WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Zu wenig Liquidität US-Börse fürchtet steigende Zinsen

Seite 2/2

Liquiditätsverknappung

Der US-Arbeitsmarktbericht für Februar überraschte positiv mit 60.000 mehr neuen Jobs als erwartet. Die Arbeitslosenquote rutschte von 5,7 Prozent auf 5,5 Prozent im Februar. Das genügte, um die Märkte zu überzeugen, die Fed werde ihren Zinsschritt im Juni nun durchziehen.

Die Terminmärkte erwarten eine Zinsanhebung auf 0,25 bis 0,5 Prozent mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit. Einen Tag vor den Arbeitslosenzahlen lag der Wert noch bei 48 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit eines Zinsschritts bis September liegt bei 82 Prozent, die Wahrscheinlichkeit einer heftigen Anhebung um 0,5 Prozentpunkte bei 22 Prozent.

Aber während die Märkte nur auf die Fed und die Europäische Zentralbank blickten, übersahen sie laut Albert Edwards, dem pessimistischen Strategen der Société Générale, eine Form der Liquiditätsverknappung, die laut Edwards „die globale Konjunktur abwürgt“: die schrumpfenden Devisenreserven der Zentralbanken. Edwards zufolge ist die Anhäufung von Devisenreserven eine übliche Form von lockerer Geldpolitik. Eine Zentralbank erwirbt Vermögenswerte und schafft so letztlich Geld – egal, ob sie inländische Staatsanleihen oder ausländische Devisen kauft.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Anzeichen für einen Rückgang der Liquidität

Zentralbanken, speziell die chinesische, haben so massiv interveniert, um eine Aufwertung ihrer eigenen Währungen zu bremsen, die ihrer Wettbewerbskraft im Export geschadet hätte. Diese Politik führt zu höherer Liquidität im Inland und kann somit Kreditblasen schaffen.

In China ist der an einem Währungskorb gemessene Wechselkurs des Renminbi trotz eines leichten Rückgangs gegenüber dem Dollar gestiegen, denn der Renminbi hat gegenüber dem Euro und dem Yen zugelegt. Nun, da der Dollar ohnehin stark steigt, muss die chinesische Zentralbank, nicht mehr US-Papiere gegen frisch gedruckte eigene Währung kaufen. Sie dürfte die Anhäufung von US-Papieren stoppen – die chinesischen Devisenreserven sind zuletzt kräftig gesunken. Andere Zentralbanken könnten, sobald ihre Währungen massiv unter Druck kommen, sogar zu Nettoverkäufern von Dollar-Vermögenswerten werden. All dies sind Anzeichen für einen zunehmenden Rückgang der Liquidität, dem Hauptfaktor für den Anstieg der Märkte. Kein gutes Zeichen für die Börsen.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%