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Gbureks Geld-Geklimper

Anlegerschützer zwischen Dichtung und Wahrheit

Manfred Gburek Freier Finanzjournalist

Eine soeben erschienene Studie lässt kein gutes Haar an denen, die unter Vorspiegelung des Anlegerschutzes ihr eigenes Süppchen kochen. Dabei gerät auch der Dienst "Direkter Anlegerschutz" von Heinz Gerlach in die Kritik.

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Ein Mann geht im Schatten an Quelle: AP

Anlegerschutz – wer denkt bei diesem Wort schon an etwas Anrüchiges oder sogar Böses? Schließlich haben sich ihm, so scheint es, ganze Heerscharen von Rechtsanwälten, Gutmenschen, öffentlichen und privaten Vereinigungen verschrieben, nicht zu vergessen Verbraucherzentralen und die zuständige Bundesministerin Ilse Aigner, „die Kämpferin im Lobbygeflecht von Bauern und Bankern“ (Handelsblatt). Und dennoch, effektiven Anlegerschutz gibt es in Deutschland nicht, was ja allein schon die peinliche Diskussion um das Beratungsprotokoll zeigt, das Banker für Kunden ausfertigen sollen, aber immer noch nicht so genau wissen wie.

Kein Wunder, dass sich da Personen und Institutionen als Anlegeschützer aufmandeln, die offenbar noch etwas anderes im Sinn haben. Der Wirtschaftswissenschaftler und Finanzmathematiker Werner Siepe aus Erkrath hat im Auftrag der VERS Versicherungsberater-Gesellschaft aus Berlin einige Dutzend von ihnen unter die Lupe genommen und in der Studie „Anlegerschützer zwischen Dichtung und Wahrheit“ fünf als besonders kritikwürdig herausgestellt: Bund der Verbraucher, Bund der Sparer, Der Freie Berater, Direkter Anlegerschutz und GoMoPa. Dazu eine ganze Reihe von Anlegerschutzvereinen, die nach Siepes Recherchen unter falscher Flagge tätig sind.

„Der Kunde hat keine Chance“

Siepe ist 68 Jahre alt, wohlhabend, unabhängig und Autor mehrerer Bücher, von denen „Erfolgreicher Haus-Verkauf von Privat oder über Makler“ soeben in 9. Auflage erschienen ist. Sein Status erlaubt es ihm, mit sogenanten Anlegerschützern hart ins Gericht zu gehen. Wie mit Heinz Gerlach, der von Oberursel aus einen Dienst betreibt, der sich „Direkter Anlegerschutz“ nennt und seinerseits mit Anbietern von Kapitalanlagen am grauen Markt (geschlossene Fonds, Beteiligungen usw.) hart ins Gericht geht. Wo also ist das Problem? Dazu nennt Siepe unter anderem das folgende Beispiel: „Gerlach bietet Initiatoren auch eine wirtschaftliche Prospekt-Vor-Untersuchung für 12.500 Euro an. Dieser Service ist umstritten, da sich dadurch Abhängigkeiten zu den später im Anlegerschutz-Report beurteilten Anlageangeboten und Unternehmen ergeben könnten.“ Darüber hinaus biete Gerlach eine „anlegerorientierte Unternehmensberatung“ an, was „seine Rolle als selbsternannten Anlegerschützer bis heute höchst zweifelhaft“ erscheinen lasse.

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