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Geldanlage Mehrere 10.000 deutsche Anleger von Madoff-Pleite betroffen

Von der Großpleite des amerikanischen Vermögensverwalters Bernard Madoff sind nach Recherchen der WirtschaftsWoche mehrere 10.000 Privatanleger in Deutschland betroffen. Auch in Deutschland zugelassene Dachfonds haben ohne Wissen der Anleger bei Madoff investiert.

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Bernard Madoff (l.), Quelle: AP

Anlagevehikel war der in Luxemburg zugelassenen Fonds Herald Lux US Absolute Return. Dieser Fonds sollte von der österreichischen Medici-Bank verwaltet werden. Sie übertrug diese Aufgabe allerdings an Madoff. Der Herald-Fonds verlangt von Anlegern eine Mindestanlage von 50.000 Euro. Fondsvermittler wie Infos aus Reutlingen bündelten deshalb kleinere Anlagebeiträge von 5.000 Euro von Privatanleger, um sie direkt im Herald Lux US Absolute Return zu investieren. Allein dieser von Madoff kontrollierte Fonds sammelte seit März 2008 rund 200 Millionen Euro bei Dachfonds- und Privatanlegern ein. Sollte die Luxemburger Depotbank des Herald-Fonds, eine Tochtergesellschaft der HSBC, tatsächlich keine Vermögenswerte mehr auftreiben können, droht Anlegern, die direkt in den Fonds investiert haben, ein Totalverlust. Anleger, die Dachfonds gekauft haben, kommen glimpflicher davon, weil in den Dachfonds eine Vielzahl anderer Einzelfonds steckt und die Madoff-Fonds mitunter nur kleine Anteile am Fondsvermögen ausmachen, so die WirtschaftsWoche.

 Infos-Chef Thomas Geissler warb noch am 26. November 2008 für die inzwischen wertlose Anlage in den USA. „Sieben Prozent p. a. ohne Schwankungen – ist das seriös?“ fragte Geissler in einem Brief an Anleger und antwortete: „Die Unterlagen sagen Ja. Der Herald Fund ist ein Klon des seit 18 Jahren erfolgreichen Thema Fund, welcher wegen Überfüllung seit vielen Jahren geschlossen ist.“ Auch der in Irland registrierte Thema US Equity Fund wurde offiziell durch die Medici-Bank in Wien bestückt, doch auch hier übergab sie diese Aufgabe an Madoff. „Madoff hat direkt im Namen der Fonds ge- und verkauft. Das Bankhaus Medici hat die Strategie vorgegeben“, sagt Manfred Kastner, Chef der Münchner Gesellschaft Absolute Plus, die der Hauptvertriebspartner für Herald und Thema in Deutschland ist.

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