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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Franco-Nevada profitiert von sogenannten Royalties und EDP kommt beim Schuldenabbau voran, so dass die Anleihe positiv bewertet wird. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

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Anlagetipps der Woche

Aktientipp: Franco-Nevada - Smarte Einkaufstour im Bergbausektor

Royaltygesellschaften im Bergbau betreiben keine Minen, sondern kassieren von deren Betreibern Lizenzabgaben, sogenannte Royalties. Royalties sind teilweise vom Rohstoffpreis abhängig, fließen aber oft unabhängig von den Produktions- und Erschließungskosten. Diesen Anspruch sichern sich Gesellschaften wie die auf Edelmetalle fokussierte kanadische Franco-Nevada meist gegen Zahlung einer Anschubfinanzierung. Teilweise garantiert die Zahlung auch, die in Minen als Beiprodukte geförderten Metalle zu einem vorher fixierten Preis einzukaufen und zum Marktpreis selbst zu verkaufen. So machte es jetzt Franco-Nevada mit einer Zahlung von 648 Millionen Dollar an Lundin Mining. Damit sichern sich die Kanadier einen Großteil der zukünftigen Gold- und Silberproduktion in der chilenischen Kupfermine Candelaria zu fixierten Unzenpreisen von 400 Dollar für Gold und vier Dollar für Silber. Lundin übernimmt gerade für insgesamt 1,8 Milliarden Dollar 80 Prozent an Candelaria. Der Anteil wurde bisher von Freeport-McMorran gehalten.

Agrar-, Immobilien- und Versorgeraktien plus Schwellenländer-Bonds

Wegen der Besonderheiten des Geschäftsmodells fallen die Margen von Royaltygesellschaften meist üppiger aus und sind besser kalkulierbar als die der Produzenten. Wegen der geringeren Hebelwirkung auf den Rohstoffpreis steigen die Aktienkurse von Royaltygesellschaften in Haussephasen weniger spektakulär als jene der Minen. Dafür geraten sie bei Korrekturen auch nicht so stark unter die Räder. Euro-Anleger liegen mit Franco-Nevada seit Jahresanfang gar rund 40 Prozent vorne (WirtschaftsWoche 5/2014). Die Kanadier, die auch nach dem jüngsten Deal schuldenfrei bleiben, könnten aus Barreserven und unausgeschöpften Kreditlinien aus dem Stand gut eine Milliarde Dollar mobilisieren. Das verleiht Flexibilität, um sich im schwierigen Marktumfeld für Bergbaufinanzierungen bei Projekten weiter günstig einzukaufen. Von ihrer Charakteristik her ist die Aktie etwa in der Mitte des Anlagespektrums zwischen physischem Gold und Minenaktien angesiedelt. Die Quartalsdividende von 20 Cent pro Aktie macht das Papier zu einer verzinsten Alternative zu einem mit physischen Barren besicherten Goldfonds.

Anleihetipp: EDP - Top in der B-Note

Für 208 Millionen Euro verkauft Energias de Portugal (EDP) gerade einen Minderheitsanteil seiner französischen Windparks an den Finanzinvestor EFG-Hermes. Der portugiesische Stromkonzern behält bei diesem Geschäft die operative Kontrolle, holt aber gleichzeitig frisches Geld für den Ausbau seines internationalen Geschäfts mit erneuerbaren Energiequellen herein. Schon heute stammen 44 Prozent der EDP-Stromproduktion aus Wasserkraft, 34 Prozent aus Windkraft. Die Portugiesen sind bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen eine der führenden Adressen weltweit – und das kommt an. Bereits 2011 stieg deshalb der Energiekonzern China Three Gorges mit 21 Prozent beim ehemaligen Lissaboner Staatsunternehmen ein. Die Chinesen wollen weiteres Geld in EDP stecken, um selbst den Anteil von Strom aus Wasserkraft zu erhöhen.

