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Engelmanns Eigenhandel

Bonne chance à la France!

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epa02978518 (FILE) A file Quelle: dpa

Doch der französische Staatspräsident ist gezwungen, auch noch an einer anderen Front zu kämpfen. Nicht nur soll er dabei helfen, Lösungen zu einer Beruhigung der Lage am Markt für Anleihen der Peripherie-Staaten zu entwickeln und die Versorgung dieser Staaten mit liquiden Mitteln zu erträglichen Zinsen zu organisieren; Sarkozy muss auch darauf achten, dass Frankreich nicht selbst vom Teil der Lösung zum Teil des Problems wird. Während der Renditeabstand (Spread) zwischen Staatsanleihen Frankreichs und ihren deutschen Pendants in den vergangenen zehn Jahren über weite Strecken zwischen 10 und 20 Basispunkten betrug - eine Differenz, die weitestgehend einer geringeren Liquidität des französischen Marktes und dem Fehlen eines eigenständigen Futures-Kontraktes auf die Obligationen aus Paris geschuldet war - kam es in den vergangenen Wochen zu einer deutlichen Ausweitung des Spreads. Der liegt mittlerweile bei über 100 Basispunkten - Tendenz steigend.

Frankreich auf den Spuren Spaniens

Zu gut deutsch: Begibt der deutsche Finanzminister eine Anleihe mit zehnjähriger Laufzeit, so muss er dem Anleger dafür derzeit um die 2,10 Prozent Zinsen pro Jahr bezahlen. Schäubles Amtskollege in Frankreich dagegen muss bereits 3,14 Prozent Zins anbieten, um seine Anleihen an den Mann zu bringen. Auch ein Blick auf die Entwicklung der Renditedifferenz zwischen Anleihen mit zweijähriger Restlaufzeit aus Frankreich und Deutschland verheißt nichts Gutes: Betrug der Spread hier in der Vergangenheit maximal 30 Basispunkte, so hat er sich in den zurückliegenden Wochen ebenfalls mehr als verdoppelt. Betrachtet man einen Chart, der die Entwicklung dieses Renditeabstandes abbildet, und versucht hieraus ein Widerstandsniveau zu definieren, so ergeben sich - nimmt man die gesamte Bewegung des Spreads seit 1995 zum Ausgangspunkt der Analyse - Fibonacci Retracements bei 84, 108 und 138 Basispunkten. Viel Luft nach oben! Zu viel! Höhere Renditen, weitere Spreads zu deutschen Staatsanleihen und eine Verflachung der Renditekurve - dies alles sind Sendboten einer Entwicklung, wie wir sie bereits bei spanischen und italienischen Anleihen beobachten konnten.

Frankreich ist neben Deutschland die zentrale Säule, auf der alle Maßnahmen, die Lage in der Euro-Zone zu stabilisieren, fußen. Gewiss: Auch andere, mit der Bestnote "AAA" der Rating Agenturen ausgezeichneten Staaten wie die Niederlande oder Finnland sind von Bedeutung. Doch ihr Anteil am derzeitigen Rettungsmechanismus EFSF sowie an zukünftigen Konstrukten dieser Art ist deutlich geringer als der eines wirtschaftlichen Schwergewichtes vom Schlage Frankreichs. Das Damoklesschwert einer möglichen Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs baumelt am seidenen Faden über den Köpfen der Akteure in Paris wie in Brüssel und Berlin.

Last der Verantwortung

Dieses Spitzenrating zu bewahren und damit auch in Zukunft eine Kreditaufnahme des Staates zu verträglichen Konditionen zu ermöglichen, davon hängt ab, ob das Konzept, sich zur Rettung Griechenlands und anderer bedrohter Länder Zeit zu kaufen, am Ende aufgehen wird. Wird Präsident Sarkozy den Mut haben, der französischen Bevölkerung im Wahlkampf auch unbequeme Wahrheiten zu eröffnen? Wird er die Rekapitalisierung der stark in Anleihen finanzschwacher Staaten investierten französischen Banken zur Not schulten können, sollten sich nicht genug private Investoren finden, die den Kreditinstituten frisches Eigenkapital zur Verfügung stellen? Und kann er gleichzeitig die konjunkturelle Entwicklung im Lande so stimulieren, dass nicht auch noch von dieser Front massive Probleme für den Staatshaushalt und damit für das Rating und den gesamten europäischen Rettungsplan drohen?     Nicolas Sarkozy ist nicht zu beneiden. Höchstens um die phantastische Carla Bruni. Zwar steht zu befürchten, dass der französische Präsident Angela Merkel in diesem Jahr bereits öfter gesehen hat als seine eigene Frau, doch scheint diese große Dame nicht nachtragend zu sein. In einem Interview, in dem ihre herzliche Persönlichkeit voll zur Geltung kam, erklärte sie kürzlich, sie freue sich schon sehr auf die Zeit, in der ihr Mann nicht mehr Präsident sein werde. Dass Frau Bruni heimlich den Sozialisten beigetreten ist, ist nicht bekannt. Ihre Vorfreude scheint mehr in der Liebe zu ihrem Mann begründet. Der möchte zwar (offiziell) die nächste Wahl gewinnen und weitere fünf Jahre im Elysee residieren, aber vielleicht wünscht auch er sich manchmal, endlich Privatier zu sein. Spitzenpolitiker sind dieser Tage nicht um die Last ihrer hohen Verantwortung zu beneiden.

Der kleinen Guilia wünsche ich von dieser Stelle das Allerbeste für ihre Zukunft. Möge Sie in einem Europa aufwachsen, in dem das Leben auch morgen noch so schön und lebenswert ist wie heute. Bonne chance!

Hinweis: Herr Engelmann ist Mitarbeiter der Citigroup in Deutschland. Der von ihm verfasste Text gibt allein seine persönliche Meinung wieder und ist keine Analyse, Beratung oder Empfehlung der Citigroup.

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