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Aggressive Spendensammler Stefan Loipfinger gibt CharityWatch auf

Sein Ziel war die Arbeit von Spendensammlern transparent zu machen - doch sie überzogen Stefan Loipfinger mit Prozessen. Jetzt stellt er stellt die Analyse von CharityWatch ein.

Eine Frau spendet für Opfer der Tschernobyl-Katastrophe Quelle: AP

Im vergangenen Jahr haben Spendenorganisationen in Deutschland 4,3 Milliarden Euro eingesammelt. Dabei werden sie staatlich kaum überwacht. Zwölf von 16 Bundesländern haben ihre Sammlungsgesetze ersatzlos gestrichen. Von den vier verbliebenen Bundesländern kontrolliert aber nur Rheinland-Pfalz die Einhaltung und spricht bei Verstößen sogar ein Sammlungsverbot aus, das aber nur für das Bundesland gilt.

Der Rosenheimer Stefan Loipfinger, der sich mit der Analyse geschlossener Beteiligungsmodelle und Immobilienfonds jahrelang einen Namen gemacht hatte, wollte diese Lücke füllen und gründete deshalb 2008 CharityWatch.

Druck und Drohungen von Spendensammlern

Im Einmannbetrieb konnte er seitdem die Transparenz und die Finanzen von über 250 Hilfsorganisationen überprüfen. Dabei deckte er Ungereimtheiten auf, die er in dem Buch „Die Spendenmafia“ veröffentlichte. CharityWatch hat er nach eigenen Angaben weitgehend privat finanziert. Neben dem finanziellen Risiko wurde aber offenbar auch der Druck durch kritisierte Spendensammler zu groß.

In Arbeit
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„Es gab Drohungen gegen meine Familie, Mitstreiter und mich selbst, die gingen soweit, dass die private Lebensqualität darunter litt“, sagt Loipfinger. Vor allem von den Organisationen ETN Europäische Tiere und Natur, der Ustinov-Stiftung und der Katarina Witt-Stiftung wurde er in diverse juristische Auseinandersetzungen verwickelt.

Insgesamt waren es allein 2011 rund 50 Rechtsstreitigkeiten, die vermutlich sehr häufig aus Spendengeldern finanziert wurden. Jetzt stellt er die weitere Analyse von Spendenorganisationen ein. Die Internetseite von CharityWatch bleibt bestehen.

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