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Gbureks Geld-Geklimper

Die Zeiten werden noch unruhiger

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Manfred Gburek

Man braucht indes nicht erst an böse Geister zu denken, die sich womöglich gegen den Euro verschworen haben, um auf die Ursachen der aktuellen Euro-Krise zu kommen. Entscheidend waren vielmehr die Beschlüsse von Maastricht. Dort einigten sich im Dezember 1991 die Vertreter von zwölf europäischen Regierungen „auf die Entmachtung der Deutschen Bundesbank und die Abschaffung der Deutschen Mark“, schrieb später der Chronist Bruno Bandulet. Die deutschen Vertreter konnten damals nicht ihre Forderung nach einer politischen Union durchsetzen. So blieb es bei der Währungsunion samt ihren Schwächen wie den Kohäsionsfonds mit Transfers von reichen zu armen Ländern. Das nimm sich nachträglich wie eine Einladung zur Spekulation gegen den Euro aus – zu Lasten Deutschlands. Seinerzeit kommentierte die französische Zeitung Le Figaro in Anspielung auf die Deutschland nach dem 1. Weltkrieg aufgebürdeten unerfüllbaren Bedingungen: „Versailler Vertrag ohne Krieg“.

Die jetzigen parteiübergreifenden Versuche deutscher Politiker, die Schuld an der aktuellen Euro-Misere auf die Spekulanten zu schieben, wirken linkisch und lächerlich. Zur Begründung einer höheren Mehrwertsteuer oder sogar zur Erhebung der Pkw-Maut werden sie jedenfalls nicht ausreichen. Wahrscheinlich kommt da die Forderung des EU-Währungskommissars Olli Rehn nach mehr Haushaltsdisziplin der Euro-Länder wie gerufen. Mit dem Verweis darauf ließe sich den deutschen Bürgern die eine oder andere fiskalische Gräueltat eventuell doch noch verkaufen.

Dennoch wird Deutschland nicht herumkommen, auch weitere Anleihen zu platzieren. Denn zum einen ist es nicht mehr möglich, sich der Euro-Transferunion zu entziehen, zum anderen gibt es die Europäische Zentralbank, die sich offenbar zum unbegrenzten Kauf von Anleihen der Euro-Länder verpflichtet hat. Und wenn auch das nicht ausreicht, können ja noch steuerbegünstigte Anleihen aufgelegt werden, die dann die schon immer auf Steuerersparnisse fixierten deutschen Anleger besonders gern kaufen dürften.

Die Spekulanten werden nicht locker lassen

Wären da nicht die Verstopfungen an den gängigen Anleihemärkten. Der zurzeit populäre US-Ökonom Kenneth Rogoff malt denn auch die weiteren Konsequenzen so aus: Eines Tages kommt es wieder mal zu einer Rezession. In deren Gefolge übernimmt der Staat noch mehr private Schulden als bisher und verschuldet sich dadurch in einem Ausmaß, das kein Zurück mehr zulässt. Was Politiker dagegen unternehmen sollten, verrät Rogoff nicht. Vielleicht fällt den deutschen Politkern deshalb nichts anderes ein, als vor allem auf den Spekulanten herumzuhacken. Die ziehen sich allerdings immer wieder geschickt in Steueroasen zurück, zu denen ja nicht nur die Bermudas oder Singapur gehören, sondern de facto auch London und die Kanalinseln. Die Spekulanten werden nicht locker lassen, bis sie nach dem Euro weitere Währungen an die Wand spekuliert haben. Dafür bieten sich als Nächste in beliebiger Reihenfolge Dollar, Pfund und Yen an. Ohne Zweifel, die Zeiten werden noch unruhiger.

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