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Geldanlage-Beratung Wenn Banker die Verbraucherschützer testen

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Im Fall der Münchener Verbraucherzentrale wäre ein Protokoll allerdings auch nützlich gewesen. Denn damit ließe sich im Nachhinein die Kritik der Volksbank leichter kontern. So macht der Testkauf der Bayern unter den Volksbanken die Runde und sorgt für Schadenfreude. „Wein predigen, Wasser verkaufen“, hämt das Verbandsblatt der bayerischen Genossenschaftsbanken. Zumal es nicht das erste Mal ist, dass die Beratungsqualität einzelner Verbraucherzentralen in der Kritik steht. Das Hamburger Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) schickte 2009 Testkäufer in fünf Verbraucherzentralen und veröffentlichte die Resultate vor rund einem Jahr. „Nur wenige Verbraucherzentralen schaffen es, eine sehr gute und kompetente Beratung anzubieten, in der alle relevanten Daten aufgenommen, individuelle Berechnungen erstellt und hilfreiche Unterlagen ausgehändigt werden“, heißt es darin.

Verbraucherschützer haben Testkunden Produkte empfohlen

Auch einer der Kritikpunkte der bayerischen Volksbankerin findet sich in der Mängelliste wieder: Die Bestandsaufnahme der privaten Lebensumstände und Vermögensverhältnisse sei häufig mangelhaft, urteilten die IMWF-Tester. Auf deren Basis könnten keine qualifizierten Empfehlungen entstehen.

Mellis kritisiert noch einen anderen Punkt. „Wenn ich selbst berate und zugleich die Beratungsqualität anderer bewerte, dann gibt es da einen Interessenkonflikt“, sagt er. Dagegen wehrt sich der Bundesverband der Verbraucherzentralen. „Unsere Dienstleistung unterscheidet sich gravierend von der eines Produktvermittlers“, sagt die Referentin für Altersvorsorge, Dorothea Mohn: „Generell ist es so, dass die Verbraucherzentralen auf konkrete Produktempfehlungen verzichten.“ Ausnahmen könne es geben. „Im Allgemeinen verweisen wir eher auf Produktlisten von Stiftung Warentest oder auf Rankings, die von uns erstellt werden“, so Mohn.

Dass sich Berater in Einzelfällen daran nicht halten, zeigt die IMWF-Studie aber auch. So wurden den Testkunden manchmal sehr wohl Produkte empfohlen. Auch einige Verbraucherschützer räumen ein, dass bei ihnen nicht immer alles so läuft, wie es laufen sollte. „Gut gemeint reicht alleine aber nicht. Wenn man so einen Service anbietet, muss man ihn vernünftig machen“, sagt einer von ihnen. Auch er bleibt allerdings lieber anonym.

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