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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

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Anleihetipp: Rupie/Weltbank - Jung und hungrig

6:0 für Indien hieß es in WirtschaftsWoche 43/2014 an dieser Stelle, weil Anleihen in indischen Rupien sechs Prozent Jahresrendite versprachen, vergleichbare Bundesanleihen hingegen null Prozent. Nun, nach fünf Monaten, steht es sogar schon 14:0 für Indien. Der Kupon der Rupien-Anleihen brachte bisher 2,5 Prozent Stückzinsen. Dazu ist die Rupie gegenüber dem Euro auch noch um 11,5 Prozent gestiegen. Aktuell sind 100 Rupien gleich 1,44 Euro. Im Kurs haben sich beide Anleihen kaum verändert.

Ein Investment in indischen Rupien mag für Anleger hierzulande ungewöhnlich sein, unpraktikabel ist es nicht. An der Börse Frankfurt werden sechs Rupien-Anleihen gehandelt, in Stuttgart fünf. Vorteil: Begeben wurden sie von Top-Emittenten mit AAA-Rating, unter ihnen die Weltbank, hinter der die Vereinten Nationen stehen.

Der Handel der Weltbank-Anleihen geht reibungslos, in Stuttgart ist die Kauf-Verkaufs-Spanne mit 0,4 Prozent verträglich. Bei einer Stückelung von 50 000 Rupien ist ein Mindesteinsatz von 720 Euro gefordert. Für Privatanleger ergäben 350 000 Rupien Nennwert ein realistisches Investment von etwa 5000 Euro. Allerdings, spekulativ ist eine solche Anlage schon. Von 2001 bis 2013 hat sich die Rupie gegenüber dem Euro halbiert, weil das Land unter Inflationsraten von bis zu 13 Prozent pro Jahr litt.

Deutschland verliert an Attraktivität
Deutschland gehört nach Einschätzung der Weltbank weiterhin zu den besten Standorten für Privatunternehmer, hat es aber auch dieses Jahr nicht unter die ersten zehn Länder der Welt geschafft. Im neuen Geschäftsklima-Bericht „Doing Business 2015“, der im Oktober veröffentlicht wurde, fiel die Bundesrepublik (im Bild: die Hamburger Landungsbrücken) einen Platz von Rang 13 auf 14 zurück. Quelle: dpa
Singapur konnte seine Spitzenposition als bester Standort für Privatunternehmer halten. In dem Stadt-Staat brauchen Unternehmer laut Index beispielsweise nur zweieinhalb Tage für eine Firmengründung. Quelle: dpa
Ganz am Ende der Tabelle der attraktivsten Standorte für Privatunternehmer rangieren Eritrea, Libyen und die Zentralafrikanische Republik. In Eritrea (Foto) brauchen Unternehmer laut Index durchschnittlich 84 Tage für eine Firmengründung. Quelle: REUTERS
Neben Singapur kürte die Weltbank erneut Neuseeland (im Bild die Skyline von Auckland) und Hongkong zu jenen Standorten, an denen Firmen am meisten Unterstützung bekommen und am wenigsten vom Staat behindert werden. Quelle: Reuters
Nach heftiger Kritik vor allem aus China (im Bild die Proteste in Hongkong) hatte die Weltbank ihre Ranking-Methoden zwar modifiziert, die Ergebnisse dürften aber auch diesmal wieder für Unmut bei einigen Regierungen führen. Quelle: dpa
Die Top Ten der besten Standorte für Privatunternehmer wird komplettiert von Dänemark, Südkorea, Norwegen, den USA, Großbritannien, Finnland und Australien mit seiner Metropole Sydney (Foto). Quelle: dpa
China als landete in der Länderwertung als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nur auf Platz 90 von 189 Ländern und Regionen. Damit verbesserte sich das Land um drei Positionen. Quelle: AP

Seit dem Regierungsantritt des konservativen Staatschefs Narendra Modi im Frühjahr 2014 aber herrscht Aufbruchsstimmung. Modi will nicht nur digitale Dienstleistungen ausbauen, sondern vor allem die produzierende Industrie fördern. Schlüssel dafür sind der Ausbau der Infrastruktur und die Öffnung für internationale Unternehmen.

Dass Konzerne wie Bosch, Continental, Toyota oder Daimler hier investieren, deutet auf das Potenzial, das in dem Land steckt: Während in Deutschland auf 1000 Einwohner mehr als 500 Autos kommen, sind es in Indien gerade mal 18. Und Indien hat mehr als 1,2 Milliarden Menschen.

Auch wenn das Land die von Modi angepeilten acht Prozent Wachstum nicht so schnell schafft, sondern nur die vom IWF erwarteten sechs Prozent, ist Indien eine erste Adresse für smarte Geldgeber. Die jüngste Zinssenkung der Notenbank drückt denn auch nicht die Währung, sondern schürt die Hoffnung auf eine robuste Konjunktur. Jim O’Neill, Ex-Chefvolkswirt bei Goldman Sachs, rechnet damit, dass Indien wegen seiner Reformpolitik, günstiger Ölpreise und der jungen und erfolgshungrigen Bevölkerung stärker wächst als China.

Anleihetipp: Rupie/Weltbank
Kurs (%)99,40
Kupon (%)5,00
Rendite (%)5,53
Laufzeit bis24. Mai 2017
WährungIndische Rupie (INR)
ISINXS1140668184
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