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Aktien Die Wahrheit über Agrar-Investments

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Aktien gewinnen langfristig

Entwicklung von Fleischkonsum und Fleischpreis Quelle: Weltbank, USDA, Bloomberg, FAO

Eingriffe in den Agrarmarkt mit dramatischen Auswirkungen haben Tradition: Im Frühjahr 2008 etwa trieben Exportbeschränkungen mehrerer asiatischer Staaten den Reispreis auf Rekordhöhe. Gleichzeitig horteten die großen Erzeuger auf innenpolitischen Druck Millionen Tonnen Reis, der eigentlich dringend im Ausland benötigt wurde. Als die Exportverbote wenige Monate später fielen, brach der Reispreis ein. Später stellte sich heraus, dass Politiker über Schmiergelder vom Reishandel profitiert hatten.

Ein Maschine erntet Wintergerste auf einem Feld Quelle: AP

Wetter, Spekulation und politische Eingriffe lassen die Agrarpreise kurzfristig hochschnellen. Es gibt jedoch auch Entwicklungen, die für einen langfristigen Boom in der Agrarbranche sprechen. Vor allem eine: Die Weltbevölkerung wird weiter wachsen. 2050 sollen laut Uno-Prognose 9,6 Milliarden Menschen den Planeten bevölkern, 2,5 Milliarden mehr als jetzt. Gleichzeitig entsteht in den großen Aufsteigerländern China, Indien und Brasilien eine Mittelschicht, die ihre Essgewohnheiten ändert: weniger preiswertes Gemüse und mehr teureres Fleisch (siehe Grafik). Um aber ein Kilo Rindfleisch zu erzeugen, sind im Durchschnitt zehn Kilo Getreide nötig.

Übernahmewelle läuft

Die Aussicht auf langfristig hohe Profite im Agrargeschäft zieht nun auch Mega-Investoren an. So hat der weltgrößte Rohstoffhändler Glencore im Juli eine weitere Hürde auf dem Weg zur Übernahme des kanadischen Agrarkonzerns Viterra genommen: Das Industrieministerium in Quebec stimmte dem Zusammenschluss zu. Viterra hat in Kanada große Getreidespeicher, stellt Lebens- und Futtermittel her und handelt mit Getreide.

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    Das japanische Handelshaus Marubeni kaufte gerade für 3,6 Milliarden Dollar den amerikanischen Getreidehändler Gavilon und stemmte damit die größte Übernahme seiner Geschichte. Gavilon ist der drittgrößte Getreidehändler der USA, hinter Archer Daniels Midland (ADM) und Cargill.

    Auch der Münchner Agrarhandelskonzern Baywa will laut Vorstandschef Klaus Josef Lutz weitere Zukäufe im Getreidehandel stemmen: „Sonst können wir von anderen Wettbewerbern womöglich zu stark unter Druck geraten.“ Baywa hatte im März bereits den neuseeländischen Obsthändler Turners & Growers geschluckt.

    Privatanleger, denen direkte Wetten auf Preissteigerungen bei Weizen, Mais oder Zucker zu riskant oder moralisch anrüchig erscheinen, können als Aktionäre am Agrarboom teilhaben. Papiere von Dünger- und Saatgutproduzenten, Pflanzenschutzmittelherstellern sowie Landmaschinenbauern profitieren langfristig vom wachsenden Bedarf an Lebensmitteln.

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