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Engelmanns Eigenhandel

Dem Dax geht die Puste aus - trotz Wirtschaftswunder

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Anleger kaufen wieder Bunds

Davor, dass sich die Stimmung am Aktienmarkt eintrüben könnte, hatten seit geraumer Zeit schon die steigenden Notierungen für Staatsanleihen erstklassiger Bonität gewarnt. Trotz beeindruckender Wachstumszahlen und der auch in der vergangenen Woche noch einmal von verschiedenen Mitgliedern des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB) wiederholten schärferen geldpolitischen Rhetorik, die von weiteren Zinserhöhungen im Euro-Raum kündet, setzten beispielsweise Bundesanleihen ihre positive Tendenz fort. Anleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit, die in der Spitze mit 3,50 Prozent rentiert hatten, werfen mittlerweile nur noch rund 3,08 Prozent ab, und mancher Marktteilnehmer sieht selbst Renditen um 2,8 Prozent wieder in Reichweite.   

Gehandelt wird die Zukunft

Anders als für Politiker sind für Börsianer gute Wirtschaftsdaten aus der Gegenwart  bereits Schnee von gestern. Sozusagen "in den Kursen enthalten". Gehandelt wird die Zukunft. Und die sehen viele in der Kulisse düster, nämlich für den Fall, dass die von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds beschlossenen Hilfspakete für in Schwierigkeiten steckende Länder der Euro-Land Peripherie nicht greifen. Die eindringlichen Warnungen der EZB, die kürzlich im Zusammenhang mit der immer wieder aufkeimenden Diskussion um eine mögliche Restrukturierung von Staatschulden auf die Folgen der Pleite der amerikanischen Investment Bank Lehman Brothers im Herbst des Jahres 2008 verwiesen hatte, klingen vielen noch in den Ohren.   

Ruhiger schlafen

Kein Wunder also, dass sich so mancher erst einmal in den sicheren Hafen der Bundesanleihen flüchtet und eine ruhigere See abwartet, bevor er sein Geld in riskantere Anlageformen investiert. Man mag mit dieser Strategie falsch liegen und sich am Ende in den Allerwertesten beißen, wenn der Aktienmarkt weiter haussiert und Bundesanleihen im Gefolge steigender Inflationsraten und erneuter Zinserhöhungen durch die EZB an Wert verlieren. Ruhiger schlafen dürfte man für eine gewisse Zeit allerdings. Und dabei von Wundern träumen können.  

Hinweis: Herr Engelmann ist Mitarbeiter der Citigroup in Deutschland. Der von ihm verfasste Text gibt allein seine persönliche Meinung wieder und ist keine Analyse, Beratung oder Empfehlung der Citigroup.

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