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Gbureks Geld-Geklimper

Die Deutschen legen ihr Geld falsch an

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Geht man nach der Statistik zum Geldvermögen, legen die Deutschen ihr Geld also falsch an. Doch  sie verfügen ja noch über Immobilien. Oder besser gesagt: Etwa die Hälfte der Deutschen – die Statistiken gehen ein wenig auseinander – besitzt Immobilien an guten oder schlechten Standorten, mit mehr oder weniger Fremdkapital finanziert. Die meisten von diesen Immobilien dürften nur schwer liquidierbar sein, sei es, weil sie nach individuellen Kriterien gebaut oder gekauft wurden, sei es, dass ihre Standorte nicht gerade zu einem Käuferansturm führen. Abgesehen von der Minderzahl leicht liquidierbarer Häuser und Wohnungen dürfte die direkte Geldanlage in Immobilien folglich – wenn schon nicht von Grund auf falsch – zumindest problematisch sein. Für indirekte Immobilienanlagen in Fonds und Aktien gelten andere, in erster Linie spekulative Kriterien.

Die Lösung des Problems

Über das alles in allem falsche, vorwiegend auf Papiergeldanlagen mit starkem langfristigem Schwerpunkt und auf nach individuellen Kriterien erstandene Immobilien ausgerichtete Anlageverhalten der Deutschen wurde schon viel lamentiert. Doch worin besteht die Lösung? Aktien? Wegen Doppelbesteuerung diskriminiert und durch die Abgeltungsteuer seit 2009 stark beschädigt. Fonds? Ob offen oder geschlossen, am meisten verdienen an ihnen die Initiatoren, Banken, Sparkassen und freien Vermittler. Zertifikate? Als Anleihen von Banken nicht vor deren Pleiten geschützt. Edelmetalle? Im Prinzip ja, aber keine Quelle von laufenden Erträgen, sondern nach dem fulminanten Preisanstieg seit 2001 vor allem ultimativer Schutz vor internationaler Schuldenwirtschaft und Geldentwertung.

Ziele definieren

Die Lösung kann, so viel steht fest, nur aus einem Postulat bestehen, wie ich es an dieser Stelle schon mehrfach empfohlen habe: Eigenen Finanzstatus erstellen, individuelle Ziele definieren, den Lebenszyklus beachten (zum Beispiel im jungen Alter viele Chancen wahrnehmen und größere Risiken eingehen als nach der Familiengründung), zwar fachlichen Rat einholen, aber über alle Geldanlagen selbst entscheiden, immer das Timing beachten, das Vermögen nach individuellen Kriterien streuen und eine eiserne Reserve vorhalten, die aus Tagesgeld auf zwei bis drei Konten, aus Bargeld zu Hause, gängigen Goldbarren, Gold- und Silbermünzen, einem ordentlichen Lebensmittelvorrat – und aus soliden persönlichen Beziehungen bestehen sollte, idealerweise familiären, freundschaftlichen, beruflichen und möglichst auch internationalen.

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