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41,7 Milliarden Euro Dividende Aktionäre dürfen sich über Rekorddividenden freuen

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Dividendenhöhe sollte nicht alleiniges Kriterium sein

Auch bei der Dividendenrendite ist das Bild nicht ganz so rosig. So schnell wie die Kurse sind die Dividenden nicht gewachsen, daher fällt die durchschnittliche Verzinsung des investierten Kapitals je Aktie im Vergleich zu den Vorjahren geringer aus. Während die Dax-Werte 2013 noch eine durchschnittliche Rendite von knapp über drei Prozent aufwiesen, sind es mittlerweile weniger als 2,5 Prozent. Allerdings muss auch eine hohe Dividendenrendite nicht zwingend ein Kaufsignal sein, oft sei das lediglich ein Hinweis auf akute Probleme beim Geschäftsmodell. So ist bei manch einem Unternehmen die Dividendenrendite bloß so hoch, weil der Aktienkurs so tief gesunken ist.

Top-Dividendenzahler TecDax 2015

Wie viel ist dann tatsächlich dran an der vielgepriesenen "Verrentung der Aktie", der Dividende als neuem Zinsersatz?

Risiko wird verdrängt

Röhl und Frère warnen davor, diese Floskel einfach so als Tatsache hinzunehmen. "Dividenden sind kein Schutz vor Verlusten", sagt Röhl. Angesichts des Risikos, welches mit volatilen Aktien verbunden ist, sei der Vergleich zu den Erträgen von festverzinslichen Papieren wie Anleihen schwierig. "Auch Dividendenaktien sind kein Ersatz für Anleihen", sagt Röhl, denn Anleger bräuchten dafür starke Nerven.

Die Dividendenaristokraten 2015

Hinzu kommt, dass Dividendenaktien schon jetzt nicht mehr unbedingt günstig sind. Das Problem: die laufenden Kursanstiege werden nicht ewig halten, irgendwann wird es auch an den Börsen wieder Rückschläge geben. "Dann dürften Dividendenaktien stärker einbrechen als der Gesamtmarkt, weil sie im Moment stärker nachgefragt werden als andere Papiere", sagt Röhl.

Die Experten raten Anlegern daher, sich bei ihrer Aktienauswahl nicht so sehr auf einzelne Kriterien wie Ausschüttungen oder die Dividendenrendite zu fokussieren. Vielmehr gelte es, mehrere Merkmale gemeinsam im Blick zu behalten. Dazu gehörten die Kontinuität der Ausschüttungen, das Wachstum der Dividende, die Rendite sowie die Ausschüttungsquote, also der Anteil des Gewinns, der letztlich an die Aktionäre gezahlt wird. "Auf dieses magische Viereck sollten Anleger achten", erklärt Röhl.

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Wichtig ist den Aktionärsschützern vor allem die Kontinuität. Kumuliert über die letzten zehn Jahre ist weiterhin die Deutsche Telekom das Maß aller Dinge, wenn es um die Dividendensumme geht. Die Tendenz der Bonner ist allerdings rückläufig, seit 2008 wurde die Dividende nicht mehr erhöht, zweimal musste sie gekürzt werden. Zudem zahlte der Konzern das Aktionärsgeld teilweise aus der Substanz. Auf Platz zwei hinter der Telekom folgt Energieriese E.On. Zuletzt lief es für die Düsseldorfer allerdings auch nicht rund, in den vergangenen zwei Jahren musste die Dividende jeweils gekürzt werden.

Für Röhl ist E.On ein gutes Beispiel dafür, dass auch Dividendenaktien eben nicht die neuen Anleihen sind. "Der Fall zeigt, was passieren kann, wenn man sich auf Dogmen verlässt". Einst galt das Papier als klassischer und sicherer Dividendentitel, Energie bräuchten die Verbraucher eben immer, glaubten viele Aktionäre. Etwas wie eine Energiewende, die den gesamten Energiesektor durcheinander rüttelt, konnten sich die meisten nicht vorstellen. Nun ächzen Konzerne wie E.On unter der Regulierung, die Dividenden vor Steuern gleichen für Anleger so gerade die Kursverluste aus. Von einer sicheren Anlage wie beim festverzinslichen Papier kann also nicht die Rede sein.

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