Welche Aktien Investoren verschmähen
Rang 10: Fielmann (36,8 Prozent der Analysten raten zum Verkauf)Der Brillenhändler Fielmann wächst weiter: Nach einem Gewinnanstieg in den ersten sechs Monaten blickt das Unternehmen auch weiter zuversichtlich auf das Gesamtjahr. Ganz so begeistert zeigten sich die Analysten jedoch nicht: 36,8 Prozent aller Analysten, die die Aktie beobachten, raten zum Verkauf. Damit gehört die Fielmann-Aktie zu den zehn unbeliebtesten deutschen Aktien unter Analysten. Die Privatbank Hauck & Aufhäuser begründete ihre Verkaufsempfehlung damit, das die Erwartungen leicht verfehlt wurden. Außerdem verliere das Wachstum des Unternehmens an Schwung und der Jahresausblick sei nur vage ausgefallen. Marktkapitalisierung: 4,1 Milliarden EuroBeobachtende Analysten: 19Analysten, die zum Verkauf raten: 7Zur Auswertung: Berücksichtigt wurden nur deutsche Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mindestens einer Milliarde Euro. Außerdem sollte die Aktie mindestens von zehn Analysten beobachtet werden. Quelle: dpa
Rang 9: MAN (39,1 Prozent)Die schwache Wirtschaftsentwicklung im einstigen Boomland Brasilien macht dem Lastwagen- und Maschinenbauer MAN schwer zu schaffen. Weil das Geschäft im größten Markt Lateinamerikas auch im vergangenen Quartal um 17 Prozent einbrach, schraubte MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen seine Umsatzerwartungen für den gesamten Konzern zurück.Auch die Analysten sind nicht besonders optimistisch für die MAN-Aktie: Fast 40 Prozent aller Analysten, die die Aktie beobachten, raten die Aktie zu verkaufen. Marktkapitalisierung: 13,2 Milliarden EuroBeobachtende Analysten: 23Analysten, die zum Verkauf raten: 9 Quelle: dpa
Rang 8: Puma (40,7 Prozent)Der Sportartikelhersteller hat es nicht leicht. Die Gewinne des Konzerns sind im zweiten Quartal trotz des Fußballfests in Brasilien um 76 Prozent eingebrochen, der Sportausrüster machte lediglich einen Überschuss von 4,2 Millionen Euro. Auch der operative Gewinn (Ebit) knickte deutlich ein: Dort musste Puma ein Minus von 60 Prozent verbuchen. Die Aktie ist dementsprechend ein Trauerspiel. 40,7 Prozent aller Analysten, die die Aktie beobachten, raten diese zu verkaufen.Ein Grund, warum Analyst William Hutchings von Goldman Sachs rät die Aktie zu verkaufen: Der Gewinn je Aktie werde noch geringer ausfallen als erwartet – außerdem sei die Onlinestrategie des Konzerns nicht überzeugend. Marktkapitalisierung: 2,9 Milliarden EuroBeobachtende Analysten: 28Analysten, die zum Verkauf raten: 11 Quelle: dpa
