5-Euro-Münze Gewaltiger Ansturm auf neue Fünf-Euro-Münze

Am Donnerstag haben die Bundesbankfilialen erstmals die neue 5-Euro-Münze "Blauer Planet Erde" ausgegeben. Der Andrang ist enorm. Im Portemonnaie dürfte kaum eine der zwei Millionen Münzen landen.

Jeder will sie: Sammler warten in der Bundesbank in Frankfurt auf die Ausgabe der neuen 5-Euro-Münze. Quelle: REUTERS

Die Warteschlange vor der Filiale der Bundesbank in Düsseldorf reicht bis auf die Straße, als sie um 8:15 Uhr ihre Pforten öffnet. "Normalerweise müssen unsere Kunden im Schalterraum eine Marke ziehen und warten, bis ihre Nummer auf der Anzeige erscheint", sagt Filialleiter Hans-Leo Dirrichs. "Heute haben wir das vorrübergehend mal außer Kraft gesetzt."

Denn am Donnerstag kommen die Menschen nicht etwa in Scharen, um alte D-Mark oder Euro-Münzen gegen Geldscheine zu wechseln. Der Grund für den Ansturm ist die erstmalige Ausgabe der neuen Fünf-Euro-Münze "Blauer Planet Erde". Eigentlich gesetzliches Zahlungsmittel - quasi das Münzpendant zum Fünf-Euro-Schein - lockt sie vor allem Sammler und Neugierige.

Das liegt zum einen an der kleinen Auflage von nur 2,25 Millionen Stück. Zum anderen an ihrer außergewöhnlichen Erscheinung: ein blauer, kristalliner Polymer-Ring umfasst den auf einer Kupfer-Nickel-Legierung geprägten Bundesadler auf der einen und die Darstellung der Erde auf der anderen Seite. Gegen das Licht gehalten schimmert der Kunststoffring in hellem Blau.

Die Welt in Blau und Silber
Am 14. April 2016 erscheint die erste deutsche Fünf-Euro-Münze "Planet Erde". Die Euro-Version des "Heiermanns" ist anerkanntes Zahlungsmittel, dürfte aber vor allem für Sammler interessant sein. Quelle: dpa
Die neue Münze soll nicht den Fünf-Euro-Schein ersetzen. Quelle: dpa
Die Erde mit Blauschimmer: Eine Seite der Münze zeigt eine stilisierte Ansicht der Erde, umgeben von den Planeten unseres Sonnensystems. Quelle: BADV/Agentur: leadcom.de
Der Entwurf des Bundesadlers basiert auf einer Vorlage der Designerin Alina Hoyer aus Berlin. Quelle: BADV/Agentur: leadcom.de
Besonders ist zweifelsfrei der lichtdurchlässige Ring aus Polymer, einem Spezialkunststoff. In den Kunststoffring sind kleine Kristalle eingearbeitet, die für mehr Leuchtkraft sorgen sollen. Quelle: BADV/Agentur: leadcom.de
Mit Hintergrundlicht leuchtet der integrierte Kunststoffstreifen in hellem Blau. Quelle: BADV/Agentur: leadcom.de
Die Randschrift der Münze lautet "Blauer Planet Erde". Quelle: BADV/Agentur: leadcom.de
Die neue Münze ist etwa größer als ein 2-Euro-Stück. Quelle: dpa
Bayerns Finanzminister Markus Söder hält die neue Münze bei der Präsentation am 11. April in die Kameras. Söder sagte, dass sich das Fälschergeschäft in den vergangenen Jahren verändert habe: Statt gefälschter Scheine gelange vermehrt falsches Hartgeld in den Umlauf. „Da wird vor allem über große Massen viel Geld gemacht.“ Der CSU-Politiker verspricht sich von der neuen Technologie auch vermehrt Aufträge aus dem Ausland für das Hauptmünzamt in München, das die neue Münze in Zusammenarbeit mit dem Amt in Baden-Württemberg entwickelt hat. Quelle: dpa
Die Münze wird es in zwei Versionen geben: Die Sammlermünze "Planet Erde" in hochwertiger Spiegelglanzqualität kann bei der Verkaufsstelle für Sammlermünzen bestellt werden und existiert in einer Auflage von nur 250.000 Stück. Ab dem 14. April kommt die normale Fünf-Euro-Münze zum Nennwert auf den Markt und ist in den Filialen der Deutschen Bundesbank erhältlich. Quelle: BADV/Agentur: leadcom.de

Dabei verwendet jede der fünf Prägestätten einen etwas anderen Blauton. Klein geprägte Buchstaben geben Aufschluss über die Herkunft: "A" steht für Berlin, "D" für München, "F" für Stuttgart, "G" für Karlsruhe und "J" für Hamburg.

5-Euro-Münze ist begehrt

Großer Andrang auch vor der Bundesbank-Niederlassung in Essen Quelle: Deutsche Bundesbank

Die Bedienung der geduldig wartenden Kunden in Düsseldorf geht wegen der fehlenden Aufrufnummer erfreulich zügig voran: Man legt fünf Euro in die Schublade am Schalter, der Beamte dahinter legt die hüllenlose Münze hinein. Manchmal gibt es noch einen kleinen schwarzen Flyer vom Finanzministerium dazu, der ein Grußwort von Wolfgang Schäuble enthält und den Entwurf und die Spezifika der Münze erläutert.

Das exotische Design entzückt auch Neugierige und Nostalgiker. "Ich bin kein Sammler, aber diese Münze finde ich wegen des Polymerrings mega-interessant", sagt ein junger Mann beim Verlassen der Bundesbank. "Ich kann mir vorstellen, dass ich über diese Münze zum Sammeln komme. Die lege ich mir zu Hause so hin, dass sie jeder sehen kann."

Auch vor der Bundesbank-Filiale in der Frankfurter Taunusanlage hat sich schon früh morgens eine lange Schlange gebildet. Bis in den Innenhof stehen die Münzsammler an. Eigentlich bekommt jeder Wartende nur eine Münze pro Tag, aufgrund des großen Ansturms hat die Bundesbank die Ausgabe rationiert. Einige räumen allerdings ein, sich bereits zum zweiten Mal angestellt zu haben. „Ich sammle schon seit 1948“, erzählt einer. Wie zum Beweis zieht er eine 20-Euro-Silbermünze aus der Tasche seiner Lederjacke. Die fünf Euro zum Bezahlen hat er auch schon parat.

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