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Zweite Börsenliga Warum Anleger den MDax nicht unterschätzen sollten

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Dividende statt Zins - geht das auch im MDax?

Zuletzt galten Dividenden für viele Anleger als wichtiges Kriterium für den Kauf einer Aktie. Das billige Geld der Europäischen Zentralbank (EZB) überflutet den Anleihemarkt, die Renditen sind winzig. Für viele Anleger ist die Dividende der neue Zins, Dividendenaristokraten - also Konzerne, die regelmäßig ausschütten - gelten als Sicherheitsgarant im Depot.

Deutsche Dividendenaristokraten für 2015

Grundsätzlich hatte der MDax bei den Ausschüttungen noch etwas Nachholbedarf gegenüber dem Dax. Allerdings stiegen zuletzt auch in den Nebenwerteindizes die Ausschüttungsquoten. Das zeigt auch der Blick auf das Verhältnis zwischen Kursindex und Performanceindex. Erstere werden ohne die Dividendenzahlungen berechnet. Beim MDax liegt das Verhältnis bei rund 12.450 zu 20.700 Punkten, beim Dax sind es 6050 zu 11.800 Zählern.

In der letzten Dividendenstudie der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) und dem Deutschen Institut für Portfolio-Strategie der FOM Hochschule war der MDax sogar Klassenbester, was die verlässlichen Zahler angeht. Im Schnitt schütteten die 50 Konzerne 2014 fast die Hälfte ihrer erwirtschafteten Gewinne aus. Im Dax lag die Quote dagegen unter 40 Prozent. "Allerdings sind unter anderem die Immobilienaktien die Treiber der hohen Dividendenrenditen im MDax", sagt Joachim Schallmayer, Analyst bei der Dekabank. Diese Konzerne schütteten traditionell viel aus, dass dürfe bei einem Vergleich nicht vergessen werden.

Immobilienindex

Denn Immobilienkonzerne gibt es einige in der zweiten Börsenreihe, teilweise wird der MDax auch als Immobilienindex gezeichnet. Neben der Deutschen Annington sind auch die Deutsche Wohnen und die auf Shoppingcenter fokussierte Deutsche Euroshop im MDax gelistet. Hinzu kommen die LEG und TAG Immobilien. Bis vor kurzem notierten auch die Papiere der Gagfah im MDax. Durch die Fusion mit der Deutschen Annington rutschten die Aktien des Autozulieferers Bertrandt nach.

Die 30 Besten des deutschen Mittelstands
Produktion bei Ensinger Quelle: Presse
Sennheiser Produktion Quelle: Presse
Screenshot der Adva-Internetseite Quelle: Screenshot
Schiffsschraube Quelle: PR
Das Pfeiffer Vacuum Firmengebäude Quelle: Pfeiffer Vacuum Pressebild
Frank Blase, der Geschäftsführer von igus. Quelle: Presse
Armaturen in der Fertigung von Hansgrohe Quelle: REUTERS

In Kürze dürften weitere Neubesetzungen im Index anstehen. Als möglicher Aufstiegskandidat wird der Internethändler Zalando genannt. Nur rund ein halbes Jahr nach dem Börsendebüt könnten die Berliner aufsteigen. Offenbar spekulieren Anleger bereits darauf, die Aktienverkäufe einiger Eigentümer heizten die Diskussion an. Die nächste Index-Neuzusammensetzung steht am 20. März an. Analysten rechnen mit der Änderung allerdings erst etwas später. "Ab April sind die Chancen für einen Aufstieg recht gut", sagt Index-Expertin Sophia Wurm von der Commerzbank.

Nicht billig

Das Problem der MDax-Anleger sind die teilweise schon recht hohen Bewertungen der Papiere. Einige Aktien, wie beispielsweise die von Rheinmetall, Wacker Chemie oder Maschinenbauer Kuka, kosten längst mehr als das 30-fache des Gewinns (Kurs-Gewinn-Verhältnis, KGV). Absolut betrachtet scheint das viel, ein optimaler Einstiegszeitpunkt sieht anders aus. „Der Mid-Cap-Sektor ist historisch gesehen ambitioniert bewertet, viele Titel sind heiß gelaufen“, sagt Marktbeobachter Daniel Saurenz von Feingold Research. Allerdings ist das möglicherweise nur ein Aspekt.

"Relativ betrachtet sind die Bewertungen im MDax in Ordnung", erklärt Deka-Analyst Schallmayer. Dank der expansiven Geldpolitik der EZB fließe eben viel Liquidität in die Märkte, das wirke sich auf den MDax genauso aus wie auf die anderen Indizes. Letztlich sind die höheren Bewertungen an den Aktienmärkten eben Folge der Notenbankpolitik, welche Aktien zunehmend alternativloser macht.

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