Rang 7: Südzucker (42,1 Prozent)In rund drei Jahren, im Herbst 2017, brechen für die Branche in Europa neue Zeiten an, da die EU-Zuckermarktordnung endet und die bisher preisstützenden Angebotsregulierungen wegbrechen. Der deutsche Zuckerhersteller Südzucker dürfte damit noch vor großen Umbrüchen stehen. Die Aktie ist kein Augenschmaus: 2013 stieg sie in ungeahnte Höhen, um danach wieder abzustürzen. Goldman Sachs begründet seine Verkaufsempfehlung unter anderem mit stärkerem Gegenwind im zweiten Geschäftshalbjahr. Insgesamt raten 42 Prozent der beobachtenden Analysten zum Verkauf der Aktie. Marktkapitalisierung: 2,7 Milliarden EuroBeobachtende Analysten: 19Analysten, die zum Verkauf raten: 8 Quelle: dpa
Rang 6: RWE (47,2 Prozent)RWE machen (wie anderen Stromversorgern) die gefallenen Strom-Großhandelspreise zu schaffen. Diese purzeln wegen der Überkapazitäten in Europa und der zunehmenden Konkurrenz durch den staatlich geförderten Ökostrom. RWE klagt zudem als einziger Versorger gegen das Atommoratorium. RWE musste im vergangenen Geschäftsjahr Milliardenabschreibungen auf seine Kraftwerke vornehmen.Der deutsche Strommarkt werde noch für längere Zeit schwierig bleiben, schreibt Analystin Tanja Markloff von der Commerzbank in ihrer Studie. Daher habe sie ihre Ergebnis- und Dividendenschätzungen für 2014 bis 2017 gesenkt. Da im aktuellen Kursniveau bereits viele Hoffnungen eingepreist seien, ergebe sich Spielraum für Enttäuschungen.Marktkapitalisierung: 17,8 Milliarden EuroBeobachtende Analysten: 36Analysten, die zum Verkauf raten: 17 Quelle: REUTERS
Rang 5: Elringklinger (50 Prozent)Die Aktie des Autozulieferers ElringKlinger ist seit Jahren auf Erfolgskurs und hat sich innerhalb der vergangenen fünf Jahre mehr als verdoppelt. Zuletzt geriet die Aktie jedoch unter Druck. Der Autozulieferer habe im zweiten Quartal zwar die Erwartungen erfüllt, schrieb Analyst Tim Schuldt. Allerdings konnte trotz starkem Umsatzwachstum nur ein geringer Gewinnanstieg erreicht werden. Die Hälfte aller beobachtenden Analysten rät die Aktie zu verkaufen.Marktkapitalisierung: 1,6 Milliarden EuroBeobachtende Analysten: 22Analysten, die zum Verkauf raten: 11 Quelle: dpa
Rang 4: Wacker Chemie (54,2 Prozent)Der Spezialchemiekonzern Wacker kämpft sich Stück für Stück aus der Solarkrise. Im abgelaufenen Quartal konnte der auf Silizium- und Silikonprodukte spezialisierte Konzern seinen Überschuss binnen Jahresfrist auf 29,4 Millionen Euro annähernd verdoppeln. Wacker verdiente zudem mehr als Analysten im Schnitt erwartet hatten. Trotzdem rät mehr als die Hälfte aller beobachtenden Analysten zum Verkauf der Aktie.So begründet Andrew Benson von der Citigroup seine Verkaufsempfehlung mit der Sommerflaute, die ihn bezüglich des zweiten Halbjahres skeptisch stimme.Marktkapitalisierung: 4,7 Milliarden EuroBeobachtende Analysten: 24Analysten, die zum Verkauf raten: 13 Quelle: dpa

