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Finanzwelt im Film Wall Street 2: Geld und Gefühle

Oliver Stone lässt seine „Wall Street“-Fortsetzung vor den Kulissen der Finanzkrise spielen. Ohne die Finanzkrise und ihre Skandale um gierige Banker wäre es wohl nie so weit gekommen.

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Michael Douglas und Shia Quelle: REUTERS

„Gier ist gut" – über 20 Jahre ist es her, dass dieser Satz aus den Kinolautsprechern drang. Aussprechen durfte ihn Michael Douglas in seiner Oscarprämierten Rolle als „Wall Street"-Finanzhai Gordon Gekko. In der Fortsetzung, die ab diesen Freitag in den USA anläuft (Deutschlandstart 21. Oktober), steht dahinter ein Fragezeichen: „Ist Gier gut?" – Mit Memoiren dieses Titels meldet sich der berühmt-berüchtige Firmenjäger nach einer mehrjährigen Haftstrafe zurück.

Die nachdenkliche Haltung ist Programm. Der zweite Teil mit dem ahnungsvollen Untertitel „Geld schläft nicht" verbreitet nicht mehr den Glamour des schnellen Geldes, denn er spielt im Zeitraum des Finanz-GAUs 2008. Und Gekkos wahres Interesse richtet sich darauf, die Beziehung zu seiner Tochter neu aufzubauen – so scheint es.

Stone war nicht begeistert

Sein altes Mantra gilt indes weiterhin in Hollywood, das mit Fortsetzungen sein Geschäft befeuert. So war es verständlich, dass „Wall Street "-Rechteinhaber Twentieth Century Fox seit Jahren mit einem zweiten Teil liebäugelte. Oliver Stone, Regisseur und Co-Autor des ersten Teils, war allerdings nicht unbedingt begeistert. „Aber notfalls hätten sie das auch durchgezogen, solange Michael Douglas mit machte," meint der dreifache Oscarpreisträger („Platoon") illusionslos.

Sein eigenes Interesse kehrte dann mit dem Börsenfiasko zurück. „Ich hatte die Hoffnung, dass die für die Krise Verantwortlichen ihre wohlverdiente Strafe erhalten. Auch wenn sich die wieder zerschlagen hat, sind die normalen Zuschauer verdammt angepisst. Da gibt es eine Chance, dass sie sich für so einen Film interessieren."

Stone ließ das Drehbuch nochmal überarbeiten, konsultierte dafür Experten wie Wirtschaftsprofessor und Crash-Augur Nuriel Rubini oder Eliot Spitzer, der in seiner Zeit als Generalstaatsanwalt in New York die Machenschaften diverser Finanzinstitute aufdeckte. Die Affinität für derlei Stoffe hatte der Regisseur schon in die Wiege gelegt bekommen. Sein Vater arbeitete als Wirtschaftsexperte und Börsenmakler.

Zahlen nur Beiwerk

Allerdings sind die Zahlen laut Stone nur das Beiwerk des Films: „Im Zentrum stehen menschliche Beziehungen und Gefühle – wie auch schon im ersten Teil."

Während der Regisseur noch Werbung für sein Ökonomie-Drama macht, widmet er sich bereits größeren Schurken als Gordon Gekko. Seine zehnteilige TV-Serie „Secret History of America" dreht sich unter anderem um Hitler, Stalin und Mao.

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