WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Finanzkrise Die Folgen für Staaten, Unternehmer, Steuerzahler und Konsumenten

Seite 2/2

Die Gewinner der Finanzkrise

Gold: das Edelmetall ist so Quelle: dpa

Gold  Die Nachfrage nach dem Edelmetall ist größer als das Angebot. Goldhändler wie Pro Aurum könnten mehr verkaufen, nur fehlen ihnen Münzen und Barren.

Indien, China, Brasilien  Die Volkswirtschaften wachsen, hohe Devisenreserven geben ihnen Macht. Bei der Neuordnung der Finanzarchitektur werden sie künftig mitreden.

Staatsfonds  Neue Macht auf den Finanzmärkten – sie haben genug Geld und können weiter nach Investments suchen.

Japanische Banken  Sie wollen nun in den USA und Europa Fuß fassen. Ihre Kassen sind gefüllt. Die Mitsubishi-Bank kaufte 21-Prozent-Anteil an Morgan Stanley.

EU  Die Europäische Union hilft dem Bankensystem in konzertierter Aktion. Die Gemeinschaft beweist, dass sich Probleme nicht nationalstaatlich lösen lassen.

Bundesbank  Lange wurde an ihrer Existenzberechtigung gezweifelt. Nun hat ihr Chef Axel Weber sie als Hort der Kontrolle und Stabilität in den Fokus gerückt.

Nicolas Sarkozy  Die EU-Präsidentschaft wirkt Imagefördernd für den französischen Staatschef. Trotz Überheblichkeit macht er einen ordentlichen Job als Krisenmanager.

SPD-Trio  Franz Müntefering, Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück beherrschen die politische Bühne und ernten öffentlichen Applaus für sozialdemokratische Antworten auf die Krise.

IWF Der Internationale Währungsfonds ist wieder gefragt. Er könnte durch die Krise zu einer Art „Oberaufsicht“ für den internationalen Bankensektor werden.

Discountbroker Sie profitieren durch die hohe Anzahl an Transaktionen. Beim Online-Broker Cortals Consors handeln Kunden 70 Prozent mehr als im Jahresschnitt. 

Oskar Lafontaine  Der Fraktionsvorsitzende der Linken kann seine Rhetorik voll ausfahren, weil er jetzt ungebremst auf der Welle des Anti-Kapitalismus reiten kann.

Nouriel Roubini  Der amerikanische Ökonom sagte schon frühzeitig die Finanzkrise voraus. Er behielt recht – und wird nun mit Interviewanfragen überschüttet.

Gordon Brown  Unbeliebt in Umfragen, bewährt sich der britische Premier plötzlich als Krisenmanager. Sein Rettungskonzept für heimische Banken haben Europas Regierungschefs übernommen.

Max Otte  Der BWL-Prof. der FH Worms warnte vor zwei Jahren in seinem Buch „Der Crash kommt“ vor dem Finanzkollaps. Sein Buch dürfte sich gut verkaufen.

Tagesgeld  Menschen bringen Milliarden auf Tagesgeldkonten. Sicherheit ist für viele oberstes Gebot, aber auch die Gewissheit, jederzeit ans Vermögen heranzukommen.

Sparbuch  Der Klassiker mit Zinsen unter zwei Prozent erlebt ein Hoch. Psychologischer Vorteil: Das Geld bleibt auf der Bank, das Sparbuch nehmen Kunden mit.

Bundesschatzbriefe  Rekordanfragen nach Staatsanleihen. In der neu aufgelegten Tagesanleihe liegen bereits 1,2 Milliarden Euro – Finanzagentur verkauft täglich bis zu zehnmal mehr als üblich.

Lebensversicherung  Gegenüber Fonds schätzen Besitzer die klassische Police als sicheren Hafen. Der Überschuss wird geringer, aber die Mindestverzinsung liegt bei 2,25 Prozent.

Familienunternehmen  Sie stehen für Glaubwürdigkeit und Anti-Habgier in der Wirtschaft – und punkten damit bei Banken, Arbeitnehmern und Politikern.

Genossenschaftsbanken  Auch sie profitieren. Allein den bayrischen Volks- und Raiffeisenbanken flossen seit 1. Oktober netto 1,8 Milliarden Euro zu.

Sparkassen: Das Prinzip der Quelle: dpa

Sparkassen  Das Prinzip der regionalen Verankerung zahlt sich aus: Der Einlagenzufluss ist so groß wie seit Jahren nicht mehr.

Volkswagen In schwierigen Zeiten zahlt sich die Übernahme durch Porsche aus: Der Kurs der VW-Aktie stieg in den vergangenen Tagen um 20 Prozent.

Paribas  Die Pariser Bank expandiert. Mit dem Kauf des Fortis-Geschäfts in Belgien und Luxemburg für 14,5 Milliarden Euro entsteht ein neuer europäischer Bank-Champion.

Tresorhersteller  Die Deutschen horten ihr Geld wieder zu Hause – und brauchen Safes. Die Nachfrage beim Produzenten Burg-Wächter stieg um fast 30 Prozent.

Discounter  In unsicheren Zeiten neigen Konsumenten zu bedachten Einkäufen. Lebensmitteldiscounter wie Aldi, Lidl, Netto und Penny erleben einen Boom.

Last-Minute-Anbieter  Urlauber verschieben in Krisenzeiten ihre Reiseplanung – wie nach den Terroranschlägen 2001. L’Tur und Bucher dürften davon 2009 profitieren.

Islamic Banking  Mit shariakonformer Geldanlage haben Muslime Fehler aus Industrieländern vermieden. In Blogs feiern sie sich nun als moralische Sieger.

Investmentfonds  Als Sondervermögen ist das Anlegervermögen in Investmentfonds vor dem Zugriff der Banken geschützt – und vor deren Pleite sicher.

Autofahrer  Die Finanzkrise hat den Ölpreis ordentlich gedrückt. Inzwischen kostet das Barrel nur noch 80 Dollar, 40 Prozent weniger als drei Monate zuvor.

HGB  Das Handelsgesetzbuch ist wieder in. Das Prinzip des vorsichtigen Kaufmanns erweist sich als krisenfester als Amerikas Bilanzierungsregeln US-GAAP.

Consultingfirmen Der Ruf der Investmentbanken als Arbeitgeber ist passé, jetzt stehen Talente bei Beratungen Schlange — vor allem MBA-Absolventen.

Die staatliche Lotterie Der unangefochtener Wett-Monopolist lebt gerade in unsicheren Perioden vom unausrottbaren Traum vom Glück.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%