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Agrarrohstoffe Wie Anleger vom Weizenpreis profitieren

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Geldzuflüsse bei ETFs

Rohstoffkonzerne an der Börse
Mine von Vale Quelle: Presse
Mine von Rio Tinto Quelle: rtr
Mine von BHP Billiton Quelle: Presse
Mine von Anglo American Quelle: rtr
Silberbarren von Glemncore Quelle: rtr
Chinesischer Minenarbeiter Quelle: rtr

Die steigenden Lebensmittelpreise bekommen auch Fondsmanager zu spüren: Anleger vertrauen ihr Geld derzeit verstärkt Fonds an, die auf Agrarrohstoffe setzen. Das derzeitige Gesamtvolumen von Agrarfonds beträgt rund 2,76 Milliarden Dollar. An den Rohstoffbörsen machen Fonds auf Agrarprodukte 1,7 Prozent des Marktes aus. Und eine Erhebung vom Fonds-Analysehaus Lipper zeigt, dass börsennotierte Indexfonds (ETFs) und andere auf Agrarrohstoffe ausgelegte Anlageformen im letzten Monat Zuflüsse in Höhe von 110 Millionen Dollar verbuchten. Das ist der stärkste Liquiditätszufluss seit März vergangenen Jahres.

Allein beim amerikanischen Fondsanbieter Teucurium investierten Anleger im Juli doppelt so viel Geld in Mais-, Soja, oder Weizen-ETFs wie noch im Vormonat. Derzeit verwaltet Teucurium rund 130 Millionen Dollar nur in diesem Bereich. "Wir werden wohl noch mehr Zuflüsse sehen, wenn der Preis für Lebensmittel weiter steigt", sagt Lipper-Analyst Matthew Lemieux. Bevor die dürrebedingte Knappheit der Rohstoffe nicht überwunden ist, dürfte sich daran nichts ändern, schätzt er. Und Teucurium-Präsident Sal Gilbertie sagt: "Es besteht keinen Zweifel darin, dass die Dürre den Leuten vor Augen geführt hat, wie wichtig es ist, Agrarprodukte in ihrem Portfolio zu halten."

Banken ziehen sich aus dem Handel mit Agrarrohstoffen zurück

Lohnend sind Fonds und ETFs auf Weizen, Mais und Soja derzeit allemal. Ob der Handel mit Agrarprodukten beziehungsweise ETFs darauf auch ethisch vertretbar ist, muss aber jeder für sich entscheiden. Die Commerzbank beispielsweise hat sich erst kürzlich aus den Spekulationen mit Nahrungsmittel-Rohstoffen verabschiedet. Eine Sprecherin bestätigte, dass das Institut Agrarrohstoffe aus seinem einzigen börsengehandelten Rohstoff-Fonds ComStage ETF CB Commodity EW Index TR herausgenommen hat. Seit Ende Juli seien in dem 145,1 Millionen Dollar schweren ETF nur noch zwölf Metalle und Energie-Rohstoffe enthalten.

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    Zuvor hatten bereits der Fondsdienstleister Deka und die LBBW den Ausstieg aus der Nahrungsmittel-Spekulation beschlossen. Auch die Deutsche Bank hatte im Frühjahr dieses Jahres angekündigt, sich aus dem Agrarrohstoffhandel zurückzuziehen oder den Rückzug zumindest zu prüfen. Unter dem neuen Führungsduo Anshu Jain und Jürgen Fitschen scheint dieser Vorstoß jedoch in Vergessenheit geraten zu sein. Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode sagte dazu: "Am Handeln der Commerzbank sollten sich andere Häuser ein Beispiel nehmen - allen voran die Deutsche Bank."

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