WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Mit wahrscheinlich 17 Schweizer Franken je Aktie zahlt der Schweizer Versicherungskonzern Zurich seinen Anlegern eine ansehnliche Dividende. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Aktientipp

Aktientipp: Zurich Insurance - Keine Angst vor Schweizer Finanzern

Dass der Nettogewinn des Versicherungskonzerns im dritten Quartal um 16 Prozent auf 928 Millionen Dollar zurückging (die Schweizer bilanzieren in US-Währung), ist auf den ersten Blick eine Enttäuschung. Verantwortlich dafür war die geringere Auflösung von Schadenreserven – das sind Rücklagen, die nicht mehr zur Zahlung von Versicherungsleistungen benötigt werden. Zudem fiel die Steuerquote mit 29 Prozent höher aus, weil die Finanzbehörde erwartete Verkaufserlöse von Beteiligungen vorwegnahm. Langfristig dürfte die Quote unter 25 Prozent rutschen.

In der zentralen Schadenversicherung, die rund die Hälfte zum Gewinn beiträgt, ist der Anteil von Versicherungszahlungen und Kosten im Vergleich zum Prämienvolumen in den vergangenen zwei Jahren von 101,3 auf 97,7 Prozent gesunken. In der Lebensversicherung ging zwar im dritten Quartal das Neugeschäft leicht zurück, das Prämienvolumen aber wuchs auf 21,3 Milliarden Dollar. Bei der US-Tochter Farmers (Privat- und Haftpflichtversicherungen) deutet sich nach langem Rückgang die Wende an: In den ersten neun Monaten kletterte der Betriebsgewinn um vier Prozent auf 1,15 Milliarden Dollar.

Im Gesamtkonzern erhöhte sich der operative Gewinn in den ersten neun Monaten um sieben Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar. Bis Jahresende dürften operativ fast 5,2 Milliarden Dollar bleiben, netto wären das knapp vier Milliarden. Zurich-Aktien sind günstig und versprechen mit wahrscheinlich 17 Schweizer Franken je Aktie eine ansehnliche Dividende.

(Für weitere Details zur Aktie bitte auf dem Chart oben klicken)

Anleihetipp: Spar Österreich - Handel mit Substanz

Vom kleinen Laden an der Ecke bis zum Supermarktcenter auf mehreren Etagen: Mit 2923 Filialen, rund 2,4 Millionen Quadratmeter Verkaufsfläche und 77 000 Mitarbeitern ist die österreichische Spar-Gruppe einer der größten Konsumkonzerne Europas. Während der deutsche Einzelhandelskonzern Spar 2005 vom Konkurrenten Edeka geschluckt wurde, ist die österreichische Spar auf Wachstumskurs. 2014, im Jahr des 60-jährigen Bestehens, dürfte sie erstmals mehr als 13 Milliarden Euro Geschäftsvolumen erzielen.

Spar Österreich hat auch Anleihen im Angebot, die mit zwei Prozent Jahresrendite bei überschaubarer Laufzeit (bis 2017) eine vielversprechende Depotergänzung sind. Beim Kauf möglichst ein Limit legen, da die Papiere mit 200 Millionen Nennwert zu den kleineren Unternehmensbonds gehören.

Im Mittelpunkt des Sortiments von Spar stehen Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs. Angeschlossen sind dazu die größte Fleisch- und Wurstproduktion Österreichs sowie eine eigene Herstellung von Wein, Kaffee und Spirituosen. Die Tochtergesellschaft Hervis ist die größte Sportfachartikelkette in Österreich, Ableger SES vermarktet 26 Shoppingcenter in Mittel- und Osteuropa.

Kurs104,00%
Kupon3,50%
Rendite 2,03%
Laufzeit bis 21. September 2017
WährungEuro
ISIN AT0000A0W6B3

Das Geschäftsvolumen von Spar wächst derzeit etwa mit einer Jahresrate von drei Prozent, legt also etwas stärker zu als die Branche. Die operative Marge lag im ersten Halbjahr bei 5,3 Prozent vom Gesamtumsatz. Zum Vergleich: Der Handelskonzern Metro kommt derzeit auf 4,4 Prozent. Für das Gesamtjahr ergäbe das an die 700 Millionen Euro operativen Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisation.

