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BP-Katastrophe Die Nutznießer der schwarzen Pest

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Chemikalien gegen Öl: Aus den Augen, aus dem Sinn?

Auch mit der Suche nach Profiteuren war die Börse wie immer schnell bei der Hand. Mal wurde Nalco, der Hersteller der Chemikalien ("Corexit") empfohlen, die BP anfangs tonnenweise von Flugzeugen aus auf den Ölteppich sprühen ließ. Doch ob die Rechnung aufgeht, ist alles andere als Sicher. Biologen und Umweltexperten streiten noch, ob der Einsatz solcher Dispersionschemie nicht auf lange Sicht mehr schadet, als er nutzt. Denn die Chemie zersetzt das Öl, wodurch es sich noch mehr verteilt, mit dem Meerwasser emuliert und in tiefere Meeresregionen absinkt. So ist zwar der klebrige Teppich an der Meeresoberfläche weg, nicht aber das Öl selbst. Ein unbestreitbarer Nachteil der Methode ist, dass man kompakte Ölteppiche wenigstens kontrolliert abfischen kann, die Wasser-Chemie-Öl-Emulsion nicht.  Inzwischen ist der Höhenflug der Nalco-Aktie an der Börse auch deutlich gebremst worden.

Wer auf jeden Fall am Öl verdient

Doch es gibt Unternehmen, die mit Sicherheit an der Ölpest verdienen werden. Laut jüngsten Schätzungen sind bisher rund 550 000 Tonnen Öl ins Meer geflossen -- eine schier unvorstellbare Menge. Bei Ölkatastrophen entstehen aber nicht nur flüssige, sondern auch feste Abälle, etwa Teerklumpen, die an den Strand gespült werden. Sie alle können entweder recycelt werden -- oder müssen auf die Deponie.

Newpark Resources etwa ist auf die Entsorgung der flüssigen Ölabfälle spezialisiert. BP versucht zwar, so viel ausgelaufenes Öl wie möglich zu recyceln; meist ist es durch Chemieeinsatz und Salz aus dem Meerwasser aber zu stark verunreinigt. In diesem Fall landet es in tiefen Gesteinsschichten, in die es Unternehmen wie Newpark einspritzen.

Republic Services und Waste Management sind Entsorger, die mit festen Stoffen wie Teerklumpen und /oder verunreinigten Ölabscheidern sowie -barrieren in den nächsten Monaten oder Jahren viel zu tun haben werden. Sie betreiben die Mehrzahl der Deponien in Louisiana, die von den US-Behörden zur Beseitigung des BP-Drecks vorgesehen sind.

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