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Gbureks Geld-Geklimper Aktionäre haben keine Lobby

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Manfred Gburek

Haben wenigstens Aktionäre eine Lobby? Mit Blick auf die lange Geschichte des DAI und auf seine heutigen Aktivitäten kommen Zweifel auf. 1953 als Arbeitskreis zur Förderung der Aktie gegründet und später in Arbeitskreis Aktie umbenannt, vertrat das DAI natürlich immer primär die Interessen seiner Mitglieder. Zu diesen gehörten zuletzt 123 ordentliche und 73 außerordentliche Firmen- und 82 Einzelmitglieder. Laut Hornung zielt das DAI darauf ab, „die Rahmenbedingungen der Kapitalmärkte so zu gestalten, dass die Attraktivität der Aktie als Anlage- und Finanzierungsinstrument verbessert und die Kapitalaufnahme der Unternehmen erleichtert wird“. Zu diesem Zweck gab man 2009 unter anderem 22 Stellungnahmen und Anmerkungen zu Gesetz-, Richtlinien- und sonstigen Entwürfen ab.

Und wie steht es um private Aktionäre? Nicht gerade gut, wie ein Blick zurück ins Jahr 2008 zeigt: Wegen der Finanzkrise und der purzelnden Aktienkurse ohnehin schon bedient, mussten sie danach auch noch die Kröte namens Abgeltungsteuer schlucken. Das heißt, falls sie ihre Aktien bis Ende 2008 krisenbedingt verkauft hatten und ab 2009 neu in Aktien eingestiegen sind, müssen sie – und dementsprechend auch andere Neueinsteiger - jetzt auf Kursgewinne aus den seitdem gekauften Aktien (ebenso aus anderen Wertpapieren) 25 Prozent Abgeltungsteuer zuzüglich Soli und bei Konfessionszugehörigkeit obendrein noch Kirchensteuer zahlen, macht zusammen rund 28 Prozent. Hornungs folgende Aussage klingt da wie das Eingeständnis einer Niederlage: „Wir haben die Abgeltungsteuer als Konzept immer unterstützt, uns aber zugleich gegen ihre konkrete Ausgestaltung im deutschen Steuersystem gewehrt.“ Vergebens, und das womöglich für immer.

Das hängt unter anderem damit zusammen, dass die meisten Politiker nicht über die erforderliche Wirtschaftskompetenz verfügen, wie die Frankfurter Steuerprofessorin Luise Hölscher ermittelt hat. Und Hessens Ministerpräsident Roland Koch ergänzt diese Kritik mit der klaren Aussage: „Politik ist zum Schluss keine rationale Veranstaltung.“ Ob sich das schon bis zu den höchsten Stellen der Wirtschaftsverbände herumgesprochen hat? Wohl kaum, sonst würden sie bei Gesetzesinitiativen, Anhörungen und beim Geplänkel bis zur Verabschiedung von Gesetzen viel geballter auftreten.

Wirtschaftskompetenz von Politikern: überwiegend Fehlanzeige

Tun sie aber nicht, denn es gibt kaum Interessen, die sie miteinander verbinden. Oder etwa doch? Zum Beispiel die des DAI mit dem Fondsverband BVI? Höchstens im Hinblick auf die Abgeltungsteuer in neuem Gewand, aber die ist nun mal im alten Gewand da. Oder mit den Interessen des Deutschen Derivate Verbands? Geht nicht, mokiert sich der geschäftsführende DAI-Vorstand Rüdiger von Rosen doch allzu deutlich über die Provisionssätze beim Handel mit Zertifikaten. Vielleicht mit den Ideen des Bankenverbands? Viel zu weit auseinander, seit Banker zu Verkäufern von Anlageprodukten mutiert sind. Vielleicht mit der einen oder anderen Initiative von Aktionärsvereinigungen wie DSW und SdK, wenn die sich mal wieder dazu entschließen sollten? „Kooperation nicht steigerbar“, antwortet von Rosen vieldeutig. Fazit für Anleger: Lobby vergessen, selbst über Geld nachdenken und nur danach handeln.

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