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Zschabers BörsenblickSüdkorea: Technologischer Hotspot in Asien

Smartphones von Samsung, Autos von Hyundai, Flachbildschirme von LG – Südkorea ist weltweit mit seinen Produkten präsent. Doch nur wenige Anleger hierzulande haben das asiatische Land auf ihrem Radar. Ein Fehler, denn Südkorea entwickelt sich rasant und bietet auch Börsianern eine Chance. Eine Kolumne.Markus Zschaber 03.10.2023 - 14:27 Uhr
Foto: imago images

Ok, zugegeben, die Musik ist gewöhnungsbedürftig und nicht so meine Sache, aber: BTS ist erfolgreich, weltweit. Die Boygroup tourt regelmäßig auch durch Europa und ist – das musste ich dann doch nachlesen – wohl die derzeit erfolgreichste Musikformation der südkoreanischen Popmusik, dem sogenannten K-Pop. Popomusik aus Südkorea? Ja, warum nicht.

Das Land, das uns quasi diametral am anderen Ende des eurasischen Kontinents gegenüberliegt, hat sich in den zurückliegenden Jahren zu einer Musik- und Film-Hochburg entwickelt. Mit Parasite etwa konnte Südkorea bei den Filmfestspielen in Cannes im Jahr 2019 die Goldene Palme als „Bester Film“ und im Jahr darauf bei der Oscarverleihung gleich vier Trophäen gewinnen. Schon spricht man in Anlehnung an Hollywood, Bollywood (Hindi-Filme aus Indien) und Nollywood (das nigerianische Kino) von Südkorea als Hallyuwood. Hanliu, das ist koreanisch und heißt „Welle“, die koreanische Welle, die die Welt erobert, im übertragenen Sinne.

Dabei ist Südkorea schon lange in Europa und in Nordamerika populär – nicht nur, aber vor allem als Lieferant von technologischen Produkten. Smartphones von Samsung Electronics, Autos von Hyundai, Flachbildschirme von LG – südkoreanische Waren finden sich wohl in nahezu jedem deutschen Haushalt.

Ordentliche Wachstumsraten

Südkoreas Wirtschaft hat sich in den zurückliegenden Jahren zu einem Industriestandort in Fernost entwickelt und gehört heute zu den erfolgreichsten Volkswirtschaften der Welt. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von knapp 1,8 Billionen Dollar könnte Südkorea 2023 Platz zwölf in der Liste der weltweit größten Volkswirtschaften belegen. Zum Vergleich: Deutschland dürfte mit knapp 4,3 Billionen Dollar auf Platz vier kommen. Südkorea ist also alles andere als „klein“, auch wenn es von der Fläche her nur weniger als ein Drittel der bundesdeutschen Fläche misst.

Und was das Wachstum angeht, kann Südkorea ebenfalls überzeugen. Mit einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 1,5 Prozent im laufenden und 2,3 Prozent im kommenden Jahr wächst Südkorea schneller als viele andere Industrienationen. Und: Südkoreas Staatsschuldenquote ist extrem niedrig. Mit einer Verschuldung von 55 Prozent des Bruttoinlandsprodukts würde Südkorea locker die Kriterien von Maastricht zur Aufnahme in die Europäische Union erfüllen, nur liegt das Land eben in Asien, und nicht in Europa.

