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Gbureks Geld-Geklimper

Blasenwirtschaft, nächste Runde

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Ein Plastikbulle auf dem Quelle: dapd

Etwas anders sieht es beim Silber aus, das zuletzt im Gegensatz zum Gold nicht wieder einen neuen Höchstpreis erreicht hat und jetzt auf tieferem Preisniveau gewissermaßen einen neuen Anlauf zum nächsten Sprung nach oben nimmt. Wer Silbermünzen und -barren besitzt, hat im Regelfall sieben bzw. 19 Prozent Mehrwertsteuer gezahlt. Insofern ist mittels Trading praktisch nichts zu gewinnen. Dieses bleibt weitgehend den Profis überlassen, die sich am Derivatemarkt tummeln.Dagegen seien private Anleger nochmals auf die hier in der vorigen Woche genannten Gold- und Silberaktien hingewiesen, die sich auch fürs Trading bestens eignen.

Eine zurzeit unter Anlegern besonders viel diskutierte Frage ist, ob wir es beim Goldpreis nicht schon mit einer Blase zu tun haben. Doch was ist eine Blase? Offenbar wird stillschweigend unterstellt, jeder starke Preisanstieg sei eine Blasenbildung. Ebenso gut hätte man bereits Mitte der 90er Jahre behaupten können, US-Aktien, speziell aus dem Sektor Technologie (Microsoft, Cisco Systems und viele andere), wären nach einigen hundert Prozent Kursgewinn aufgeblasen gewesen. Die meisten von ihnen erreichten ihre Höchstkurse jedoch erst Anfang 2000, nachdem sie vorher aus Anlass von zwei Krisen 1997 (Asienkrise) und 1098 (Krise des Hedgefonds LTCM) kräftig durchgeschüttelt worden waren.

Goldpreis mit weiterem Potenzial

Um es auf den Punkt zu bringen: Nicht Goldpreise um 1800 Dollar bilden eine Blase, sondern die Staatsschulden: Wenn die USA, wie gerade wieder geschehen, ihre Schuldengrenze zum 94. Mal anheben, erscheint der Vergleich mit einer Blase durchaus berechtigt. Und wenn das Duo Merkel/Sarkozy eine von der Verfassung getragene Schuldenbremse – und sei es nur in Deutschland und Frankreich - etablieren will, handelt es sich um eine von den üblichen Sprechblasen aus Politikermund. Mit so einer Blase ist die europäische Schuldenblase indes nicht zu bekämpfen.

Die Blasenwirtschaft der Staaten und Zentralbanken wird anhalten, so viel ist den allgemein zugänglichen Statistiken zu entnehmen und damit sicher. Wie viel davon der Goldpreis schon vorweggenommen hat, lässt sich nur vermuten. Sicher noch nicht alles, sonst wären seine zwischenzeitlichen Abwärtsreaktionen ausgeprägter.

Eine genaue Goldpreisprognose abzugeben, ist unmöglich, wenn es darum geht, sie mit einer einzigen Zahl zu unterlegen, also beispielsweise 2000 oder 3000 Dollar. Aber das Bewusstsein, dass es bis auf Weiteres vor allem wegen der internationalen Schuldenkrise noch genug Preispotenzial nach oben gibt, ist ja auch nicht schlecht.

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