WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen
Gbureks Geld-Geklimper

Lieber Immobilienaktien als Ärger mit Mietern

Manfred Gburek Freier Finanzjournalist

Die Mieten steigen. Davon wollen Anleger profitieren. Doch der direkte Immobilienkauf birgt Tücken. Am Ende erweisen sich ausgesuchte Immobilienaktien als beste Wahl.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Ein Arbeiter bringt Quelle: dpa/dpaweb

Wenn die Deutschen und unter ihnen speziell die Anleger Inflation wittern, geraten sie regelmäßig in helle Aufregung. Das haben seltsamerweise die schon lange zurückliegenden Jahre 1923 und 1948 so mit sich gebracht, als erst die Mark und dann die Reichsmark auf einmal nichts mehr wert waren; die passenden Geschichten dazu werden ja bis heute weiter gesponnen. Wenn allerdings Immobilienmakler die Anleger mit dem abgedroschenen Spruch zu beglücken versuchen, nichts schütze sie besser vor Inflation als die im Maklerjargon zum Betongold geadelte Mischung aus einem Flecken Erde, aus Steinen und Zement, beruhigen die Anleger sich wieder – und machen mit dem Kauf von Mietshäusern unter Umständen den größten Fehler ihres Lebens.

Anlass zur Aufregung gaben zuletzt die Ergebnisse einer Studie des auf Immobilien spezialisierten Beratungsunternehmens Empirica. Danach waren die Wohnungsmieten auf Jahresbasis per 30. Juni 2010 im Durchschnitt zum ersten Mal seit vielen Jahren beachtlich, in einigen Metropolen sogar im zweistelligen Prozentbereich gestiegen. Das löste ein gewaltiges Medienecho aus. Die höchsten Mietsteigerungen gab es in Köln und Bonn mit plus zwölf Prozent, in Düsseldorf mit plus 13 Prozent und in Berlin mit plus 14 Prozent. Da wurde allzu leicht übersehen, dass einige Minuszeichen auch nicht ohne waren: Kiel minus 4 Prozent, Hamm und Magdeburg minus 6 Prozent, Hof minus 17 Prozent. Also eigentlich nur einmal mehr die Bestätigung für das entscheidende Kriterium zum Immobilienkauf (in diesem Fall bezogen auf Städte): Lage, Lage, Lage.

Attacken gegen Vermieter

Warum dann die ganze mediale Aufregung? Zwei Antworten bieten sich an: 1. Deutschland ist mehrheitlich immer noch ein Land von Mietern, und die bilden nun mal eine zahlenmäßig bedeutende Wählergruppe. Folglich führt jede Mieterhöhung oder – wie im vorliegenden Fall - die Veröffentlichung von Empirica zu einem Sturm der künstlichen Entrüstung von Politikern, die am liebsten alle Vermieter enteignen würden. 2. Teile von Großstädten wie Köln und erst recht Berlin, wo der Anteil der Mieter im Vergleich zu den Eigennutzern besonders hoch ist, bilden soziale Brennpunkte, in denen immer wieder Emotionen hochkochen. Dann geht es nicht mehr um die Frage, ob der örtliche Mietspiegel die Realität wiedergibt oder ob das Hartz IV-Geld reicht, sondern nur noch um Remmidemmi wie einst bei den Frankfurter Häuserkämpfen.

Inhalt
  • Lieber Immobilienaktien als Ärger mit Mietern
Artikel auf einer Seite lesen

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%