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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

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Anleihetipp: Bank of America - Dollar zum Vergleich

Fast 17 Milliarden Dollar zahlte die Bank of America im vergangenen Jahr an das US-Justizministerium, um einer Strafverfolgung wegen dubioser Immobilienkredite zu entgehen. Auf über 70 Milliarden Dollar summieren sich die Zahlungen infolge der Finanzkrise. Mehr als jede andere Adresse wurde Bank of America durch faule Immobilienkredite und fragwürdige Verbriefungen belastet. Ein großer Teil der Hypothekenprobleme kam herein, als die Bank die gescheiterten Banken Merrill Lynch und Countrywide Financial übernahm.

Die Vergleichszahlungen des vergangenen Jahres drückten den Nettogewinn um 58 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar. Doch wichtiger für die Bank ist, dass die Finanzkrise damit abgehakt sein dürfte. Das Ausbleiben hoher Rechtskosten wird den Gewinn 2015 deutlich steigen lassen. Investoren sind zuversichtlich, Aktien der Bank of America notieren so hoch wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Auch für Anleihekäufer ist die Bank interessant. Anlagewährung ist der Dollar. Der profitiert gegenüber dem Euro von drei großen Trends: der stärkeren US-Wirtschaft, dem höheren Zinsniveau und der Attraktivität als Fluchtwährung in Krisenzeiten. Anleihen mit Laufzeiten bis 2018 bringen zwei Prozent Jahresrendite – 1,5 Prozentpunkte mehr als Euro-Anleihen vergleichbarer Großbanken.

Operativ kommt Bank of America gut voran. Das verkleinerte Aktiengeschäft kappt zwar in guten Börsenzeiten die Gewinnchancen, senkt aber dauerhaft das Risiko für die Bank. Die Anleihe- und Hypothekensparte leidet unter den niedrigen Zinsen, bis Ende des Jahres ist hier aber ein Anstieg in Sicht. Das Geschäft mit Kreditkarten ist lebhaft.

Insgesamt dürfte die Bilanzsumme in diesem Jahr um zwei Prozent auf rund 2150 Milliarden Dollar klettern. Neben wegfallender Rechtskosten werden vor allem niedrigere Personalkosten – sie sind seit 2011 um ein Viertel gesunken – den Reingewinn in den zweistelligen Milliardenbereich hieven. In Normaljahren vor der Finanzkrise verdiente die Bank 15 Milliarden Dollar im Jahr.

Der Gewinn hilft der Bank, ihr Eigenkapital aufzupolstern, es dürfte von 243 Milliarden Dollar auf 250 Milliarden klettern. Die Kernkapitalquote (11,3 Prozent) hat sich seit 2008 um die Hälfte erhöht. Im jüngsten Belastungstest der Fed, in dem eine Rezession simuliert wurde, konnte die Bank die Mindestanforderungen erfüllen, muss aber ihre Kapitalausstattung weiter aufbauen. Standard & Poor’s vergibt ein A-, noch mittlere Investmentqualität.

Anleihetipp: Bank of America
Kurs (%)114,52
Kupon (%)6,875
Rendite (%)2,03
Laufzeit bis25. April 2018
WährungDollar
ISINUS59018YN641
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