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Gbureks Geld-Geklimper

Heiße Aktien, kühler Kopf

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Figuren von Bulle und Bär vor Quelle: dapd

Für Privatanleger hat das alles noch einen zusätzlichen positiven Effekt: Sie drehen die Not der Fondsmanager zu ihren Gunsten um, indem sie seelenruhig so lange mit ihren Verkäufen warten, bis das Geldschütten seine Wirkung auf hohem Kursniveau voll entfaltet hat. Und später, wenn der Geldentzug für immer mehr Kursdruck sorgt, warten sie Ausverkaufskurse ab. Die große Kunst besteht allerdings beide Male darin, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen und sich nicht von der Hochstimmung anstecken zu lassen, wenn die Kurse oben stehen, oder vom Stimmungstief, nachdem sie kräftig gefallen sind, wobei es dann auch noch auf die richtige Aktienauswahl ankommt.

Der Dax prallt ab

So weit die wichtigsten grundsätzlichen Überlegungen. Nun einige Beispiele: Die Aktien von Siemens, BASF, VW, BMW und Daimler gehören nach ihrem zum Teil sehr starken Kursanstieg vom Timing her eher zu den potenziellen Verkaufskandidaten, denn zuletzt hat jede noch so positive Nachricht sie nicht besonders stimuliert, in dem einen oder anderen Fall sogar zu verstärkten Gewinnmitnahmen geführt. Das schließt nicht aus, dass etwa auch die beiden Bankaktien Deutsche Bank und Commerzbank verkaufenswert sind, wenngleich aus anderen Gründen. Welches Timing in all diesen Fällen optimal ist, lässt sich zwar nicht abschließend begründen; aber das häufige Abprallen der Kurse nach unten, sobald ein bestimmtes Niveau erreicht ist, spricht eher für einen frühen Verkauf.

Viel positive Phantasie

Folgerichtig dürften die genannten Dax-Schwergewichte, falls die positiven Nachrichten aus den Unternehmen an der Börse weiterhin so wenig stimulieren wie bisher, den Dax nach unten ziehen, danach auch MDax und Sdax. Alle drei Indizes enthalten Aktien, die nur geringfügig oder gar nicht dem bisherigen Aufwärtstrend der Indizes gefolgt sind, zum Beispiel Eon und RWE im Dax, Deutsche Euroshop und SGL Carbon im MDax, Air Berlin und DIC Asset im SDax. Diese Aktien jetzt zu kaufen, da die allgemeine Börsenstimmung nach unten zu kippen droht, wäre zwar verkehrt. Aber jede von ihnen birgt neben den – in den Kursen zum Teil bereits enthaltenen - negativen Einflüssen so viel positive Phantasie, dass es sich lohnen dürfte, ihre Kurse von nun an ins Visier zu nehmen und später bei niedrigeren Kursen mit Käufen zu beginnen.

Zur Phantasie: Substanz bei Eon und RWE, hohe Deutsche Euroshop-Dividendenrendite, BMW und VW als SGL Carbon-Großaktionäre, Air Berlin als Übernahmekandidat oder Turnaround, lukrative Gewerbeimmobilienprojekte von DIC Asset. Wie überbrückt man, abgesehen vom Verfolgen der Kurse, die Zeit bis zum ersten Einstieg mental, ohne sich zu früh zu Käufen hinreißen zu lassen? Erstens, indem man sich über die eigene Cash-Position freut, wenn die Kurse fallen. Und zweitens, indem man sich klar macht, dass das Verpassen des Kursanstiegs von zwei oder drei Aktien in Anbetracht der riesigen Auswahl an später kaufenswerten Aktien – nicht nur der hier genannten – mental locker zu verkraften ist.

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