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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Der amerikanische Versicherungskonzern Travelers profitiert davon, dass Schadenszahlungen für Naturkatastrophen derzeit rückläufig sind. Anleger sollten die Aktie im Blick haben. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

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Anlagetipps der Woche

Aktientipp: Travelers - Defensiver Favorit mit Top-Rating

Mit 919 Millionen Dollar Nettogewinn, sechs Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, schnitt Travelers im dritten Quartal wesentlich besser ab als von Analysten erwartet. Der amerikanische Versicherungskonzern profitiert davon, dass Schadenszahlungen für Naturkatastrophen derzeit rückläufig sind. Nachdem bis Ende September unterm Strich 2,6 Milliarden Dollar geblieben sind, steuert Travelers im Gesamtjahr auf 3,4 Milliarden Dollar Reingewinn zu. Je Aktie wären das etwa zehn Dollar. Travelers ist einer der günstigsten US-Standardwerte, ein defensiver Favorit auch in schwächeren Börsenzeiten. Ein Signal dafür ist, dass Travelers von Standard & Poors’s mit der sehr guten Ratingnote AA bewertet ist.

Das Geschäftsvolumen wächst. Nachdem die Amerikaner im November vergangenen Jahres für 1,1 Milliarden Dollar den kanadischen Versicherer Dominion of Canada übernommen haben, dürften die eingenommenen Prämien in diesem Jahr mit rund 27 Milliarden Dollar einen Rekordwert erreichen. Travelers entstand 2004 aus der Fusion des Versicherers Saint Paul aus Minnesota und dem vom ehemaligen Bankenkonzern Citicorp abgespalteten Assekuranzgeschäft. Die Wurzeln der Einzelunternehmen reichen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück.

Gut die Hälfte seines Geschäfts macht Travelers mit professionellen Kunden, vom kleinen Ladenbesitzer bis zum internationalen Konzern. Zweiter Schwerpunkt sind Versicherungen für Privatkunden (Auto, Hausrat, Schaden, Unfall, Hagel, Feuer, Wind). Mit 90,3 Prozent hat Travelers ein gutes Verhältnis aus Aufwand und Schadenszahlung zu Prämieneinnahmen (Combined Ratio).

Große Gewinnsprünge sind vorerst aber nicht drin. Wegen der allgemein niedrigen Renditen wird es nicht leicht sein, wie bisher gut drei Prozent Gewinn aus den angelegten Geldern zu holen. Ein Vorteil für Anleger: In den vergangenen zehn Jahren ist das Eigenkapital je Aktie kontinuierlich gestiegen. 78 Dollar je Aktie sollte es Ende des Jahres betragen – das wären dann knapp vier Fünftel des aktuellen Kurses. Und bereits laufende Aktienrückkäufe über 4,8 Milliarden Dollar treiben die Kennzahl weiter.

