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Engelmanns Eigenhandel

Dem Dax geht die Puste aus - trotz Wirtschaftswunder

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Der Wachstumsmotor läuft

Im Übrigen gilt in Bezug auf Wunder das, was Katja Ebstein schon 1970 sang: Es gibt sie immer wieder! Zwar hat Deutschland den "Grand Prix" nicht gewonnen, dafür erlebt unser Land dieser Tage aber ein kleines Wirtschaftswunder. Ganz erstaunliche Nachrichten über den Zustand der deutschen Wirtschaft teilte das Statistische Bundesamt am vergangenen Freitag mit. Im Vergleich mit dem ersten Quartal des vergangenen Jahres wuchs das Bruttoinlandsprodukt nach Angaben der Behörde um sage und schreibe 5,2 Prozent und damit um den höchsten Wert seit der deutschen Wiedervereinigung. Der frische gekürte Bundeswirtschaftsminister, Philipp Rösler, jubilierte umgehend: "Deutschland ist der Wachstumsmotor unter den Industrieländern - und das nicht nur in Europa." Glücklicherweise reklamierte er diese Entwicklung nicht gleich als Ergebnis seiner eigenen politischen Tätigkeit.    

Rezession endgültig überwunden

Etwas weniger euphorisch, wohl aber nicht minder glücklich, äußerte sich der neue Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann. Er sprach im Zusammenhang mit dem Zustand der deutschen Konjunktur von einem "soliden Wachstumskurs". Egal wie man die Zahlen kommentiert, ob euphorisch oder eher etwas zurückhaltender: Sie belegen, dass sich Deutschland von der schweren, zum Glück aber kurzen Rezession des Jahres 2008 inzwischen wieder erholt hat. Angesichts der gewaltigen Probleme in anderen Ländern der Euro-Zone eine beruhigende Vorstellung. Denn wie wäre es wohl um die Zukunft Europas bestellt, neigte auch deren größte Volkswirtschaft zur Schwäche? Gar nicht auszudenken.    

Sorgen schieben sich in den Vordergrund

An der Börse scheint die Euphorie derweil nicht annähernd so groß wie beim neuen Vorsitzenden der Liberalen. Eher überwiegt Skepsis. Die Stimmung hat in den vergangenen zwei Wochen deutlich gelitten. Hatte man zuvor noch darüber gejubelt, wie schnell sich der Aktienmarkt von den Kursverlusten im Gefolge der Reaktorkatastrophe im japanischen Fuskushima erholen konnte, ist der Markt mittlerweile irgendwie ins Stocken geraten. Der Deutsche Aktienindex (Dax) handelt zwar nahe seines bisherigen Jahreshochs, doch es scheint ganz so, als sei ihm die Puste ausgegangen. Die teilweise rasante Talfahrt einiger Rohstoffpreise - allen voran der des Silbers - hatte im Zusammenspiel mit urplötzlich auftauchenden Sorgen um den Zustand der amerikanischen Konjunktur den Optimismus der Anleger ebenso gedämpft wie sich erneut verstärkende Sorgen um den finanziellen Zustand der Euro-Land Peripherie.    

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