Schneller schlau: Diese Bilanzbegriffe sollten Sie kennen
HGB steht für Handelsgesetzbuch. Nach dessen Vorschriften müssen Unternehmen in Deutschland ihren Jahresabschluss vorlegen. Der Abschluss nach HGB ist für die auszuschüttenden Dividenden und die Steuerrechnung maßgeblich. Die internationalen Rechnungslegungsstandards nach IFRS, nach denen große Kapitalgesellschaften ihre Konzernbilanz aufstellen müssen, orientieren sich eher an den amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften nach US-GAAP. Die internationalen Regeln machen Konzernabschlüsse grundsätzlich besser vergleichbar, folgen aber anderen Grundsätzen, zum Beispiel bei der Bewertung von Unternehmenskäufen oder anderen Vermögenswerten.Leider werden die IFRS-Regeln deutlich häufiger vom International Accounting Standards Board (IASB) geändert, als dies bei den HGB-Vorschriften im deutschen Rechtssystem der Fall ist.
Die in eine Unternehmung eingebrachten (investierten), auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesenen Vermögenswerte, vor allem Grundstücke, Gebäude, Maschinen und maschinelle Anlagen, Beteiligungen, Vorräte, Forderungen etc. Grundsätzlich sind die Unternehmen verpflichtet, entgeltlich erworbene Vermögenswerte zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu aktivieren. Der Wertminderung unterliegende Vermögensteile müssen während ihrer Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Die Aktivseite informiert über die Mittelverwendung, also in welchen Werten das beschaffte Kapital investiert ist. Aus der Zusammensetzung der Aktivseite können – begrenzt – Schlüsse auf die Leistungsfähigkeit der Unternehmung gezogen werden, bei Gegenüberstellung zur Passivseite gegebenenfalls auch auf die Zahlungsbereitschaft.
Die auf der rechten Seite der Bilanz stehenden Bilanzpositionen, im Wesentlichen Eigenkapital und Verbindlichkeiten. Die Passivseite der Bilanz zeigt die Quellen, aus denen ein Unternehmen finanziert wird.
Die Umsatzrendite beschreibt das Verhältnis von Gewinn und Umsatz eines Unternehmens. Sie beschreibt, welchen Teil des Umsatzes das Unternehmen als Gewinn verbuchen kann. Der Gewinn eines Unternehmens ist jedoch Schwankungen unterworfen (z.B. Branchenabhängigkeit, Produktabhängigkeit), die eine genaue Bestimmung der Rentabilität erschweren können. Die Umsatzrendite eignet sich vor allem für unternehmensinterne Vergleiche. Sie gibt Aufschluss darüber, welche Rendite die verschiedenen Geschäftsbereiche eines Konzerns erwirtschaftet haben.
Der Bestand an Kapital einer Unternehmung kann aus zwei Quellen zugeführt worden sein: Vermögen der Eigentümer durch: Einzahlung der Unternehmer, Einbehaltung angefallener Gewinne, also Selbstfinanzierung; Vermögen Dritter. Eigenkapital in weitester Deutung sind sämtliche den Gläubigern einer Unternehmung haftenden Mittel, also auch z.B. das Privatvermögen eines voll haftenden Gesellschafters. In engerer Fassung wird unter Eigenkapital das bilanzielle Eigenkapital verstanden, das als Residualgröße aus den übrigen Positionen der Bilanz ermittelt werden kann, wodurch sich die Abhängigkeit des Kapitalausweises von den Bewertungen der Bilanzposten erklärt. Rechnerisch ergibt sich seine Höhe aus der Gleichung: Eigenkapital = Vermögen (Aktivseite der Bilanz) – Schulden – Einlageneinbehaltene Gewinne – Entnahmen – eingetretene Verluste
Die Eigenkapitalquote beschreibt die Beziehung zwischen Eigen- und Gesamtkapital. Dazu wird das auf der Passiva-Seite einer Bilanz ausgewiesene Kapital ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Je mehr Eigenkapital ein Unternehmen zur Verfügung hat, desto besser ist in der Regel die Bonität eines Unternehmens, desto höher ist die finanzielle Stabilität und desto unabhängiger ist das Unternehmen von Fremdkapitalgebern. Da Eigenkapital jedoch teurer ist als Fremdkapital belastet eine hohe Eigenkapitalquote die Rendite auf das eingesetzte Kapital.
