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Börsenfusion Xetra oder NYSE: Ein Handelssystem für alle

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Kritiker wie der Privatbanker Uto Baader fürchten laut Zeitungsbericht hohe Kosten durch eine mögliche Umstellung auf das Handelssystem der Amerikaner. In der Regel erfordert eine Umstellung des Handelssystems hohe Investitionen in die Technik. Umgekehrt würden die Banken jedoch von einer fusionierten Börse profitieren, da durch den Zusammenschluss die Handelsmöglichkeiten in Wertpapieren und das Kundenportfolio wachsen werden. Außerdem könnte der neue Super-Börsen-Konzern angesichts des wachsenden Konkurrenzdrucks durch alternative Handelsplattformen die angestrebten Kosteneinsparungen von 300 Millionen Dollar zum Teil an Kunden weitergeben. Positiv stimmt Uto Baader auch die Wachstumsperspektive. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte Baader: „Ein großer Vorteil aus Investorensicht wäre, wenn der seit den 70er Jahren geträumte Traum eines weltumspannenden Rund-um-die-Uhr-Handels mit Aktien wahr werden würde.“ Dafür fehlt allerdings noch ein Partner in Asien.

Aktuelle Technik

Trotz der Unwägbarkeiten sollen seitens der Deutschen Börse die geplanten Aktualisierungen des Xetra-Systems im Mai und November auf die Versionen 11.1 und 12 wie geplant stattfinden. Der Xetra-Handel beschäftigt nach den Angaben derzeit rund 130 Mitarbeiter. Diese würden aber auch künftig benötigt, um den Kassamarkt zu betreiben. Die Managementverantwortung des Kassamarktes wird in New York liegen, sobald die Fusion der Marktbetreiber vollzogen ist.

Auch eine Umwälzung des gesamten IT-Bereichs ist denkbar. Die IT des neuen Konzerns soll aus Paris gesteuert werden. Für den Bereich arbeiten derzeit etwa 1.000 Mitarbeiter der Deutschen Börse in Frankfurt und Luxemburg, die nun laut Johannes Witt, dem stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden der Deutschen Börse, besonders gefährdet seien.

Noch haben die Aufsichtsräte der Fusionspartner nur große Parameter des Zusammenschlusses festgelegt. Details werden sicher noch zu klären sein. Dazu gehört auch die Frage nach dem Handelssystem, hieß es auf Nachfrage von wiwo.de. Ansonsten wollte die Deutsche Börse zu Spekulationen um die gemeinsame Plattform keine Stellung nehmen.

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