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Gbureks Geld-Geklimper

Wohin mit den liquiden Mitteln?

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Manfred Gburek

Eine in diesem Zusammenhang oft gestellte Frage lautet: Lohnt sich wegen der zurzeit geringen Inflation überhaupt schon der Kauf von inflationsgeschützten Anleihen (lange Laufzeit) oder Obligationen (mittlere Laufzeit)? Und eine weitere Frage, die sich unmittelbar anschießt: Ist das in solchen Anleihen angelegte Geld überhaupt noch sicher, wenn die Inflationsraten irgendwann zweistellig sein werden?

Die erste Frage lässt sich leicht beantworten: Wer die heute üblichen Minizinsen leid ist und höhere Zinsen anstrebt, ohne dafür die Ausfallrisiken hochverzinslicher Schrottanleihen in Kauf nehmen zu wollen, trifft mit zurzeit umlaufenden inflationsgeschützten Bundesanleihen, Restlaufzeit bis 2016, und mit inflationsgeschützten Bundesobligationen, Restlaufzeit bis 2013, sicher eine vernünftige Wahl. Bei längeren Restlaufzeiten, beispielsweise bis 2020, ist dagegen schon Vorsicht angebracht – was zur Antwort auf die zweite Frage führt: Da Inflationsraten in der Regel nicht von heute auf morgen nach oben schießen, sondern zunächst schleichend und erst danach immer heftiger steigen, dürfte der rechtzeitige Ausstieg dank der eingangs zitierten Liquiditätsvorsorge des Bundes für den Sekundärmarkt problemlos gelingen.

Staatsschulden erst später ein Problem

Eine weitere, ebenfalls oft gestellte Frage betrifft die Staatsschulden: Sind Bundesanleihen und -obligationen überhaupt noch sicher, wenn der Bundeshaushalt vor lauter Schulden aus den Nähten platzt? Anleihen mit langen Restlaufzeiten (egal, ob mit oder ohne Inflationsschutz) bestimmt nicht, weil ihre Kurse – besonders die der nicht inflationsgeschützten Anleihen – dann in den Keller gehen werden. Da Staatsschulden sich aber ähnlich schleichend aufbauen wie Inflationsraten und erst zu einem späteren Zeitpunkt außer Kontrolle geraten, dürften inflationsgeschützte Bundesobligationen mit einer Restlaufzeit bis 2013 sicher und inflationsgeschützte Bundesanleihen mit einer Restlaufzeit bis 2016 zumindest mit großer Wahrscheinlichkeit noch nicht von der kommenden Schuldenblase betroffen sein. Immerhin haben wir in Deutschland längst keine griechischen Verhältnisse, sondern ein Bruttoinlandsprodukt, das die Staatsverschuldung in diesem Jahr 1,3-mal übertrifft. Das wird zwar nicht mehr jahrelang so bleiben, spricht aber nicht gegen das Parken liquider Mittel in den genannten Papieren mit Inflationsschutz.

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