Als Dividende bezeichnet man den Anteil am Gewinn, der je Aktie vom Unternehmen ausgeschüttet wird. Die Hauptversammlung beschließt nach dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat über die Höhe. Die Dividende ist immer vom Bilanzgewinn abhängig und kann daher schwanken oder auch ganz ausfallen, etwa wenn die Ertragslage schlecht ist. Sie kann sogar aus den Rücklagen finanziert werden, wenn die Unternehmensgewinne nicht ausreichen.
Die Equity-Methode kommt bei der Bilanzierung von Unternehmensbeteiligungen zum Einsatz, an denen der Konzern weniger als 50 Prozent der Anteile hält. Dabei wird der Umfang der Beteiligung am Eigenkapital der Beteiligungsgesellschaft als Grundlage genommen, um den bilanziellen Anteil an Vermögenswerten in der Konzernbilanz abzubilden. Die wesentliche Größe ist dabei der anteilige Anspruch auf den Gewinn, der dem Konzern aus der Beteiligung zusteht. 100-prozentige Tochterunternehmen sind in einer Konzernbilanz hingegen unsichtbar, weil sie in den regulären Bilanzposten enthalten sind.
Während nach HGB in vielen Fällen die Anschaffungskosten von Finanz- und Sachanlagen in die Bilanz einflossen, fordert die Bilanzierung nach IFRS vorrangig eine Bewertung, die sich an den Marktpreisen orientiert. Existiert für diese Vermögenswerte kein Markt, wird der Bar- oder Zeitwert einer Vermögensposition durch die abgezinsten, monetären Vorteile, die dem Konzern bis weit in die Zukunft daraus erwachsen, durch finanzmathematische Verfahren und aufgrund von Schätzungen im Finanzplan ermittelt. Diese Bewertung nach Fair Value soll ein realistischeres Bild von Vermögenswerten liefern, als die puren Anschaffungspreise.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: Latente Steuern sind noch nicht entstandene Steuervor- und nachteile. Zumeist sind sie in nennenswerter Höhe unter den Aktiva einer Bilanz zu finden. Dabei handelt es sich überwiegend um sogenannte Verlustvorträge, die einer Steuerersparnis entsprechen. Macht ein Unternehmen Verlust, erwartet aber in Zukunft wieder Gewinne, können die bereits entstandenen Verluste die Steuerlast in den kommenden Jahren mindern. Die dann zu erwartende Steuerersparnis können Konzerne laut IFRS als Vermögenswert in der Bilanz ansetzen. Diese verbessern das Konzernergebnis, obwohl sie davon abhängen, dass ein Unternehmen den Weg in geplantem Umfang zurück in die Gewinnzone schafft. Passive latente Steuern sind entsprechend Steuerschulden, die erst in der Zukunft entstehen. Macht ein Konzern Verlust, bilanziert aber keine aktiven latenten Steuern, bedeutet das im Umkehrschluss, dass der Wirtschaftsprüfer nicht an einen Rückkehr in die Gewinnzone glaubt.
Im Zuge einer Unternehmenssanierung trennen sich Konzerne oftmals von ganzen Geschäftsbereichen. Um dem Leser einer Bilanz möglichst große Transparenz zu bieten, werden zum Verkauf stehende Geschäftsbereiche gesondert in der Bilanz aufgeführt. Damit wird die Bilanz um Unternehmensteile bereinigt, die in Zukunft wegfallen sollen. Gelingt der Verkauf jedoch nicht, kann das aber auch revidiert werden. Dann fließen die Bilanzgrößen der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche zurück in die Bilanz.
Kapital- und Gewinnrücklage unterscheiden sich in der Art ihrer Entstehung. Die Gewinnrücklage speist sich aus den Jahresüberschüssen der Vorjahre und sind quasi das Sparschwein eines Unternehmens. Die Kapitalrücklage hingegen speist sich aus Einzahlungen der Gesellschafter. Insbesondere für Mittelständler sind Kapitalrücklagen ein Steuersparmodell für die Eigentümer. Wie eine Schenkung an das Unternehmen lassen sich Gelder in der Bilanz parken, auf Beschluss der Eigentümer und er Geschäftsführung jedoch auch wieder auflösen. Aktienrückkäufe, wie sie zur Kurspflege derzeit bei vielen Börsenunternehmen beliebt sind, speisen sich zumeist aus Gewinn- und Kapitalrücklagen. Werden sie aus dem Handel genommen, senken sie in Höhe ihres Nominalwertes das gezeichnete Kapital, dass unter den Passiva zum Eigenkapital des Konzerns zählt.
Hinter den sperrigen Begriffen verbirgt sich nichts anderes, als das flüssige Geld in der Unternehmenskasse. Hierzu zählen insbesondere die jederzeit verfügbaren liquiden Mittel auf Firmenkonten, aber auch andere Zahlungsmittel breiter Akzeptanz, zum Beispiel Goldmünzen, oder Wertpapiere.

