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Geldanlage Sicherheit vor Rendite

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Jens Ehrhardt Quelle: Oliver Rüther für WirtschaftsWoche

Was muss sich konkret ändern?

Flossbach: Wir müssen die Banken wieder für ihr Handeln haftbar machen. Es kann nicht sein, dass einige zocken und die Risiken auf die Allgemeinheit abwälzen. Konkret würde ich die Banken mit ihrem Eigenkapital wieder haftbar machen. 1000 Milliarden Euro haben allein die börsennotierten europäischen Banken davon. Damit sollen sie zunächst mal selbst für etwaige Verluste aufkommen. Und wenn das nicht reicht, muss man sie verstaatlichen und zwangskapitalisieren. Das ist auf die Dauer allemal billiger für alle, als wenn die EZB immer wieder deren Anleihen aufkauft, wenn es brenzlig wird. Eine schmerzfreie Lösung wird es ohnehin nicht geben. Es geht nur noch darum, die Kosten gerecht zu verteilen.

Ehrhardt: Wahrscheinlich wird man versuchen, sich mit einem Kompromiss weiter durchzuwursteln: ein bisschen sparen, ein bisschen Schulden wegstreichen. Und wenn das nicht reicht, Geld drucken.

Was heißt das für Anleger?

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    Felsenheimer: Dass es – ich wage jetzt mal eine Langfrist-Prognose – in den kommenden 10 bis 20 Jahren nicht mehr um hohe Renditen und Vermögensaufbau gehen wird, sondern um Vermögenserhalt, um Schadensbegrenzung.

    Flossbach: Da stimme ich zu.

    Ehrhardt: Ich wäre gerne optimistischer, kann aber auch nur zustimmen.

    Welche Rolle spielt dabei der Euro?

    Ehrhardt: Der verschärft die Probleme! Früher hätten überschuldete Länder wie Griechenland und Portugal ihre Währung abgewertet, ihre Produkte so auf dem Weltmarkt billiger gemacht und aus den Schulden herauswachsen können. Heute fehlt dieses Ventil.

    Wird es den Euro 2020 noch geben?

    Felsenheimer: Ja, das ist politisch gewollt.

    Flossbach: Da halte ich dagegen, ich sage Nein, jedenfalls nicht in dieser Form.

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