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Finanzinvestoren Teure Hedgefonds-Hochzeit zwischen Man Group und GLG

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Strategisch macht die Elefantenhochzeit jedenfalls Sinn. „Die beiden Investmentfirmen ergänzen sich sehr gut“, sagte Man-Chef Peter Clarke. Für die Man Group ermöglicht der Kauf nicht nur einen gewaltigen Wachstumssprung  sondern sie vermindert auf diese Weise auch ihre Abhängigkeit von ihrem 21-Milliarden-Dollar schweren Flaggschiff-Fonds AHL, der rein computergesteuerte Investment-Entscheidungen trifft und in letzter Zeit Verluste machte. „Die Übernahme wird Man grundlegend verändern und die Abhängigkeit von AHL verringern, die schon seit längerem eine Schwäche ist“, sagt Analyst Mark Williamson von der Investmentboutique KBC Peel Hunt.

Die beiden Hedgefondsgesellschaften ergänzen sich auch geographisch gut: die Man Group verwaltet vor allem das Vermögen reicher Investoren aus Asien (außerhalb Japans) und Kontinentaleuropa, GLG Partners Investoren stammen aus dem Nahen Osten, Japan, Großbritannien und Südeuropa. Beide Fonds sind börsennotiert und operieren von London aus.

Die Lenker des neuen Supertankers hoffen, dass er besser in der Lage sein wird, neue Stürme an den Finanzmärkten zu überdauern und außerdem für die neuen verschärften EU-Finanzmarktregeln für Hedgefonds gerüstet ist, auf die sich die europäischen Finanzminister soeben in Brüssel einigten. Großbritannien, wo 80 Prozent der in Europa operierende Hedgefonds ansässig sind, hatte eine Einigung der 27 EU-Staaten monatelang blockiert. Nun legten die Finanzminister allerdings gegen den Willen der Briten ihre Position für die Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament fest, um den Gesetzentwurf für die neue Finanzmarktrichtlinie nach monatelanger Hängepartie rasch unter Dach und Fach zu bringen.

Nach der Richtlinie sollen sich alle Hedge-Fonds zum Vertrieb in Europa registrieren lassen, bestimmte Transparenzregeln befolgen und Risiken sowie Anlagestrategien offenlegen. „Die Übernahme hilft uns, besser mit den neuen Anforderungen der Regulatoren zurechtzukommen“, so Man-Chef Clarke. Nach Ansicht von Experten in London wird es den größeren Fonds leichter fallen, die Regeln einzuhalten und die damit verbundene größere  Bürokratie zu schultern. Bei GLG Partners sind inzwischen ohnehin mehr als die Hälfte des Anlagevermögens in Aktienhedgefonds und traditionellen Investmentfonds investiert.

Doch bei allem Enthusiasmus über die Elefantenhochzeit – es stellt sich doch die Frage, ob die Man Group nicht einen überteuerten Preis bezahlt. Denn mit ihrem Angebot von 4,50 Dollar je GLG-Aktie, offeriert sie einen 55prozentigen Aufschlag gegenüber dem Schlussnotiz vom vergangenen Freitag. Clarke schwärmt zwar: „Zu zweit wird uns mehr gelingen als es uns vorher als Einzelkämpfer möglich war“ und er hofft auf Kosteneinsparungen in Höhe von rund 50 Millionen Dollar. Doch an der Börse fiel der Kurs der Man-Aktie. Die Sache, so warnte David McCann, Analyst bei der Investmentbank Numis Securities, „scheint recht teuer“.

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