Daran gemessen machen die Finanzschulden, die in der Dachgesellschaft Spar Holding derzeit rund 1,5 Milliarden betragen dürften, etwas mehr als das Doppelte aus. Das ist verträglich. Zudem stehen 1,58 Milliarden Euro Eigenkapital in den Büchern, 29 Prozent der Bilanzsumme. Substanzieller Aktivposten sind Sachanlagen, also Filialen und Liegenschaften der Spar-Gruppe. Sie könnten angesichts stabiler Immobilienmärkte sogar mehr wert sein als die drei Milliarden Euro Anschaffungskosten, zu denen sie in der Bilanz stehen.

Spar Österreich, 1954 entstanden, ist eine Handelsorganisation selbstständiger Kaufleute. Motor des Unternehmens war der Einzelhandelspionier Hans F. Reisch. 1970 wurde Spar Österreich in eine AG umgewandelt, deren Anteile heute bei den Gründern liegen, mehr als 100 Einzelpersonen.

Fondstipp: Acatis Aktien Deutschland ELM - Tausche Stahl gegen Druckmaschinen

„Wir verzichten auf jegliches Timing, weil wir nicht wissen, wo der Markt in einigen Monaten sein wird“, sagt Fondsberater Frank Lübberstedt. Volkswirte würden ihre Meinung zu häufig ändern, allein die Konjunktur sei kein verlässlicher Indikator für Investments. Entscheidend für den Fonds sei dagegen, ob ein Unternehmen mindestens 30 Prozent unter seinem fairen Wert notiere und ob es diesen Wert innerhalb von drei Jahren erreichen könne. Ein Fünftel des Portfolios steckt in Dax-Werten, der Rest in kleinen und mittelgroßen Aktien.

Fondstipp

Lübberstedt schaut bei der Auswahl der Einzelwerte auf die Marktstellung des Unternehmens und auf seine Bilanzqualität. „KWS Saat etwa hat ein Geschäftsmodell mit einem tiefen Burggraben, der potenzielle neue Wettbewerber abhält“, sagt Lübberstedt. Der Forschungsaufwand für neues Saatgut sei enorm, es dauere häufig zehn und mehr Jahre ein neues Produkt zu entwickeln. Die Saatgutbranche werde daher von wenigen Konzernen beherrscht, die ihre Preise am Markt durchdrücken könnten. Rational, ein Hersteller von professionellen Küchengeräten, überzeuge durch eine hohe Eigenkapitalquote und einen hohen, frei verfügbaren Zahlungsüberschuss (Free-Cash-Flow). Rational sei so unabhängig von Banken und könne in Krisenzeiten günstig andere Unternehmen übernehmen.

Geldanlage



Lübberstedt empfiehlt dem Fondsmanagement allerdings auch Unternehmen, deren Bilanz verheerend ausschaut, wenn er von einer erfolgreichen Sanierung überzeugt ist. So hielt der Fonds bis Anfang Oktober die angeschlagene ThyssenKrupp und nahm dann Gewinne mit. Das Geld investierte er in Heidelberger Druck, den nächsten Turnaround-Kandidaten. „Der Sanierer und jetzige Vorstand Gerold Linzbach hat sich von Verlustbringern getrennt, und er hat das Servicegeschäft ausgebaut und den vernachlässigten Digitaldruck aufgebaut“, sagt Lübberstedt. Seit dem Amtsantritt von Linzbach vor 2,5 Jahren habe sich zudem die Nettoverschuldung des Unternehmens deutlich verringert. Die Börse ist bisher allerdings nicht von einer erfolgreichen Wende überzeugt: Heidelberger Druck ist in diesem Jahr mit etwa 17 Prozent im Minus.

(Für weitere Details zum Fonds bitte auf den Chart oben klicken)

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%