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Zschabers Börsenblick
SAP ist auch im Börsenindex Stoxx Europe 600 Technology vertreten. Quelle: imago images

Europas Tech-Aktien sind ganz vorne dabei

Im Tech-Sektor geben die US-amerikanischen Mega-Konzerne den Ton an. Ein Blick auf die europäischen Vertreter kann sich für Börsianer dennoch lohnen.

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Dass das Coronavirus alles andere als zu unterschätzen ist, dürfte einige Wochen nach seinem erstmaligen Auftreten in China jedem klar sein. Doch selbst unter Virologen wird darüber gestritten, wie gefährlich es wirklich ist. Vor diesem Hintergrund ist es einigermaßen bemerkenswert, dass die Meinung der Börsianer, von denen die meisten keine Mediziner sein dürften, von Beginn an eine derart eindeutige war. So suggerierten die Kurse am Aktienmarkt zumindest zeitweise, dass die Auswirkungen des Virus auf die Weltwirtschaft enorm sein würden.

Ungewöhnlich ist das Verhalten der Anleger nicht, immerhin sind die Grenzen zwischen begründeter Sorge und übertriebener Hysterie am Markt mitunter fließend. Das Ausmaß der Kurskorrekturen rund um den Globus lässt sich daher auch mit der aktuellen allgemeinen Nervosität begründen – eine erhöhte Schwankungsbreite an der Börse ist immer auch ein Zeichen von Unsicherheit. Da kann es, wie jüngst im Fall des Chipherstellers Infineon geschehen, mit dem Aktienkurs in wenigen Tagen um insgesamt zehn Prozent nach unten gehen – und anschließend nach der Bekanntgabe unerwartet guter Quartalszahlen von einem auf den anderen Tag einen ebenso großen Schritt nach oben geben.

Dass Technologieaktien – egal, ob es sich dabei um ein Schwergewicht wie Infineon oder eher einen Nischenanbieter handelt – grundsätzlich anfälliger für Schwankungen sind als die Papiere der Vertreter aus traditionellen Industrien, ist allerdings bekannt. Und so bietet auch die im Zuge der Corona-Thematik entstandenen Kursausschläge, die sich möglicherweise in der Retrospektive als übertrieben herausstellen werden, Einstiegschancen. Das oft bemühte Börsianer-Bonmot „Kaufe, wenn die Kanonen donnern“ könnte mal wieder seine Berechtigung haben.

Vor diesem Hintergrund ist der Index Stoxx Europe 600 Technology einen Blick wert. Er ist es aber auch wegen eines weiteren Aspekts: Auf Sicht der vergangenen zwölf Monate hat er nicht nur den Dax, sondern auch den TecDax hinter sich gelassen. Unter den 30 Unternehmen des STOXX Europe 600 Technology sind zudem nicht nur solche aus Deutschland, sondern auch aus Frankreich, der Schweiz, den Niederlanden, Großbritannien und Schweden, Dänemark, Finnland und Spanien zu finden.

Mit seiner breiteren Aufstellung eignet er sich also noch besser für diejenigen Investoren, die aus Gründen der Risikostreuung ein höheres Maß an Diversifikation bevorzugen. Die Musik in Sachen Technologie spielt zwar zweifelsohne in den USA, wo mit Apple, Amazon, der Google-Mutter Alphabet und Microsoft gleich vier Konzerne aus diesem Sektor mittlerweile eine Marktkapitalisierung jenseits der Marke von einer Billion US-Dollar haben. Die europäischen Vertreter aus dem Stoxx Europe 600 Technology als zweite Reihe zu bezeichnen, würde ihrem Potenzial aber nicht gerecht werden, immerhin deckt der Index innerhalb des Technologiesektors ein breites Spektrum ab: Neben Chipherstellern wie Infineon sind Softwareanbieter wie SAP und Bechtle ebenso vertreten wie Payment-Unternehmen wie Ingenico, Dienstleister wie Capgemini und Marktplatzbetreiber wie Scout24 – allesamt Spezialisten in ihren Bereichen, zum Teil von internationalem Ruf.

Diese Werte zeigen auch, dass die vielzitierte Digitalisierung kein abstraktes Thema darstellt, das sich ausschließlich jenseits des normalen Lebens in abgeriegelten Labors abspielen würde. Digitalisierung ist vielmehr längst Teil unseres Alltags, des jetzigen und des zukünftigen. Cyber-Sicherheit, Mobilfunk oder Künstliche Intelligenz sind nur einige der Bereiche, die in den kommenden Jahren immer größeren Einfluss haben werden.

Zudem stellen immer mehr klassische Branchen ihre Prozesse digital auf. Daraus entsteht nicht selten Raum für Rationalisierungen und somit Potenzial für mehr Produktivität. Hinzu kommt, dass die wachsende Digitalisierung auch neue Geschäftsmodelle vorantreibt. Entsprechend werden ihre Wachstumsraten sein, und ähnlich stark dürften sie sich am Aktienmarkt entwickeln. Temporäre Kurskorrekturen wie die jüngste könnten Anleger daher für einen Einstieg nutzen, im Fall des Stoxx Europe 600 Technology beispielsweise über einen ETF.

Bitte beachten Sie den Haftungsausschluss.

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