währung geworden. Geschäftsgeheimnisse entscheiden darüber, ob sich ein Unternehmen langfristig am Markt behaupten kann oder nicht. Zugleich setzt die Digitalisierung Firmen unter Druck. Auch hier gilt ein olympisches Motto: Dabei sein ist alles. Wer das mit der Digitalisierung verbundene Potenzial nicht nutzt, um Prozesse zu optimieren und neue Geschäftsfelder zu erschließen, dessen Zukunft ist ebenfalls fraglich.

Bleibt für Unternehmen nur ein Ausweg: Die Chancen der Digitalisierung ergreifen und zugleich die damit verbundenen Risiken so gering wie nur möglich zu halten. Wie Gespräche mit IT-Experten zeigen, spielt Sicherheitstechnik dabei eine entscheidende Rolle. Doch längst ist es nicht damit getan, sich alle paar Jahre auf neue Bedrohungen einzustellen. Der Global Threat Landscape Report des IT-Dienstleisters Fortinet vermeldete zum Jahresanfang einen neuen Höchststand der Cybercrime-Aktivitäten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Cyber-Eindringlinge immer raffinierter vorgehen. Unternehmen sind heute kontinuierlich gefordert, mit der wachsenden Bedrohung Schritt zu halten. In einer Zukunft, in der noch mehr Geräte vernetzt sind, wird diese Anforderung nicht geringer werden.

Neue Technologie, neue Bedrohungen

Schon heute kommen viele Unternehmen längst nicht mehr mit der Expertise der eigenen IT-Abteilung aus, um auf dem neuesten Stand zu bleiben. Technische Neuerungen und veränderte Nutzungsgewohnheiten stellen Administratoren vor immer neue Herausforderungen. Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass sich das verschlüsselte Protokoll „https“ im Web längst durchgesetzt hat? Kaum eine Webseite kommt heute ohne das grüne Schloss neben der Adresszeile aus. Was vordergründig ein Plus an Sicherheit verspricht, stellt Administratoren vor Herausforderungen. Der Grund: Verschlüsselte Datenpakete können schlechter auf Schadsoftware untersucht werden. Da immer mehr Cyber-Kriminelle ihre Daten verschlüsseln, müssen Unternehmen in ihre Netzwerk-Infrastruktur investieren, um auch verschlüsselte Verbindungen ohne Leistungseinbußen auf Schadsoftware überprüfen zu können.

Geeignete Lösungen tüfteln Administratoren heute in der Regel nicht mehr alleine aus. Vielmehr kommen hier Anbieter wie Palo Alto Networks oder CyberArk ins Spiel. Diese liefern Lösungen für aktuelle Herausforderungen, wie der zunehmende Einsatz von Cloud-Software oder die wachsende Anzahl mobiler Endgeräte in Unternehmensnetzwerken. Die Liste der Kunden von Palo Alto Networks oder CyberArk liest sich wie das Who-is-Who der größten Unternehmen der Welt. Neben Finanzdienstleistern und Banken sind auch die Industrie, Versorger oder Telekommunikationsunternehmen vertreten. Investoren bietet ein derart breites Kundenspektrum Sicherheit.

Entgegen der Vorurteile, die es rund um Technologieunternehmen gibt, sind Anbieter von Cyber-Sicherheit alles andere als ein zyklisches Investment. Die bereits heute großen Marktanteile in Kombination mit den wachsenden Anforderungen angesichts der Digitalisierung machen diese Branche für Investoren sehr lukrativ.

Anleger sollten nicht alles auf eine Karte setzen

Doch es reicht nicht, lediglich Aktien aussichtsreicher Unternehmen zu kaufen und im Depot liegen zu lassen. Auch trotz der rosigen Zukunft für Anbieter von IT-Sicherheit kommt es für Anleger darauf an, solche Titel mit anderen vielversprechenden und zugleich soliden Branchen zu kombinieren. Erst das Zusammenspiel aus potenziellem Wachstum und stabilen Dividendenerträgen stellt ein Portfolio langfristig solide auf. Mit dem Motto „höher, schneller, weiter“ ist es für Investoren allein nicht getan.

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