Die führende Position bei Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen und der starke Großaktionär machen EDP zu einem interessanten Anleihenschuldner. Derzeit hat das Unternehmen 18 Anleihen mit einem Gesamtvolumen von rund zwölf Milliarden Euro auf dem Markt. Papiere mit Laufzeit bis 2020 bringen gut zwei Prozent Jahresrendite. Wer einsteigen will, sollte etwas Geduld mitbringen und Käufe limitieren. Die Kauf-Verkaufs-Spanne schwankt je nach Kaufinteresse zwischen 0,5 Prozent und 2,0 Prozent.

Mit 6,6 Millionen Stromkunden und 1,2 Millionen Gaskunden ist EDP der führende Versorger in Portugal und in den angrenzenden spanischen Gebieten. Dazu kommt, als wichtigster internationaler Wachstumsmarkt, eine brasilianische Tochter mit mehr als drei Millionen Stromkunden.

In diesem Jahr dürfte EDP gut 16 Milliarden Euro Umsatz erzielen. Nach dem leichten Anstieg des operativen Gewinns im ersten Halbjahr sollten ähnlich wie in den vergangenen Jahren vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation 3,7 Milliarden Euro hängen bleiben. Daran gemessen machen die Nettofinanzschulden (16,9 Milliarden Euro) das 4,6-Fache aus. Das ist zwar noch deutlich vom angestrebten Ziel entfernt, die Schulden beim Dreifachen des operativen Gewinns einpendeln zu lassen. Doch seit zwei Jahren kommt der Schuldenabbau voran. Zudem ist die Bilanz mit 29 Prozent Eigenkapital (11,7 Milliarden Euro) vergleichsweise gut austariert.

Standard & Poor’s bewertet EDP-Anleihen als spekulative Anlage, mit BB+ aber im obersten Bereich. Moody’s hat Ende Juli die vergleichbare Bewertung Ba1 bestätigt und den Ausblick auf „positiv“ angehoben.

Anleihetipp: EDP
Kurs (%)109,40
Kupon (%)4,125
Rendite (%)2,36
Laufzeit bis29. Juni 2020
WährungEuro
ISINXS0223447227

Fondstipp: Legg Mason Clearbridge - Rendite mit viel Geduld und wenigen Aktien

„Der Aktienmarkt war nach dem langen Anstieg reif für eine Korrektur“, sagt Evan S. Bauman, Fondsmanager bei der US-Gesellschaft Legg Mason in New York. Beim US-Aktienfonds des Hauses hatte sich das Fondsmanager-Duo aus Bauman und Richard Freeman auf einen Kursrutsch eingestellt und mit 15 Prozent des Fonds mehr Geld als üblich verzinst geparkt. Der Fonds besteht seit Langem zu einem Drittel aus Aktien aus dem boomenden Gesundheitsmarkt, die weniger starke Kursverluste erlitten haben. Die liquiden Mittel konnten die Manager jetzt für Zukäufe einsetzen. So wurde die bestehende Position bei Anadarko Petroleum aufgestockt. Der Ölförderer muss in den USA zwar wegen Umweltvergehen eine Rekordstrafe von 5,1 Milliarden Dollar zahlen. Doch die Vermögenswerte seien trotzdem doppelt so hoch wie der Börsenpreis, und Anadarko sei auch bei noch niedrigeren Ölpreisen profitabel. Zudem erfüllt das Unternehmen die Investment-Kriterien der Manager: Es verdient Geld, steigert den Gewinn und hat eine starke Marktstellung. Nicht aus Faulheit, sondern weil sie sich für die Prüfung der Unternehmen und ihres Managements Zeit nehmen, kommen jährlich nur ein bis zwei neue Unternehmen ins 3,1 Milliarden Dollar schwere Portfolio, das derzeit aus 64 Einzeltiteln besteht.

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Ungewöhnlich lange halten die Manager an Aktien fest. Anadarko haben sie schon elf Jahre im Fonds, der Pharmawert Forest Laboratories gehörte fast 30 Jahre dazu, bevor er 2014 von der irischen Actavis geschluckt wurde. Zuletzt wurden Aktien von Nuance Communications gekauft. Deren Sprachverarbeitungssoftware kommt etwa im neuen Audi TT bei der Bedienung von Navi und Radio zum Einsatz. „Nuance ist sehr innovativ hat viele Patente und ist im Markt der Sprachsteuerung sehr gut aufgestellt. Sie waren schon profitabel, und dies wird auch für 2015 erwartet“, sagt Bauman. Er meidet Hardwareausrüster wie Apple, weil er nicht wisse, „wie die mobilen Geräte künftig aussehen werden“, aber die Software im Inneren der Geräte werde weiterhin benötigt. Daher hält er etwa den Speichermedienhersteller Sandisk, die Softwareschmiede Citrix sowie den LED-Hersteller Cree.

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