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Zschabers Börsenblick

Eine Bitte für 2019: Wieder mehr auf Fakten schauen!

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Märkte nur temporär effizient

Dieser positive Gesamteindruck soll über eines nicht hinwegtäuschen: Natürlich wird es auch 2019 wieder Risiken geben. So haben Börsianer die politischen und geopolitischen Gefahren im Auge zu behalten und auf eine eventuell von zu steil ansteigenden Zinsen „provozierte“, große globale Liquiditätsverknappung zu achten. Nicht aus dem Blick zu verlieren, ist dabei übrigens ein eher technischer Aspekt: Da manch maschinelle Investoren oder auch Hedgefonds gemäß dem Credo agieren, dass niedrige Schwankungen weniger Risiko bedeuten und eine höhere Aktienquote rechtfertigen, kann eine Volatilität, die nur durch eine temporäre, normalverlaufende Konsolidierung bedingt ist, Folgen haben. Dann nämlich sind besagte Investoren dazu verpflichtet, Aktienpositionen abzubauen – was in einer Art Perpetuum mobile zu größeren Kursverlusten führt. Die Crux dabei: Die fundamentale Situation der Märkte wird nur unzureichend bewertet. Dass gerade in politischen Zeiten die Märkte anfällig für Kursschwankungen sind und sich die vielzitierten „effizienten Märkte“ nur temporär zeigen, hat ja gerade das ablaufende Jahr gezeigt.

Chance in der Schwäche - vor allem in Europa

Dennoch lässt sich nach wie vor eine große Reihe fundamentaler Faktoren identifizieren, die im kommenden Jahr die Basis für positive Wertentwicklungen bilden können. So steigen unseren Berechnungen zufolge die weltweiten Unternehmensgewinne im kommenden Jahr um rund zehn Prozent an. Angesichts dessen sowie des besagten globalen Wachstums dürften Skaleneffekte für gesunde und profitable Unternehmen, die innerhalb ihres Wettbewerbs solide aufgestellt sind, ausreichend Berücksichtigung an den Märkten finden.

Vor diesem Hintergrund können Anleger die von politischen Störfeuern immer wieder verursachten Kursschwankungen sogar positiv sehen: als Möglichkeit, innerhalb eines übergeordneten Aufwärtstrends immer wieder günstige Einstiegsgelegenheiten nutzen zu können. Im Blick haben sollten sie vor allem Europa, das sich, wenn erst einmal seine derzeitige leichte Schwächephase beendet ist, an der Börse überdurchschnittlich gut entwickeln könnte. Für Impulse könnten ein engerer Arbeitsmarkt sowie ein anziehendes Lohnwachstum sorgen. Darüber hinaus würden ein robustes Geschäftsvertrauen, verbesserte Gewinnmargen und ein aktuell im Vergleich zum Produktionsniveau noch niedriges Investitionslevel optimale Voraussetzungen für einen weiteren Anstieg des Kreditwachstums bedeuten.

Die nach wie vor in der Eurozone erkennbare latente Nachfrage nach Kapitalgütern lässt eine Straffung der EZB-Geldpolitik vor September 2019 unrealistisch erscheinen – vor diesem Hintergrund sollte das Wachstum des „Alten Kontinents“ für weite Strecken des kommenden Jahres oberhalb des allgemeinen Trends liegen.

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