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Ab 1,49 Prozent Zinsen Welche Banken die besten Ratenkredite bieten

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Ratenkredite ermöglichen den schnellen Konsum – ein exklusives Ranking zeigt die günstigsten Online-Anbieter. Neben dem Zins sollten Kunden auf Fallstricke achten, etwa bei der heiklen Bonitätsprüfung.

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Schuldner leben derzeit offenbar im Schlaraffenland: Die Europäische Zentralbank will wegen des drohenden Abschwungs noch länger an ihrer expansiven Geldpolitik mit niedrigen Zinsen festhalten. Gleichzeitig hat das Kreditportal Smava seinen öffentlichkeitswirksamen Negativzins-Kredit erst im Herbst 2018 auf die Summe von 10.000 Euro aufgestockt – auch wenn das Lockangebot zeitlich begrenzt war und nur für jene verfügbar, deren Kreditwürdigkeit in der Spitzenklasse liegt.

Bei den weit verbreiteten Ratenkrediten für das Fußvolk dagegen liegt die Zinslast in der Regel deutlich über den für die Bonitäts-Oberliga geltenden Raten. Die FMH-Finanzberatung aus Frankfurt hat daher exklusiv für die WirtschaftsWoche ein Ratenkreditranking erstellt, das die Angebote von 22 ausgewählten Banken in zwei Bonitätsklassen vergleicht.

Die besten bonitätsabhängigen Ratenkredite.

Verbraucher sollten dabei neben den Zinsen auch die Flexibilität der Ratenkreditverträge im Auge behalten und sich folgende fünf Grundsatzfragen beantworten, bevor sie unterschreiben:

1. Wozu dient ein Ratenkredit?

Laut Bankenfachverband nimmt jeder vierte Verbraucherhaushalt regelmäßig Ratenkredite auf, um Konsumgüter anzuschaffen. Der Bankenfachverband vertritt auf kurzfristige Kredite spezialisierte Kreditbanken. Beliebte Anschaffungen sind Fernseher, Laptops, Hi-Fi-Anlagen oder Mobiltelefone. All diese schönen Dinge wollen Verbraucher immer häufiger per Kredit zahlen, wie eine im August 2018 veröffentlichte Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK im Auftrag des Bankenfachverbands ergab.

Die besten Ratenkredite - Beste Bonität,15.000 Euro

Der wichtigste Grund, einen Konsumkredit in Anspruch zu nehmen, ist allerdings die Anschaffung eines Autos. Rund 31 Prozent aller Ratenkredite für Verbraucher dienen der Finanzierung neuer Autos und 28 Prozent der Finanzierung von Gebrauchtwagen. Neuwagen werden im Schnitt mit rund 19.000 Euro finanziert, meldete der Bankenfachverband im Oktober 2018.
Anders als beim Auto, das vor allem Landbewohner ständig brauchen, um zur Arbeit zu kommen, sind viele der per Ratenkredit finanzierten Konsumwünsche nicht lebensnotwendig. Von alltagsnotwendigen Ausnahmen wie Wasch- oder Spülmaschine einmal abgesehen. Dabei macht es wenig Sinn, sich für ein neues Sofa oder einen Fernseher zu verschulden, zumal die etwas älteren Einrichtungsstücke es meist auch noch tun. Für nette, aber verzichtbare Dinge sollte man lieber ein paar Monate sparen, statt einen Kredit zu beantragen.

Je nach Bonität extrem unterschiedliche Zinssätze

2. Wie funktioniert ein Ratenkredit?

Die Bank streckt das Geld für den Kauf des neuen Elektrogeräts oder Autos vor und der Schuldner zahlt den Kredit in festen monatlichen Raten zurück. Die Monatsrate deckt zunächst den Zins. Was nach Abzug der Zinsen von der Rate übrig bleibt, rechnet die Bank für die Tilgung des Kredits an. Mit zunehmender Laufzeit kann ein immer größerer Teil der Raten in die Tilgung fließen. Die Restschuld sinkt also erst langsam, dann schneller.

Laut Bankenfachverband kommt jeder dritte Ratenkredit über das Internet zustande, Tendenz steigend. Passend dazu konzentriert sich das FMH-Ranking auf Online-Konditionen. Reine Online-Abschlüsse, bei denen nicht nur der Antrag, sondern auch die Identifizierung des Kunden und der Vertragsschluss per Internet ablaufen, sind mit einem Anteil von nur zwei Prozent allerdings sehr selten. Neukunden müssen sich auch bei Onlinekrediten identifizieren. Dazu müssen sie allerdings nicht zwingend in eine Bankfiliale gehen, auch die Post bietet ein Identifikationsverfahren an. Dafür muss der Bankkunde in spe in einer Postfiliale seinen Ausweis vorlegen.

Die besten Ratenkredite - Gute Bonität, 10.000 Euro

3. Welche Zinsen muss ich zahlen?

In den Genuss der Niedrigzinsen für die Bonitätsspitzenreiter gelangen laut Finanzexperte Herbst nur etwa drei Prozent der Kunden. Rund 20 Prozent werden mit guter und 40 Prozent mit mittlerer Bonität beurteilt. Das aktuelle FMH-Ranking bezieht sich auf die Kunden in den beiden obersten Bonitätsklassen.