Milliardenbeträge vom Staat

Südkorea zählt mit der Volksrepublik China, Taiwan und Japan zu den wichtigsten Herstellern von Halbleitern in Fernost. Rund 15 Prozent der weltweiten Halbleiterproduktion findet in Südkorea statt. Mit Investitionen will die Regierung in Seoul den Anteil weiter steigern. In der Stadt Yongin etwa, die südlich von Seoul liegt, könnte in den kommenden Jahren der weltweit größte Produktionsstandort für Halbleiter entstehen – ein Megacluster, wie es unter Experten heißt, eine Ballung von Fabriken. So plant Samsung Electronics für die kommenden Jahre eine Investitionssumme von über 200 Milliarden Euro für den Ausbau der Produktion in Yongin. Fünf neue Fabriken sollen entstehen.

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Flankiert wird das Vorhaben vom südkoreanischen Staat, der mit steuerlichen Hilfen und staatlicher Unterstützung die Ansiedlung fördern will. Südkoreas Präsident Yoon Suk-yeo verglich in diesem Zusammenhang die weltweite Halbleiterindustrie als „wirtschaftliches Schlachtfeld“, auf der nur die Staaten Erfolg hätten, die bereit sind, massiv zu investieren. Südkorea will dies tun und plant des Weiteren Ausgaben für die Entwicklung Künstlicher Intelligenz in Höhe von 18 Milliarden Euro. Mit diesen Investitionen will sich Südkorea vor allem gegenüber Taiwan und China positionieren, die ebenfalls hohe Summe in den Ausbau ihrer Wirtschaft stecken. Südkorea, so der Plan der Regierung in Seoul, soll zu einem Hotspot der Hochtechnologie in Asien, aber auch weltweit werden.

KOSPI mit erfreulicher Performance

Bei all dem wundert es, dass Südkorea von einigen Indexanbietern wie MSCI noch immer als „Schwellenland“ geführt wird. Die Verantwortlichen in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul bemühen sich seit einiger Zeit um eine „Aufstufung“ in die Gruppe der Industrienationen, wogegen mittelfristig eigentlich auch nichts sprechen sollte. Der Indexanbieter FTSE hat dies bereits vorgemacht und führt Südkorea offiziell als Industrienation.

Ziehen die anderen Indexanbieter nach, dürfte davon auch der südkoreanische Aktienmarkt profitieren. Der läuft übrigens seit einiger Zeit sehr ordentlich. Der KOSPI, der Leitindex der Börse in Seoul, hat in den zurückliegenden zwölf Monaten um rund 15 Prozent zugelegt. Interessierte Anleger können dabei auf eine ganze Reihe an ETFs zurückgreifen, die den südkoreanischen Aktienmarkt abbilden, etwa der iShares MSCI Korea ETF (ISIN IE00B5W4TY14). Der ETF spiegelt die Wertentwicklung des MSCI Korea 20/35 Index wieder. Er bietet Zugang zu großen und mittelgroßen Unternehmen aus Südkorea. Das Gewicht des größten Unternehmens im Index ist dabei auf 35 Prozent begrenzt, das Gewicht aller weiteren Unternehmen auf 20 Prozent. Der ETF wird allerdings in US-Dollar geführt, es besteht somit ein Wechselkursrisiko für deutsche Anleger.

Bitte beachten Sie den Haftungsausschluss.

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