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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Aktien des Herstellers von Brillengläsern Essilor sind eine sichere Bank, und Indiens Staatschef Narendra Modi heißt Investoren willkommen. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

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Anlagetipps der Woche

Aktientipp: Essilor - Kann im Crash blind gekauft werden

Qualität muss nicht zwingend made in Germany tragen. Selbst in Frankreich lassen sich trotz des ökonomischen und politischen Niedergangs des Landes Qualitätsunternehmen finden, etwa Essilor aus Charenton-le-Pont bei Paris. Der weltweit führende Hersteller von Brillengläsern wurde vom US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ zum vierten Mal in Serie zu einem der 100 innovativsten Unternehmen der Welt gekürt. In der Augenoptik war Essilor erneut das innovativste Unternehmen. Die Franzosen, für die 500 Wissenschaftler an innovativen Lösungen für besseres Sehen arbeiten, stecken jährlich 150 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung. 2013 meldeten die Franzosen über 100 Patente an. Etwa 40 Prozent der Erlöse kommen aus Produkten, die jünger als vier Jahre sind.

Weltweit benötigten 4,3 Milliarden Menschen eine Sehhilfe, aber nur 1,8 Milliarden Menschen haben eine. Schlechtes Sehen führt zu Produktivitätseinbußen, die auf 275 Milliarden Dollar jährlich geschätzt werden. Entsprechend gut sind die Wachstumsperspektiven für Essilor. Die fragmentierte Branche bietet zudem lukrative Chancen, über gezielte Zukäufe kleinerer Wettbewerber Marktanteile zu gewinnen – ohne die eigene Bilanz zu sehr zu strapazieren.

Vor allem Zukäufe sorgten im ersten Halbjahr 2014 für einen Anstieg des Nettogewinns um 125 Prozent auf 699 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um 7,9 Prozent auf 2,78 Milliarden Euro. Die Qualitätsaktie gehört zu den Papieren, die Anleger in einer scharfen Börsenkorrektur blind kaufen können.

Anleihetipp: Rupie/Weltbank - 6 : 0 für Indien

Wer eine kurz- bis mittelfristige Anlage sucht und Bundesanleihen mit zweijähriger Restlaufzeit kauft (etwa ISIN DE0001141612), bekommt derzeit eine Jahresrendite von – null Prozent. Immerhin, mit einem Rating von AAA ist der Bund ein Top-Schuldner, der das Geld wahrscheinlich wieder zurückzahlt.

Allerdings, es gibt durchaus andere Top-Schuldner, die ebenfalls mit AAA bewertet werden und Anlegern viel mehr Zinsen bezahlen. Anleihen der Weltbank etwa mit Laufzeit bis Dezember 2016 werfen fast sechs Prozent pro Jahr ab. Als Organisation der Vereinten Nationen stehen hinter der Weltbank mehr als 180 Länder.

Der Grund für den enormen Zinsunterschied von sechs zu null: Die Währung, die Anleger dabei kaufen, ist die indische Rupie – und die hat in den vergangenen zehn Jahren gegenüber dem Euro ein Drittel verloren. (Derzeit sind 100 Rupien gleich 1,29 Euro.) Ginge der Rückfall in diesem Tempo weiter, bliebe von einem Sechs-Prozent-Investment unterm Strich nur etwa die Hälfte übrig.

Seit einigen Monaten aber zeichnet sich eine Stabilisierung der Rupie ab. Dafür verantwortlich ist nicht nur der schwache Euro, der gegenüber den meisten Weltwährungen an Wert verliert. Die Aussichten für Indien und die indische Währung haben sich deutlich aufgehellt, seitdem unter Premier Narendra Modi eine neue, wirtschaftsnahe Regierung am Ruder ist. Modi will die schleppende Industrialisierung in Gang bringen, die Infrastruktur (vor allem die Eisenbahn) ausbauen und den Haushalt sanieren. Im Gegensatz zur bisherigen Regierung legt Modi auf internationale Investoren großen Wert; mit Erfolg, wie die Hausse an der indischen Börse zeigt.