Deutsche haben keine Ahnung von Finanzen
Geldanlagen werden nicht hinterfragtObwohl die Zinsen aktuell auf extrem niedrigen Niveau herumkrebsen, hinterfragt die Mehrzahl der deutschen Anleger ihre bestehenden Geldanlagen nicht (69 Prozent). Lediglich 31 Prozent nehmen das Niedrigzinsumfeld zum Anlass, ihre Anlageformen zu überprüfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Union Investment. Analysten der Bank haben das Anlageverhalten der Deutschen im zweiten Quartal des laufenden Jahres untersucht. Quelle: dpa
Desinteresse und mangelnde KenntnisseDie allgemeine Zurückhaltung beruht zum einen auf Desinteresse und zum anderen auf mangelnden Kenntnissen. Nur 19 Prozent der Befragten setzen sich aus eigenem Antrieb mit Finanzangelegenheiten auseinander. Rund 53 Prozent setzen sich überhaupt nicht mit Finanzfragen auseinander. Nur jeder Fünfte glaubt sich mit Geldanlagen gut auszukennen. Satte 39 Prozent halten ihre Finanzkenntnisse für unzureichend. Quelle: dpa
Junge Erwachsene schätzen Kenntnisse am schlechtesten einBesonders schlecht um den Wissensstand in Sachen Geldanlagen steht es bei den jungen Erwachsenen. In der Altersgruppe der 20- bis 29-jährigen glauben lediglich 14 Prozent über gute Finanzkenntnisse zu verfügen. 59 Prozent halten ihr Wissen für nicht ausreichend. In der höheren Altersgruppe der 40- bis 49-jährigen sieht die Lage nicht viel besser aus. Hier sind nur 16 Prozent davon überzeugt gute Kenntnisse in Finanzfragen zu besitzen. Bei den Menschen im Alter zwischen 50 und 59 Jahren sind es immerhin 24 Prozent, die glauben, ausreichendes Wissen über Geldanlagen zu haben. Quelle: IMAGO
Je höher das Einkommen, desto mehr Finanzwissen ist laut eigener Einschätzung vorhandenBefragte mit einem monatlichen Einkommen unter 1300 Euro schätzen ihr Finanzwissen besonders schlecht ein. Hier glauben nur drei Prozent über ausreichende Kenntnisse zu verfügen. In der Einkommensklasse über 2300 bis 3100 Euro steigt dieser Wert auf 14 Prozent, bei Menschen mit einem Einkommen über 4100 Euro liegt die Schätzung bei 34 Prozent, „Das Ergebnis der Studie zeigt, wie groß der Nachholbedarf bei diesem wichtigen Thema ist. Selbst unter den lebenserfahrenen älteren Menschen und denjenigen mit höheren Einkommen fühlt sich nur eine Minderheit in Finanzangelegenheiten sattelfest“, sagt Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment. Quelle: dpa
Nur wenige SelbstentscheiderDie fehlenden Finanzkenntnisse sorgen für einen hohen Bedarf an Finanzberatung. 40 Prozent der Deutschen sind laut eigener Aussage bei ihren Anlageentscheidungen auf konkrete Empfehlungen ihres Bankberaters angewiesen. Besonders großen Wert auf die Beratung legen die 20- bis 29-jährigen (47 Prozent). Selbstentscheider hingegen gibt es nur wenige. Nur 33 Prozent der Haushalte investieren genügend Zeit, um eine möglichst treffende Anlageentscheidung zu treffen. Quelle: dpa
BauchgefühlIn erster Linie wollen sich die Deutschen mit ihren Finanzentscheidung wohlfühlen. 71 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen ein gutes Bauchgefühl dabei wichtig ist. „Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Bankberatern im Kundengespräch eine bedeutende Aufgabe zukommt. Sie müssen ihren Kunden die Vorteile einer breit gestreuten Geldanlage aufzeigen und Brücken zu chancenreicheren Investments bauen. Nur wer sein Vermögen ausgewogen strukturiert und einschätzbare Risiken eingeht, kann bei langfristig niedrigen Zinsen auskömmliche Erträge erzielen“, erläutert Gay. Quelle: dpa
Starke SicherheitsorientierungIm Vordergrund jeder Entscheidung steht die Sicherheitsorientierung. 63 Prozent der Befragten steht der Aspekt der Sicherheit an erster Stelle. Rund 25 Prozent legen Wert auf größtmögliche Flexibilität der Geldanlage. Nur jeder Zehnte hat hohe Gewinnziele im Blick. Quelle: dpa

Aktientipp: Hasbro - Monopoly auf dem Smartphone

Alle Kinder orientieren sich stark an Marken. Entsprechend kümmert sich der US-Spielzeughersteller Hasbro konsequent um Markenbildung. So basieren die Kinoschlager „Transformers“ oder „G.I. Joe“ auf Figuren des Spielzeugherstellers. Hasbro besitzt Lizenzen auch für Figuren von „Star Wars“ und dem Comicverlag Marvel, dessen Film „Guardians of the Galaxy“ 2014 ebenfalls die Kinokassen klingeln ließ. Seit Oktober 2010 betreibt Hasbro gemeinsam mit dem Medienkonzern Discovery Communications einen eigenen TV-Sender (Dicovery Family) und produziert in den hauseigenen Studios Serien um Actionfiguren, Brettspiele und Spielshows.

Im Juli 2013 kaufte Hasbro für 112 Millionen Dollar die Mehrheit (70 Prozent) an Backflip Studios, einem Entwickler erfolgreicher Smartphone-Spiele wie Dragonvale. Das Zusammenspiel zwischen digitalen Inhalten und physischen Produkten klappt bei Hasbro in beide Richtungen. Der digitale Hit Angry Birds wurde erfolgreich als Spielzeug etabliert, während Klassiker wie Monopoly, Risiko und Scrabble den Weg aufs Smartphone fanden.

