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Experten-Interview "Reform des Einlagensicherungsfonds dringend nötig"

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Warum ist nun dennoch eine Reform nötig?

In einer Hinsicht konnte man nicht verhindern, dass auch ausländische Institute in den Genuss der deutschen Einlagensicherung des privaten Bankgewerbes kamen. Wenn sie sich nämlich als rechtlich selbständige Tochtergesellschaften niederließen, waren sie rechtlich als deutsche Kreditinstitute zu betrachten. Damit hatten sie auch die Möglichkeit, dem Einlagensicherungsfonds der Privatbanken beizutreten.

Warum ist das für den Einlagensicherungsfonds so gefährlich?

Die Gefahr des Missbrauchs ist sehr groß. Wie will man beispielsweise verhindern, dass Einlagen aus anderen Ländern in Deutschland verbucht werden? Dass das haftende Eigenkapital kurz vor der Pleite kurz noch erhöht wird? Dass Zweigstellen aus anderen Ländern sich unter die Fittiche der deutschen Banktochter begeben?

Wie könnte eine sinnvolle Reform aussehen?

Es sollten nur die geschützt werden, die diesen Schutz wirklich brauchen, nämlich Kleinanleger bis zu einer maßvollen Höhe ihrer Einlagen. Kommunen, Versicherungsgesellschaften, Fondsgesellschaften etc. und private Millionäre sollten in der Lage sein, die Bonität ihrer Bank selbst zu beurteilen und nicht mit der Entschädigung ihrer hohen Einlagen das deutsche Einlagensicherungssystem plündern. So würde auch der Anreiz zum Missbrauch des deutschen Systems entfallen und Großanleger würden wieder mehr auf die Bonität ihrer Bank als den angebotenen Anlagezins achten.

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