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Zschabers Börsenblick

Die Zeit ist reif für Stockpicker

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Flexibilität entscheidet

Neben dem Blick auf Branchen und Regionen ist für den Stockpicker also die wahre Herausforderung die Suche nach Einzelwerten, die das Zeug zum Outperformer haben. Und hier hat der Anleger mehreren Fragen nachzugehen. In welchen Abhängigkeiten befindet sich ein Unternehmen mit seinen Produkten und Dienstleistungen? Hat eine veränderte globale Nachfragesituation eventuell Einfluss? Oder eine veränderte Struktur innerhalb des Unternehmens?

Man nehme als Beispiel einmal Nestlé. Entscheidend für die gute Wertentwicklung ist weniger die schiere Größe, sondern vielmehr der Umstand, dass Nestlè sich den Gegebenheiten besser anpasst als andere. So haben die Schweizer die Prognosen zuletzt regelmäßig übertroffen – und das, obwohl sie einen großen Anteil ihres Umsatzes in Nord- und Südamerika erwirtschaften. Dies bedeutet wiederum, dass sie offenbar die Thematik der Einfuhrzölle gut kalkuliert und ihre Preispolitik entsprechend angepasst haben, ohne dass sich dies negativ auf ihren Absatz ausgewirkt hätte.

Korrekturen können Chancen sein

Gerade solche positiven Überraschungspotenziale beziehungsweise etwaige Unterbewertungen sind es, wonach Anleger suchen sollten. Und auf Letztere kann mitunter auch der Kursverlauf einen Hinweis geben.

So liegt etwa der Verdacht nahe, dass der Flughafenbetreiber Fraport AG, der auf das abnehmende Wachstum am Heimatflughafen Frankfurt mit einem Engagement in internationalen Gefilden reagiert, von den Marktteilnehmern über Gebühr bestraft wurde: Vom Hoch im Februar hat die Aktie im Laufe des Jahres 2018 um rund 40 Prozent nach unten korrigiert.

Ähnliches gilt für Geberit, den Schweizer Anbieter von Sanitäranlagen: Eine vier Monate währende Korrektur, in deren Zuge die Notierung zeitweise knapp 20 Prozent an Wert verlor, hat den Kurs auf das Niveau des Frühjahrs 2015 gedrückt – und seinerzeit erzielte Geberit weit weniger Umsatz. Dem jüngsten Kursrückgang vorausgegangen war eine zurückhaltende Prognose des Unternehmens selber. Eine Einschätzung, für die der eine oder andere Stockpicker jetzt wohl recht dankbar sein dürfte. 

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