Nicht jeder Kunde muss eine Bonitätseinstufung über sich ergehen lassen. Banken bieten alternativ bonitätsunabhängige Kredite an, deren Zinsen natürlich etwas höher liegen, um das Ausfallrisiko auszugleichen. „Bei einem bonitätsunabhängigen Kredit zahlt jeder Kunde die gleichen Zinsen, egal ob Topverdiener oder Arbeiter“, erklärt Herbst.

Wer seine Bonität besonders hoch einschätzt, etwa weil er in einem Haushalt mit Beamten oder Doppelverdienern lebt, stellt sich mit einem bonitätsabhängigen Angebot wahrscheinlich besser. Hier muss er die Zinsaufschläge für Kunden mit niedrigerer Kreditwürdigkeit nicht mitbezahlen.

Das FMH-Ranking zeigt, dass Schuldner je nach Bonitätsklasse stark unterschiedliche Zinsen zahlen. So begnügt sich die zur Familie des schwedischen IKEA-Gründers gehörende Ikano Bank mit 1,49 Prozent Zinsen für 15.000 Euro – und zwar unabhängig davon, ob die Laufzeit drei, fünf oder sieben Jahre betragen soll. Der Ikano-Zins gilt laut Ranking allerdings nur für Kunden mit bester Bonität.

Dagegen liegt der Zins für die darunter eingestufte Kundenklasse mit „nur“ guter Bonität auch bei den laut Ranking günstigsten Anbietern schon merklich höher. So zahlen Schuldner für eine Kreditsumme von 10.000 Euro bei der SKW Bank 2,49 Prozent (72 Monate Laufzeit), bei 1822direkt 2,89 Prozent (48 Monate Laufzeit) oder bei der Volkswagen Bank 2,99 Prozent (24 Monate Laufzeit).

Was mit Blick auf Schufa & Co. zu beachten ist

4. Wie prüft die Bank meine Bonität?

Die Bonitätsprüfung ist aus zwei Gründen heikel. Sie entscheidet über den Zins, den der Schuldner zahlen muss, und kann darüber hinaus die in den Schuldnerregistern gespeicherten Daten beeinflussen. Die genauen Methoden der Bonitätsprüfung gehören zu den am besten gehüteten Geheimnissen der Bankenbranche. Nur wenige Institute veröffentlichen Informationen zur Bonitätsprüfung und auch die stellen nur Anhaltspunkte dar.

Finanzexperte Herbst vergleicht das mit dem Coca-Cola-Rezept: Jeder hat eine ungefähre Vorstellung davon, welche Zutaten drin sind, doch die Gewichtung bleibt ein Geschäftsgeheimnis. Natürlich schauen sich Bankberater in der Regel die bei der Auskunftei Schufa gespeicherte Einstufung eines Kunden an, prüfen die letzten Kontoauszüge und verschaffen sich einen Überblick über Beruf und Familienstand. Auch wenn die Details des Bonitätschecks Bankgeheimnis bleiben, kann sich jeder potenzielle Schuldner an den Fingern abzählen, dass kinderlose, verbeamtete Doppelverdiener-Ehepaare bestimmt in einer höheren Bonitätsklasse landen als etwa arbeitslose Alleinerziehende oder Selbständige, die noch ihren Gründerkredit abstottern.

Bonitätswächter wie die Schufa speichern übrigens nicht nur tatsächlich in Anspruch genommene Kredite, sondern auch Kreditanfragen. Das sollten Verbraucher wissen, die sich zunächst nur einen Überblick über verschiedene Angebote verschaffen wollen. Sie sollten vermeiden, dass die kontaktierten Banken mal eben im Vorgriff Kreditanfragen bei Schufa & Co. abklären. Denn mehrere offene Kreditanfragen im Schuldnerregister verschlechtern die Bonitätsnote und erwecken den Anschein, dass Banken den Kunden reihenweise ablehnen. Finanzfachmann Herbst empfiehlt daher, der Bank klar zu machen, dass sie bei den Bonitätswächtern eine Konditionenanfrage melden soll statt einer Kreditanfrage. Das ist ein kleiner Unterschied, aber ein wichtiger.

5. Ist eine Restschuldversicherung nötig?

Einige Banken bieten zu ihren Ratenkrediten gleich noch Ausfallversicherungen an, falls ein Schuldner dauerhaft krank wird oder seinen Job verliert. Verbraucherschützer empfehlen diese Versicherungen wegen ihrer Gebühren allerdings eher für große Baufinanzierungen als für überschaubare Ratenkredite.

Laut Bankenfachverband hat jeder dritte Ratenkreditschuldner eine Restkreditversicherung abgeschlossen. Die übernimmt bei Einschnitten wie Arbeitslosigkeit, Krankheit oder gar Tod die Zahlung der noch offenen Kreditraten an die Bank.
Billiger als eine Ausfallversicherung dürfte es jedoch meist sein, ein besonders flexibles Ratenkreditangebot auszuwählen. Dafür muss der Kreditnehmer etwas höhere Zinsen in Kauf nehmen, kann aber die Höhe der Raten reduzieren oder Pausen einlegen, falls es mal eng wird.

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