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Gbureks Geld-Geklimper

Warum Anleger gerade jetzt auf Nummer sicher gehen sollten

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Manfred Gburek

Denn abgesehen von Quelle und ein paar anderen spektakulären Insolvenzen: Eine Rezession mit so wenigen Pleiten, wie Deutschland sie bisher erlebt hat, wäre keine Rezession – gäbe es da nicht die Fünf vor dem Komma beim dramatischen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr. Machen wir uns nichts vor, das Schlimmste steht uns noch bevor.

Zweites Zwischenfazit: Anlegern bleibt keine andere Wahl, als auf Nummer sicher zu gehen. Das heißt zum einen, Kasse (Tages- und Festgeld bei verschiedenen Instituten mit voller Einlagensicherung) vorzuhalten, in Bundesanleihen und anderen Bundespapieren engagiert zu bleiben bzw. in sie zu investieren sowie physisches Gold und Silber (Anlagemünzen und Barren) als ultimativen Schutz vor der Zuspitzung der Krise zu horten. Zum anderen gilt es noch etwas zu beachten, was den meisten Anlegern so direkt nicht bewusst ist: Die langfristige Bindung des angelegten bzw. anzulegenden Geldes vermeiden.

Trügerischer Cost Average-Effekt

Der letzte Punkt lässt sich an zwei Beispielen festmachen: Kapital- oder fondsgebundene Lebensversicherung und Cost Averaging mit Fonds. Beispielsweise bekleckert sich der Versicherungsverband GDV nicht gerade mit Ruhm, wenn er auf seiner Internetseite die „Mischung und Streuung“ der Anlagen von Kapitallebensversicherungen über mehrere Kategorien hervorhebt. Das Gegenteil ist der Fall, denn es handelt sich um eine festverzinsliche Mixtur mit einem bedenklichen Schwerpunkt auf Bankpapieren.

Zu Fondspolicen fällt dem GDV außer viel Blabla noch der Cost Average-Effekt ein, der darauf hinausläuft, dass Anleger bei niedrigen Fondspreisen viele und bei hohen wenige Anteile kaufen. Das ist auch ein beliebtes Argument des Fondverbandes BVI. Der Effekt funktioniert allerdings nur dann zugunsten der Anleger, wenn die Fondspreise die V- oder eine dem V ähnliche Formation bilden. Ist das V dagegen umgedreht, wie etwa in den Jahren 2001 und 2002, verpufft der Effekt, ja er kehrt sich bei Auflösung des Engagements zu einem ungünstigen Zeitpunkt sogar ins Gegenteil um.

Abschließendes Fazit: Wie beschrieben stur auf Nummer sicher gehen und Finger weglassen von langfristigen Anlagen, die Geld für viele Jahre binden! Die Sicherheitsstrategie führt zwar nicht unmittelbar zu sichtbaren Erfolgen, wie das etwa bei gelungenen Aktientransaktionen der Fall ist. Aber die Genugtuung, über einen hohen Bestand an Tages- und Festgeld, leicht liquidierbaren Bundespapieren und Edelmetallen zu verfügen, während die meisten anderen Anlagen Verluste bringen und die Krise in die nächste Phase über geht, wiegt die anfängliche Enttäuschung über möglicherweise hier und da entgangene Gewinne später mehr als auf.

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