9000 Produkte im Test Mit regelmäßigen Sparplänen ein Vermögen aufbauen

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Je mehr Zeit, desto mehr Aktien

Anleger, die mit Fonds sparen, sollten einige Faustregeln beachten:

  • Je mehr Zeit bis zum Ruhestand bleibt, desto höher sollte die Aktienquote sein. Zwar schwanken Aktienfonds im Wert stärker als Anleihefonds. Über 20 oder mehr Jahre fällt das jedoch nicht ins Gewicht. Wichtiger ist die höhere Rendite von Aktien.

Ob Anleger in den Jahren unmittelbar vor dem Ruhestand ihre Aktienquote senken sollten, hängt davon ab, wie viel Geld sie auf einen Schlag benötigen. Wer etwa einen Immobilienkredit ablösen will, sollte mit zunehmendem Alter weniger mit Aktienfonds sparen. Denn ein Börsencrash in den letzten Jahren eines Sparplans reißt ein besonders tiefes Loch, weil das angesparte Vermögen dann logischerweise am größten ist. In den ersten Jahren, wenn nur wenig Fondsanteile im Depot liegen, lassen sich Verluste dagegen leichter verschmerzen.

Sparer, die ihr Vermögen im Alter in Form einer regelmäßigen Rente kassieren wollen, können die Aktienquote hochhalten. Möglich ist das über einen Auszahlplan, der aus dem Vermögen nur so viel entnimmt, wie der Anleger monatlich an Rente benötigt. Der Rest wird weiter an der Börse angelegt. Verluste lassen sich so wieder reinholen.

  • Fondssparen ist ab 50 Euro pro Monat sinnvoll. Basis sollte ein weltweit anlegender Fonds sein. So profitieren Anleger von vielen Regionen und Branchen. Wer monatlich mehr als 100 Euro übrig hat, sollte mit mehreren Fonds sparen. So lassen sich Klumpenrisiken vermeiden. Immerhin 44 Prozent aller Fondssparer legen laut Union-Umfrage mehr als 200 Euro im Monat an.

Der beste unter den weltweit anlegenden Fonds ist der Oyster World Opportunities, gemanagt von Roberto Magnatantini. Der gebürtige Italiener, der für den Schweizer Vermögensverwalter Syz Asset Management arbeitet, hat eine Vorliebe für Nischenplayer. Zu seinen Favoriten zählt beispielsweise Tongda, ein Hersteller von wasserfesten Smartphone-Gehäusen aus Hongkong. „Als Vater von zwei Kindern hätte mir die Technologie viel Geld für den Ersatz von abgesoffenen Handys erspart“, so der 44-Jährige. Ebenfalls zu seinen Lieblingen gehört der US-Tabakhersteller Vector Group, Spezialist für preisgünstige Zigaretten und Eigentümer von Immobilien im Großraum New York. „Wegen dieser zwei völlig verschiedenen Geschäftsmodelle ist das Unternehmen schwer zu bewerten und wird in den USA nur von einem Analysten beobachtet“, sagt Magnatantini. Gerade das ziehe ihn an. Schließlich sei es mit wenig beachteten Werten leichter, den Markt zu schlagen.

Das Sparverhalten der Deutschen im Ländervergleich

Bevor sich Sparer aber für einen aktiv gemanagten Fonds oder einen Indexfonds entscheiden, sollten sie sich über Vor- und Nachteile beider Varianten im Klaren sein.

Aktiv gemanagte Fonds können schlecht laufende Aktien eines Marktes meiden und mehr Geld in renditestarke Titel schaufeln. Zumindest gilt das in der Theorie. In der Praxis dagegen gelingt es nur wenigen Fondsmanagern, den Index langfristig zu schlagen. Beispiel: Im Durchschnitt brachten es Sparpläne mit aktiv gemanagten deutschen Aktienfonds laut Scope-Analyse bei einem Monatsbeitrag von 100 Euro nach zehn Jahren auf 18.645 Euro. Hätten die Anleger im gleichen Zeitraum passiv mit ETFs auf den Dax gespart, hätten sie dagegen 19.436 Euro rausgeholt.

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