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Zschabers Börsenblick
Anzeigetafel mit MDax-Schriftzug Quelle: dpa

MDax: Erste Güte aus der zweiten Reihe

Dem seit Jahren schlechtesten Börsenjahr konnte sich auch der MDax nicht entziehen. Der kleine Bruder des Dax wurde förmlich mit nach unten gezogen. Vielleicht ein bisschen zu weit - das bietet Chancen.

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Gefühle sind bekanntlich ein denkbar schlechter Ratgeber am Aktienmarkt. Nervosität und Angst auf der einen Seite, aber auch blinde Zuversicht und Euphorie auf der anderen Seite verdrängen an der Börse oftmals den klaren Verstand, der für zielführende Entscheidungen unerlässlich ist, und verschleiern einen objektiven Blick auf die Fakten. Emotionen lassen sich aber dennoch in die Anlagestrategie einbeziehen und im Sinne des Portfolios ausnutzen – wohlgemerkt die Emotionen der anderen Marktteilnehmer. Wer etwa weiß, dass etwaige Kursschwächen lediglich psychologische Gründe und weniger fundamentale Ursachen haben, und sich sicher ist, dass diese nur vorübergehender Natur sind – weil die grundsätzlichen Rahmendaten an und für sich stimmen –, kann solche Phasen durchaus für die eine oder andere Einstiegsgelegenheit nutzen.

Sippenhaft bietet Chancen

Ein gutes Ziel für eine solche Schnäppchentour könnte beispielsweise der MDax bieten. Der Index mit den Unternehmen der zweiten Reihe hat im vergangenen Jahr ähnlich deutlich korrigiert wie der Dax, beide Börsenbarometer verzeichneten 2018 ein Minus von knapp 20 Prozent.

Dabei enthält der MDax weniger Vertreter aus per se problembehafteten Branchen, wie es etwa der Dax mit der Banken- oder Automobilbranche tut. Gerade letztere strotzt aktuelle förmlich vor Unsicherheit.

Nein, die im MDax vertretenen Unternehmen weisen insgesamt eine bessere Konstitution auf – und das legt schon den Schluss nahe, dass die Sippenhaft, in die der Markt den MDax genommen hat, eine Spur zu deutlich ausgefallen ist. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Auch die deutschen Autobauer bieten auf lange Sicht Chancen. Doch während bei ihnen vor dem Hintergrund von Diskussionen um Dieselverbote schon an mancher Stelle die Zurückhaltung der Käufer festzustellen ist, hat sich bei vielen der Gesellschaften aus dem MDax an der guten Auftragslage grundsätzlich überhaupt nichts geändert. Und damit setzt er eine Tradition der vergangenen Jahre fort.

Tradition macht stabil

Dass der MDax einen Querschnitt durch den erfolgreichen deutschen Mittelstand darstellt, ist schließlich mehr als ein Vorurteil. Tatsächlich sind dort viele inhabergeführte Familienunternehmen gelistet, deren lange Tradition auch Garantie für eine überdurchschnittliche Stabilität ist – und damit auch für eine Nachhaltigkeit am Aktienmarkt. Auch wenn sich der MDax dem Abwärtssog des Dax im Jahr 2018 nicht entziehen konnte, so hat er sich doch auf lange Sicht vom großen Bruder deutlich abkoppeln können: Während der Dax über die vergangenen zehn Jahre eine – immerhin auch beachtliche – Performance von rund plus 110 Prozent gezeigt hat, beläuft sich die Wertsteigerung des MDax auf etwa 270 Prozent. Und es deutet einiges darauf hin, dass wer von Qualität an der Börse spricht, auch 2019 kaum am MDax vorbei kommt.

Duftes Investment

Nehmen wir als Beispiel Symrise. Der Duft- und Geschmacksstoffhersteller aus Holzminden ist solch ein klassischer MDax-Vertreter, der im Schatten der bei der breiten Öffentlichkeit wesentlich bekannteren Dax-Konzerne seine Aktionäre Jahr um Jahr überzeugt. Die knapp 9.400 Symrise-Mitarbeiter haben im Jahr 2017 einen Umsatz in Höhe von drei Milliarden Euro erwirtschaftet, das organische Wachstum lag bei 6,3 Prozent, die Gewinnmarge vor Steuern und Zinsen bei 21,0 Prozent.

Von anfänglichen Kursen unterhalb von 35 Euro ist die Notierung im Laufe der vergangenen fünf Jahre kontinuierlich bis auf über 80 Euro geklettert – bis sie zuletzt zeitweise auf unter 65 Euro fiel. Und gerade diese der besagten Sippenhaft geschuldete Korrektur um 20 Prozent könnte eine guten Einstiegsgelegenheit bedeuten.

Als Anbieter im Endverbrauchermarkt ist Symrise ein eher defensives Investment. Wem dennoch das Engagement in einem Einzelwert zu riskant ist, dem bietet sich auch der ganze MDax an, etwa in Form eines ETF. Damit kann der Anleger mit dabei sein, wenn die vermeintlich zweite Reihe im Jahr 2019 mehr als nur die zweite Geige spielt.

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