Der Umsatz im dritten Quartal stieg um 7,3 Prozent auf 1,47 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn verbesserte sich um 43 Prozent auf 180,5 Millionen Dollar. Und Weihnachten steht erst noch vor der Tür. Hasbro produziert stete und solide freie Mittelzuflüsse, 2014 vermutlich 400 Millionen Dollar. Das garantiert Aktionären verlässliche Dividenden. Aktuell wirft die Aktie drei Prozent Rendite ab. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis 2015 ist mit 16 im Rahmen.

Anleihetipp: Fiat - Franken mit Ferrari

Sebastian Vettel wird nächstes Jahr in der Formel 1 für Ferrari starten. Einen besonderen Schub gibt das dem Autokonzern Fiat: Je eher die roten Renner wieder vorne mitfahren, desto mehr steigt der Wert der Marke Ferrari – und die gehört zu 90 Prozent zu Fiat. Bei 2,6 Milliarden Euro Jahresumsatz kann es Ferrari, deren Aktien eigenständig an die Börse sollen, gut und gern auf fünf Milliarden Euro Marktwert bringen.

Dass Fiat unter seinem umtriebigen Chef Sergio Marchionne mit dem Kapitalmarkt umgehen kann, zeigt der jüngste Börsengang des fusionierten Autoriesen Fiat Chrysler (FCA) in New York. FCA ist damit präsent auf dem wachstumsstarken amerikanischen Automarkt und erschließt sich neue, finanzkräftige Investoren. Mit Produktionsstätten in Europa und den USA, mit Sitz in den Niederlanden (das sichert Großaktionär John Elkann Mehrfachstimmrechte) und mit steuersparender Finanzverwaltung in London ist FCA für das weltweite Autogeschäft gut gerüstet.

Die Gewinner und Verlierer am Aktienmarkt
GewinnerBorussia Dortmund: 22 Prozent Der einzige börsennotierte Fußballklub Deutschlands ist nicht nur sportlich erfolgreich, sondern auch wirtschaftlich. Im Juni ist die Aktie in den SDax aufgerückt, nicht zuletzt, weil sich der Börsenwert in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt hat. Quelle: dpa
RWE: 23 ProzentDie Aktie des deutschen Energieversorgers ist wieder im kommen, von dem starken Abwärtstrend um 60 Prozent zwischen Anfang 2010 und September 2013 ist fast nichts mehr zu spüren. Warum? Das Investment ist durch eine günstige Bewertung und eine gute Dividendenrendite wieder attraktiv. Allerdings ist es unklar, ob das auf Dauer so bleiben wird. Quelle: dpa
Fielmann: 25 ProzentDas Unternehmen ist der Marktführer im Bereich "Augenoptik": 578 Niederlassungen gab es 2012 in Deutschland und einen Absatzmarktanteil von 51 Prozent. Auch in Zukunft sieht es nicht schlecht für den Brillenhersteller aus - es werden nämlich immer mehr Brillen und Kontaktlinsen gebraucht. Das Geschäftsmodell ist sicher, die Dividendenrendite stark - alles gute Zeichen für Fielmann. Lediglich die Online-Versandhändler könnte die gute Bilanz vermiesen. Quelle: dpa
Xing: 27 Prozent Das Unternehmen ist seit 2006 an der Börse und seit September 2011 im TecDax notiert - es gibt nicht viele soziale Medien, die am deutschen Aktienmarkt gehandelt werden. Das Netzwerk für berufliche Kontakte hat eine relativ gute Bewertung. Quelle: dpa
Hornbach: 28 ProzentEs wird vermutet, dass die Baumarktkette ihren Geschäftsblick für das laufende Jahr noch anheben wird. Denn das Unternehmen ist gut unterwegs: Alleine im ersten Quartal 2014 konnte der Umsatz um 16 Prozent auf eine Milliarde Euro gesteigert werden. Quelle: dpa
Sixt: 32 ProzentMieten ist attraktiver als kaufen - davon profitiert das Unternehmen. Außerdem gibt es zwei weitere Punkte, warum Sixt so erfolgreich ist: Das internationale Geschäft wird wichtiger und der Limousinenservice "my Driver" soll das Wachstum antreiben. Quelle: dpa
Kuka: 33 ProzentIndustrietaugliche Roboter bescheren dem Unternehmen einen Vorsprung gegenüber den Wettbewerber. Die hohe Bewertung wird auch durch Gerüchte um den Einstieg eines anderen Unternehmens angeheizt. Quelle: dpa

