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Gbureks Geld-Geklimper

Beim Öl braut sich was zusammen

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Manfred Gburek

Bisher verliefen alle Ölkrisen seit der ersten im Jahr 1973 (damals mit dem autofreien Sonntag in Deutschland), so unterschiedlich ihre Ursachen – oder was man dafür hielt – auch gewesen sein mögen, nach demselben Schema: Jedes Mal genügte eine marginale, entweder von der Opec bewusst inszenierte, durch politische Unruhen zustande gekommene oder von Spekulanten manipulierte geringe Fehlmenge, um den Ölpreis nach einem ohnehin schon beachtlichen Anstieg nochmals kräftig in die Höhe schießen zu lassen. Und jedes Mal danach kam es zur Abkühlung der Konjunktur, besonders in den westlichen Industriestaaten.

Dieses Mal wird es nicht anders sein, allerdings intensiver. Dazu trägt neben der schnellen kräftigen Konjunkturerholung in Europa nach dem Krisenjahr 2008 zunächst zweifelsohne die hohe Ölnachfrage aus China bei. Darüber hinaus steigt der Diesel- und Benzindurst weltweit mit jedem Auto, das in Deutschland, Japan, den USA, Korea, China und sonst wo von den Bändern rollt. Da können Audi, BMW & Co. noch so viele Spritsparer ins Rennen schicken, die Amis mit ihren Straßenkreuzern werden den Spareffekt schon irgendwie kompensieren.

Was den Ölpreis gerade jetzt so gefährlich macht, ist nicht nur sein Anstieg als solcher, die damit verbundene Gefahr für die Konjunktur, die hohe Nachfrage aus China, die Abhängigkeit vom unruhigen Nahen Osten, woher nach wie vor das meiste Öl stammt und weiter stammen wird, die weltweit auf Touren gekommene Autoproduktion und die besonders in den USA auf den Autoverkehr ausgerichtete Infrastruktur. Gefährlich sind vor allem auch die starken Preisschwankungen, die sich nicht allein mit den hier genannten Faktoren erklären lassen, sondern vielfach den Eindruck erwecken, als seien sie von magischen Kräften herbeigeführt.

Nehmen wir nur die Entwicklung seit 1999. Damals – man mag es kaum glauben – lag der Ölpreis zeitweise bei nur 10 Dollar, obwohl die Konjunktur sich recht ordentlich entwickelte. Was ihn aber nicht hinderte, bis 2001 auf über 30 Dollar zu steigen, und das bei abflauender Konjunktur. Ein Jahr später landete er trotz internationaler Krise bei 20 Dollar, ohne weiter zu fallen. Danach machte er sich unter Schwankungen auf den Weg bis 145 Dollar im Sommer 2008 und stürzte dann innerhalb von nur einem halben Jahr auf 40 Dollar ab.

Anleger können vom Öl profitieren

Die starken Preisschwankungen, vor allem seit 2008, zeugen unzweifelhaft davon, dass die Marktteilnehmer sich der Endlichkeit der weltweiten Ölreserven bewusst sind und dass sie dementsprechend immer nervöser reagieren. Während die Autobosse in hohen Absatzzahlen schwelgen und sich für ihre Spritsparer vom ADAC beglückwünschen lassen, gerät anscheinend in Vergessenheit, dass jeder Liter an verbrauchtem Sprit, nicht zu vergessen auch Heizöl, ein für allemal weg ist. Um das, was weg ist, zu ersetzen, bedarf es riskanter, extrem teurer Abenteuer mithilfe von Bohrplattformen, die – wie bei BP im Golf von Mexiko – schon mal explodieren können oder – wie bei Petrobras weit weg vor der brasilianischen Küste – im Atlantik Öl aus inzwischen sieben Kilometern Tiefe fördern.

Anleger, die auf der Ölwoge mitschwimmen und es dabei etwas gemächlicher zugehen lassen wollen, legen ihr Geld in Aktien von Royal Dutch, Total, Chevron und Exxon Mobil an, wobei Letztere ein Phänomen sind: Der weltweit führende US-Ölmulti hat zwar hin und wieder seinen Namen geändert, aber er zahlt seit 125 Jahren ununterbrochen Dividende. Wem dagegen das Gemächliche weniger und die Spekulation mehr liegt, investiert entweder in Aktien von Ölsuchern wie Schlumberger und Halliburton oder lässt sich von Fonds und deren Aktien inspirieren, die sich im Internet beispielsweise über onvista.de mit dieser Klickfolge finden lassen: oben Fonds, linke Spalte Performance-Ranglisten, Fondstyp Branchenfonds, Anlageschwerpunkt Energieaktien, Suche starten, unter Top-Holdings Aktien aussuchen.

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