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Zschabers Börsenblick
Börse: Interessante Investments in der Tourismusbranche Quelle: imago images

Renditeträchtiger Reiseboom

Wer im Urlaub am Pool über die Anlagechancen des kommenden Herbsts nachdenkt, kann sich eigentlich gleich mal Gedanken über die Tourismusbranche machen.

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Man kennt diese Trends, es gibt sie schon eine gefühlte Ewigkeit – und dennoch scheinen sie an Dynamik immer weiter zuzunehmen. Da wäre etwa der Tourismus: Wegzufahren war eigentlich niemals wirklich aus der Mode, und das Reisen in andere Länder ist schon seit Längerem eine der Lieblingsbeschäftigungen unserer Landsleute. Und trotzdem profitiert diese Branche immer wieder von neuen Impulsen.

Waren es in den Fünfzigerjahren, zur Hochzeit des Wirtschaftswunders, noch die italienischen Badeorte an Riviera und Adria, die von deutschen Touristen als Ziel ihrer Sehnsüchte angepeilt wurden, sind es heute Destinationen, die um ein Vielfaches weiter entfernt liegen. Und dieses Vergnügen haben die Deutsche nicht exklusiv – im Zuge der stetig günstiger werdenden Langstreckenflüge wird die Welt für alle ihre Bewohner immer mehr zum Dorf.

Selfies als Motor

Es ist aber nicht nur die wachsende Mobilität, die als Katalysator für die Entwicklung des Tourismus dient. Wenn man so will, hat auch die Digitalisierung ihren Teil dazu beigetragen, dass die Lust am Reisen zunimmt. Zum einen haben Online-Portale die Suche nach interessanten Zielen und passenden Unterkünften sowie das Buchen kinderleicht und günstiger gemacht. Zum anderen haben das Internet und der dort zur Schau gestellte Hang zur Selbstdarstellung dazu geführt, dass man für das perfekte Selfie auch an exklusiven Orten sein will – das Selfie vor der Chinesischen Mauer bringt bei Facebook definitiv mehr „Likes“ als das vom heimischen Baggersee.

Reisende Schwellenländer

Apropos China: Während früher die Japaner diejenigen Asiaten waren, die in kleinen mit vielen Fotokameras versehenen Gruppen für das eine oder andere Klischee gesorgt haben, stehen ihnen heute Chinesen und Inder kaum nach ­– ihr neugewonnener Wohlstand lässt sie einiges in Sachen Tourismus nachholen. Denn zu den übergeordneten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Trends, die sich in der Tourismusbranche widerspiegeln, gehören auch die rasante Entwicklung der aufstrebenden Schwellenländer und der damit einhergehende zunehmende Wohlstand der dortigen Mittelschicht sowie die wachsende Oberschicht. Und diese lieben es offenbar zu reisen: Kamen im Jahr 2005 rund 900.000 Touristen aus China und Hongkong nach Deutschland, waren es 2017 bereits 2,9 Millionen.

Im vergangenen Jahr war China weltweit das Land mit den höchsten Tourismusausgaben – mit insgesamt 258 Milliarden US-Dollar ließ das Reich der Mitte die USA (135 Milliarden Dollar) deutlich hinter sich. Auch in Indien hat die Reisetätigkeit in den vergangenen Jahren enorm zugenommen: Während im Jahr 1996 knapp 3,5 Millionen Abflüge von indischen Flughäfen zu verzeichnen waren, sind es im Jahr 2016 bereits mehr als 21 Millionen gewesen. 

Ein Trend, viele Facetten

Nicht nur das „wer“, sondern auch das „wie“ sorgt für eine Evolution des Reisens. Kreuzfahrten etwa, für viele Deutsche seit dem Start der TV-Serie „Das Traumschiff“ das Maß aller Dinge in Sachen Traumurlaub, den sich nur ältere wohlsituierte Herrschaften leisten konnten, sind zum erschwinglichen Event geworden. Mittlerweile gehen jährlich mehr als zwei Millionen Deutsche auf Kreuzfahrt. Und weitere Themen liefert die Branche mit Städtereisen, nachhaltigem Reisen und klassischen Wanderurlauben – eben jeder Zielgruppe ihr Vergnügen. 

Auf der Börsenreise

Dass Urlaubsreisen auch am Aktienmarkt ein Trend sind, zeigen die börsennotierten Unternehmen in diesem Bereich, etwa die TUI AG aus Hannover oder die britisch-amerikanische Carnival Corporation mit ihrer Tochter AIDA. Beide Aktien haben in den vergangenen fünf Jahren deutlich im Wert zugelegt – auch wenn die TUI-Notierung unter anderem wegen der Türkei-Krise in jüngster Zeit etwas korrigiert hat. 

Fantasie ohne Grenzen

Ob angesichts der kontinuierlich steigenden Reiselust irgendwann ein Ende der Fahnenstange erreicht ist? Nun, die Welt ist zwar nicht unendlich groß. Aber den Mond als nächstes Ziel hat sich nicht zuletzt Elon Musk mit seinem Unternehmen SpaceX gesetzt. Musk hat zwar momentan mit Tesla genug zu tun, doch damit ist bereits die nächste Vision klar – und an der Börse spielt ja immer auch die Fantasie eine Rolle. 

Breites Spektrum, breite Streuung

Bleibt man bei den Fakten – das sollte ein langfristig agierender Investor ja ohnehin immer tun –, stellt die Reisebranche einen Markt dar, der auf breiter Front viel Potenzial bietet. Mit einem ETF auf den Stoxx Europe 600 Travel & Leisure Index, der viele wichtige Unternehmen abdeckt und eine breite internationale Streuung gewährleistet, kann der Anleger die volle Bandbreite einer Branche abdecken, mit der er auch in der Zukunft gut aufgestellt ist. Ob er die Ernte dann in exotischer Ferne oder in der Heimat genießt, sei ihm überlassen.

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