Nachdem im dritten Quartal vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) 2,1 Milliarden Euro geblieben sind, sollte das Ebitda von FCA im Gesamtjahr rund acht Milliarden erreichen. Daran gemessen wären die Nettoschulden (11,4 Milliarden Euro) verträglich. Allerdings, dass die Eigenkapitalquote im FCA-Gesamtkonzern (inklusive aller Finanzpositionen) nur bei elf Prozent liegt, zeigt, wie sehr Fiat jeden frischen Euro gebrauchen kann. Standard & Poor’s bewertet das Unternehmen mit BB- als spekulatives Investment. Immerhin, für Anleger sind deshalb ansehnliche Renditen möglich. Besonders interessant ist eine bis 2017 laufende, in Schweizer Franken notierende Fiat-Anleihe (gesamter Nennwert: 450 Millionen Franken), die derzeit mehr als drei Prozent Jahresrendite abwirft. Handelbar ist das Papier an deutschen Börsen ab einer Stückelung von 5000 Franken (4144 Euro).

Schweizer Franken sind derzeit eine interessante Anlage. Offiziell ist die Schweizerische Nationalbank (SNB) angetreten, den Franken nicht zu stark werden zu lassen und den Euro über 1,20 Franken zu halten. Derzeit notiert der Euro bei 1,2065 Franken (ein Franken ist gleich 0,8288 Euro). Ob die SNB diese Grenze auch bei weiteren, expansiven Maßnahmen der Europäischen Zentralbank verteidigen kann, ist fraglich. Für Euro-Anleger, die in Franken investieren, heißt das: Ihr Geld dürfte zumindest seinen Wert behalten. Und sollte die 1,20er-Grenze doch fallen, kämen Währungsgewinne obendrauf.

Anleihetipp: EDP
Kurs (%)102,60
Kupon (%)4,00
Rendite (%)3,10
Laufzeit bis22. November 2017
WährungSchweizer Franken (CHF)
ISINCH0225173308

Fondstipp: UBS Key Selection Dynamic Alpha - "Noch 18 Monate Potenzial nach oben"

Was von September bis Mitte Oktober an den Börsen passierte, das nennt Fondsmanager Andreas Köster einen „Showcase“: Der Dax fiel von 9800 auf 8500 Punkte, zog jetzt wieder nach oben an. Gleiches Spiel an den US-Börsen. „Das war in geringem Ausmaß ein Beispiel dafür, was passiert, wenn die Märkte richtig einbrechen“, sagt Köster, der den UBS Key Selection Dynamic Alpha Fonds managt. Den großen Crash sieht er noch nicht kommen und reagiert gelassen auf Verluste, weil er mit seinem Fonds aktiv gegensteuern kann. Wie große Hedgefonds nutzt er die sogenannte Global-Macro-Strategie – handelt entlang makroökonomischer Trends, aktuell setzt er etwa mit zehn Prozent des Portfolios auf die Stärke der US-Konjunktur mit Dollar-Kaufpositionen, vor allem gegenüber der australischen Währung. Bei Bedarf kann er aber auch auf fallende Kurse setzen und Derivate kaufen. Seit September baute er deshalb im großen Stil Verkaufsoptionen auf, die auf sinkende Börsenpreise wetteten. „Als der Markt gedreht hat, haben wir sie dann im Oktober wieder mit Gewinn verkauft.“ So konnte er Verluste bei anderen Positionen auffangen.

Anleger können ab 500 Euro in den 520 Millionen Dollar starken UBS-Fonds investieren, wenn sie von globalen Trends profitieren möchten, die Köster und sein Team auszuspielen versuchen. Jetzt, in der Erholungsphase an den Börsen, hält Köster wieder einen Anteil von 40 Prozent Aktien nach zuvor 31 Prozent in seinem Portfolio. „Ich denke, dass die Märkte noch 12 bis 18 Monate Potenzial nach oben haben, wenn auch mit starken Schwankungen“, sagt Köster. Weil ihm die Kurs-Gewinn-Verhältnisse der Aktien weltweit langsam zu teuer werden, geht er aber nicht volles Risiko, sondern parkt Gelder in US-Staatsanleihen.

Geldanlage



Die größten Chancen sieht er aktuell in Japan. „Gut acht Prozent des Portfolios sind japanische Aktien, wir sehen hier wichtige Unterstützung durch die für den Export günstige Währung und die japanische Zentralbank.“ Auch die Europäische Zentralbank biete langfristig verlässliche Unterstützung, sagt Köster. Deshalb stecken über sechs Prozent seines Portfolios in italienischen Staatsanleihen, mit Laufzeiten bis zu 30 Jahren.

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