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Gbureks Geld-Geklimper

Zinswende: Die Folgen für Anleger und Kreditnehmer

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Manfred Gburek

Steigende Zinsen sind Gift für Aktienkurse, so steht es in den gängigen Anleitungen zur Geldanlage. Unter dem Strich stimmt das. Doch zwischenzeitlich können Aktien auch während eines Zinsanstiegs vorpreschen, etwa wenn viele Anleger – wie aktuell – zum einen noch nicht an die Zinswende glauben, zum anderen vom gerade bekannt gegebenen Wirtschaftswachstum für 2010 in Höhe von 3,6 Prozent ganz beduselt sind. Zinsen bedeuten für Unternehmen Kosten. Steigen sie 2011, wird sich das nach außen frühestens in den Jahresabschlüssen für dieses Jahr bemerkbar machen, deren Veröffentlichung Anfang 2012 ansteht.

Die Pendelbewegungen der Börsenbarometer, wie Dax und Dow Jones, spiegeln bei insgesamt leichtem Aufwärtstrend Konjunkturhoffnungen und Zinsängste wider. Mal überwiegen die einen, mal die anderen, sodass ein nachhaltiger Kursausbruch nach oben nicht zustande kommt. Er rückt in immer weitere Ferne, je mehr die Euro-Länder mit ihren hochverzinslichen Anleihen die Unternehmen vom Kapitalmarkt verdrängen. Das ist für 2011 so gut wie programmiert, weil die Emissionswünsche der Länder die der Unternehmen um ein Vielfaches übertreffen. Mit Aktien ist also nur noch bei flexibler Anlagestrategie selektiv Geld zu verdienen, etwa – wie hier vor einer Woche beschrieben – mit substanzstarken Aktien, die eine hohe Dividendenrendite abwerfen, nebst Gold und Silber in Form von Münzen und Barren auch mit Edelmetallaktien, weil sie weiterhin international als Substanzwerte geschätzt werden,  und mit japanischen Blue Chips, weil in Japan zunehmend der Staat als potenter Aktieninvestor auftritt. Das alles gilt auch für die relativ wenigen entsprechend ausgerichteten Aktienfonds, während die Masse der Aktienfonds keine Anlage mehr wert ist.

Mit langlaufenden Krediten eindecken!

Kreditnehmer sind gut beraten, sich so schnell wie möglich zu den insgesamt immer noch sehr günstigen Konditionen mit Krediten einzudecken und hierbei lange Laufzeiten zu vereinbaren. Das gilt im Besonderen auch für Baufinanzierer, speziell für solche, die auf weiter sinkende Zinsen hoffen. Diese Hoffnung dürfte sich nicht nur wegen der allgemeinen Zinswende im Jahr 2011 als trügerisch erweisen, sondern noch aus einem anderen Grund: Nicht von ungefähr sagt man den Kreditinstituten nach (vor allem solchen aus dem Lager der Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken), dass sie 2010 massiv Fristentransformation betrieben, also die reichlich sprudelnden kurzfristigen Einlagen der Sparer für langfristige Bau- und sonstige Kredite verwendet haben.

Dieses Geschäft erscheint für eine begrenzte Zeit hochrentabel, wenn man die derzeitige Differenz zwischen dem mickrigen Dreimonatszins für Einlagen und dem höheren Zehnjahreszins für Bundesanleihen vergleicht: Sie beträgt etwa zwei Prozentpunkte. Da machen Zinsspannen von drei Prozentpunkten und mehr im Baukreditgeschäft so richtig Laune. Aber eben nur für eine begrenzte Zeit. Denn sobald die kurzfristigen Zinsen zu steigen beginnen, wird die Differenz immer kleiner, und am Ende kehrt das Geschäft sich ins Gegenteil um. Auf dem Weg dahin endet die Bereitschaft der betreffenden Institute, überhaupt noch Baukredite zu vergeben.

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    Zinswende plus Inflation?

    Gelten die bisherigen Ausführungen auch für den Fall, dass die Inflationsrate steigt? Im Prinzip ja. Langlaufende Anleihen, klassische Rentenfonds und Lebensversicherungen werden dann noch mehr an Wert verlieren, substanzstarke Aktien unter Schwankungen möglicherweise etwas mehr zulegen als bei niedriger Inflationsrate und langfristige Kredite einen zusätzlichen Vorteil bringen, weil sie später mit um die Inflationsrate entwertetem Geld zurückgezahlt werden. Ob dann Immobilien als Schutz vor Inflation taugen, hängt von der Nutzungsart und darüber hinaus so vielen spezifischen Faktoren ab, dass diesem Thema hier bei nächster Gelegenheit ein ganzer Beitrag gewidmet wird.

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