WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen
Gbureks Geld-Geklimper

Geldwerte im Abseits, Sachwerte in Schwung

Seite 2/2

Für ihre Geldanlagen sollten Anleger stets versuchen, die besten Zinsen zu angeln Quelle: fotolia

Wenn Geld in Form von Geldwerten seine Wertaufbewahrungs-Funktion allmählich verliert, weil die Kaufkraft des Papiergeldes (Synonym für Sparkonten, Anleihen usw.) schwindet, sind zwei Konsequenzen denkbar: Die Zentralbank schreitet ein, indem sie zum Beispiel den Leitzins erhöht; und/oder Anleger suchen sich etwas anderes zur Wertaufbewahrung aus, indem sie ihr Geld etwa in Immobilien, Edelmetalle, Kunstwerke und andere Gegenstände investieren, von deren Werthaltigkeit sie überzeugt sind, sprich sog. Sachwerte. In der Vergangenheit gab es sogar Phasen, in denen solche Investitionen mit Zinserhöhungen zusammentrafen. Man denke nur an die 70er Jahre.

Danach sorgte Paul Volcker, der ehemalige Chef der US-Notenbank Fed, mit massiven Zinserhöhungen für mehr Vertrauen in den Wert des Dollars und damit generell in Geldwerte. Andere Notenbanker halfen ihm dabei nach Kräften. Zu Beginn der 80er Jahre gewann Volcker das Vertrauen endlich zurück. Ein Modell für heute? Schwerlich, denn die US-Wirtschaft ist immer noch nicht aus dem Tal herausgekommen, sodass jede Zinserhöhung Gift für sie wäre. Und was die Euro-Zone betrifft, so hat sie ein spezifisches Problem: Zwar kann die deutsche Wirtschaft inzwischen höhere Zinsen verkraften, aber damit bleibt sie ziemlich allein. Dagegen würden fast alle übrigen Euro-Länder mit einem größeren Zinsanstieg hart bestraft.

Schutz vor Inflation durch Sachwerte

Wenn also massive Zinserhöhungen durch Zentralbanken zur Wiederherstellung des Vertrauens in Geldwerte, abgesehen von kosmetischen Operationen, aus Rücksicht auf die Konjunktur nicht infrage kommen, werden Anleger daraus ihre Konsequenzen ziehen und auch in Zukunft Sachwerte bevorzugen. Dazu gehören nach bisherigen Erfahrungen vornehmlich Gold in Form von Barren und Anlagemünzen (zum Beispiel der zurzeit mit einem kleinen Abschlag gehandelte südafrikanische Krügerrand), gängige Silbermünzen in größeren Stückelungen (wie Australiens Kookaburra) und zur Abrundung für Anleger, die es sich leisten können, leicht wieder liquidierbare Eigentumswohnungen oder Häuser an Top-Standorten (keine Kompromisse!).

Steigende Rohstoffpreise wären Inflationsschutz

Daran wird sich auch nichts ändern, selbst wenn die Edelmetallpreise neue Rekorde brechen und die Immobilienpreise in München oder Hamburg weiter steigen. Das wäre dann ja, außer der späteren ultimativen Übertreibung, nichts anderes als die Bewahrung der Kaufkraft, sprich, der Schutz vor Inflation. Wobei Gold und Silber den unschätzbaren Vorteil bieten, schnell liquidierbar zu sein. Natürlich gibt es noch zig weitere Varianten, wie man sich vor Inflation schützen kann, etwa mit Rohstoffen aller Art und zu gegebener Zeit auch mit Aktien. Doch im ersten Fall bleibt das Geschäft weitgehend den Profis vorbehalten, während Laien allzu oft über den Tisch gezogen werden. Im zweiten Fall ist das Timing besonders wichtig, und beim derzeitigen Stand der Kurse erscheint es nicht ideal. Bessere Kaufzeiten werden indes auch hier kommen.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%