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Aktien, Anleihen, Fonds Anlagetipps der Woche

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Aktientipp IBM und Anleihentipp Ungarn

Aktientipp: IBM - Wende-Spekulation mit Warren Buffett

Die amerikanische Technologie-Ikone IBM kostet an der Börse nur das Zehnfache des für 2015 erwarteten Nettogewinns. Damit ist die Aktie einer der günstigsten Blue Chips weltweit. IBM-Aktien sind wenig gefragt, weil das Geschäftsvolumen seit vier Jahren schrumpft. Eine zusätzliche Belastung stellten die Enthüllungen des Ex-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden über IBMs Zusammenarbeit mit den US-Diensten dar, sie dämpften vor allem die Nachfrage im wichtigen chinesischen Markt. Da IBM mehr als die Hälfte seiner Umsätze außerhalb Amerikas macht, bremst der starke Dollar.

Doch IBM kommt bei seinem Wandel vom klassischen Hardwarekonzern zu einem Spezialisten für Internet-Software (Cloud), Datenspeicherung und Sicherheit durchaus voran. Beflügelt wird das Unternehmen vom Megatrend Digitalisierung, dem Aufbereiten, Speichern und Vernetzen von Daten. Immer mehr Bereiche der Wirtschaft und des täglichen Lebens werden davon erfasst.

Aktientipp

Um 16 Prozent legte IBM hier im vergangenen Jahr zu, das reine Cloud-Geschäft wächst sogar um 60 Prozent. Mehr als ein Viertel ihres Umsatzes machen die Amerikaner bereits in diesen neu angepeilten Geschäftsfeldern. Das Gros entfällt auf Service und Software. Klassische Hardware wie Großrechner und Server machen nur noch gut zehn Prozent aus, sind aber in Zeiten von Big Data durchaus gefragt.

Ein Vorteil von IBM ist seine starke Marktposition bei Unternehmenskunden. Sie verhilft den Amerikanern trotz stagnierender Gesamtumsätze zu stabilen Gewinnen. Stellenstreichungen und der Verkauf schwacher Randgeschäftsfelder wie zuletzt Halbleiter und Abrechnungskassen erhöhen die Rendite weiter. Die Nettomarge (Reingewinn vom Umsatz) kann in diesem Jahr auf 18 Prozent klettern – trotz des starken Dollar, der im Export ein Nachteil ist.

IBM-Aktien sind eine Wende-Spekulation. Wer darauf setzt, sollte Geduld mitbringen. So wie Star-Investor Warren Buffett, der vor wenigen Monaten nach dem Ausstieg beim Ölkonzern Exxon seinen IBM-Anteil auf 7,8 Prozent aufgestockt hat und nun größter Einzelaktionär der US-Ikone ist.

Anleihentipp: Ungarn - Politische Rendite

Die Ratingagentur Standard & Poor’s stuft Ungarn auf BB+ herauf. Für Anleihen ist das zwar noch spekulatives Terrain. Jedoch haben ungarische Papiere in der Spekulationsklasse nun die beste Note erreicht, womit sie auch für Privatanleger als Depotbeimischung interessant werden.

Wirtschaftlich entwickelt sich Ungarn vielversprechend. Um 3,5 Prozent legte die Konjunktur im vergangenen Jahr preisbereinigt zu, ein guter Wert im europäischen Vergleich. Der Konsum zieht an, die Arbeitslosigkeit ist rückläufig, die Exporte sind lebhaft, vor allem dank der guten Auftragslage in den Branchen Auto und Chemie. Dabei hilft auch der günstige Wechselkurs der Landeswährung Forint. Der hat in den vergangenen fünf Jahren gegenüber dem Euro bis zu 18 Prozent verloren hat, stabilisiert sich aber seit einem Jahr. Inflation ist mit weniger als einem Prozent kein Thema, an der großzügigen Geldpolitik der Notenbank sollte sich vorerst nichts ändern. Mit 2,1 Prozent haben die Leitzinsen einen Tiefststand erreicht. Die Staatsverschuldung liegt seit sechs Jahren bei rund 80 Prozent der Wirtschaftsleistung, ein ähnliches Niveau wie in Deutschland. Die Helaba rechnet damit, dass die ungarische Wirtschaft in diesem Jahr um drei Prozent wächst; das wäre doppelt so viel wie der Durchschnitt der EU.

Größer als das wirtschaftliche Risiko ist bei Ungarn derzeit das politische. Die nationalkonservative Regierung unter Viktor Orbán hat durch ihren antieuropäischen Kurs nicht nur internationale Geldgeber vergrault, auch im Land selbst wächst der Unmut. Vor wenigen Wochen nun verlor seine Fidesz-Partei ihre ZweiDrittel-Mehrheit im Parlament. Seitdem mehren sich die Anzeichen, dass die Regierung ihren interventionistischen Kurs etwas zurücknimmt, etwa durch einen Abbau der Bankensteuer. Dass der Aktienindex Bux seit Jahresanfang 17 Prozent zugelegt hat, signalisiert die Rückkehr der Investoren.

Kurs114,13 %
Kupon6,25 %
Rendite3,18 %
Laufzeit bis 29. Januar 2020
WährungDollar
ISINUS445545AD87

An deutschen Börsen (vor allem in Stuttgart) werden derzeit 29 ungarische Staatsanleihen gehandelt, überwiegend in den Währungen Forint, Euro und Dollar. Am höchsten sind die Renditen für Ungarn-Papiere in Dollar: Staatsanleihen mittlerer Laufzeit bringen derzeit 3,2 Prozent. Für vergleichbare ungarische Euro-Anleihen (ISIN XS0212993678) gibt es nur 1,2 Prozent Rendite, selbst mit Forint-Anleihen (ISIN HU0000402235) sind nur 2,6 Prozent zu holen. Die guten Aussichten der US-Währung (Zinsvorteil, robuste Wirtschaft, Krisenschutz) machen die Dollar-Papiere am interessantesten.

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