In der Wirtschaft herrscht Aufbruchsstimmung. Im zweiten Quartal kletterte das Inlandsprodukt um 5,7 Prozent, deutlich stärker als erwartet. Die Weltbank rechnet damit, dass Indien im laufenden Fiskaljahr (bis März 2015) um 5,6 Prozent zulegt und danach um mehr als sechs Prozent pro Jahr wächst. Eine wichtige Stütze für die Währung ist dabei die indische Notenbank unter ihrem Chef Raghuram Rajan, der im Gegensatz zu EZB oder Fed die Zinsen in den vergangenen Monaten schon heraufgesetzt hat.

Anleihen in Rupien sind ein Spezialinvestment, das – bei überschaubarem Einsatz – nur für risikofreudige und erfahrene Anleger infrage kommt. Entsprechende Papiere der Weltbank mit Laufzeit bis Dezember 2016 werden etwa an der Börse Frankfurt ab Nennwert-Stückelungen von 50 000 Rupien (645 Euro) gehandelt.

Anleihetipp: Rupie/Weltbank
Kurs (%)100,50
Kupon (%)6,00
Rendite (%)5,75
Laufzeit bis20. Dezember 2016
WährungIndische Rupie
ISINXS1078730584

Fondstipp: OP Food - Die Erträge kräftig steigern

Die UN-Ernährungsorganisation FAO hat erfasst, wie viel Ackerfläche es weltweit gibt; demnach hat sich das pro Kopf verfügbare Ackerland seit den Sechzigerjahren von über 4000 auf 2200 Quadratmeter pro Erdenbürger halbiert. Das ist weniger als ein Drittel Fußballfeld, auf dem neben Weizen und Gemüse auch Nutzpflanzen wie Mais oder Baumwolle Platz finden müssen, die nicht der Ernährung, sondern der Energie- oder Rohstoffgewinnung dienen. Urbanisierung und Klimawandel werden die nutzbare Fläche weiter verkleinern. „Das bedeutet, dass Innovationen auf dem Gebiet der Landwirtschaft überlebenswichtig werden“, sagt Fondsmanager Walter Sommer vom Düsseldorfer Vermögensmanager GSP. Er investiert deshalb in Unternehmen, die neue Dünger oder besseres Saatgut entwickeln, etwa Yara oder Monsanto. Auch Landmaschinenbauer, Fischereispezialisten wie Marine Harvest oder die Aktien der Lebensmittel-Multis – von Unilever über Mondelez bis Nestlé – finden sich im Portfolio. Sommer: „Wir mögen Unternehmen mit vielen kleinen Produkten; deren Preise lassen sich im Schnitt leichter sukzessive erhöhen als die von Spezialisten mit nur zwei oder drei Produkten.“

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Der Fonds ist seit 20 Jahren am Markt, immer unter denselben Managern. Trotz guter Performance blieb er mit 92 Millionen Euro Anlegergeld klein, was den Managern hilft, die nötige Flexibilität in dem begrenzten Investment-Universum zu bewahren, aus dem die Aktien kommen müssen. Manager Sommer kann weltweit aus 500 Titeln wählen, die theoretisch ins Konzept passen; er sortiert alle aus, die nicht mindestens eine halbe Milliarde Euro Börsenwert auf die Waage bringen. Am Ende hält er meist nicht mehr als 45 Titel gleichzeitig. Anders als viele Konkurrenzfonds mit ähnlichem Konzept investiert er nicht in Zertifikate, etwa auf Weizen oder Reis, sondern nur in Aktien. Der Fonds spielt seine Stärken vor allem in schwierigen Märkten (wie zurzeit) aus: Im stark fallenden Markt verliert er meist nur halb so viel wie die großen Aktienindizes. Herrscht hingegen eitel Sonnenschein und Hausse, läuft er etwas hinterher. Aber danach sieht es im Moment nicht unbedingt aus.

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