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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Die Hotel- und Casinogesellschaft Nagacorp hat seit 2008 einen Zuwachs von 380 Prozent beim Börsenwert gemacht. Es dürfte auch weiterhin aufwärts gehen. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

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Ein Saal in dem Glückspiel gemacht wird in Las Vegas. Quelle: PR

Aktientipp: Nagacorp - Einsatz in Phnom Penh und Wladiwostok

Die Gesellschaft betreibt in Kambodschas Metropole Phnom Penh den Hotel- und Casinokomplex Nagaworld mit 720 Hotelzimmern, 150 Spieltischen und 1500 Glücksspielautomaten. Nagacorps Lizenz für den Casinobetrieb in Kambodscha läuft bis 2065, im Radius von 200 Kilometern um Phnom Penh gilt sie exklusiv bis 2035. Geleitet wird das Unternehmen vom malaysischen Tycoon Chen Lip Keong, der 41,7 Prozent des Aktienkapitals besitzt. Nagacorp kommt auf umgerechnet 1,57 Milliarden Euro Börsenwert, gegenüber Mai 2008 ein Zuwachs von 380 Prozent.

Aktientipp: Nagacorp

Nagacorp profitiert vom anhalten Tourismusboom in der Region. 2014 dürften 4,4 Millionen Besucher nach Kambodscha gereist sein, viermal so viel wie 2004. Das Massengeschäft an den offen zugänglichen Spieltischen wird dominiert von Spielern aus dem Großraum Phnom Penh (40 Prozent), jeweils zehn Prozent reisen aus Vietnam und China an. Spieler, die höhere Einsätze machen, sogenannte VIPs, kommen mehrheitlich aus Malaysia und Singapur. Das Management will mehr VIP-Spieler aus China an die Tische locken. Dazu arbeitet Nagacorp auf dem chinesischen Festland und neuerdings auch in der Weltspielehauptstadt Macau mit sogenannten Junkets zusammen. Das sind Organisationen, die gegen Provision VIPs zu Casinobesuchen einladen. Dazu stehen zwei Airbusse A320 bereit.

In Trumps Casinos gehen die Lichter aus
Trump Entertainment Resorts hat Insolvenz angemeldet. Der Casino-Betreiber, der den Namen des Gründers und Milliardärs Donald Trump trägt, reiht sich damit in eine Serie von Casino-Pleiten in Atlantic City ein. Quelle: AP
Der Gruppe gehören zwei Casinos in Atlantic City. Eins davon ist der „Trump Taj Mahal“, was übersetzt so viel heißt wie „Krone des Ortes“ und auf den indischen Taj Mahal anspielt. Quelle: AP
Der Taj Mahal könnte laut dem Management schon im November geschlossen werden, wenn die Mitarbeiter ihre Zustimmung erteilen. Durch die Casino-Pleiten gehen viele Arbeitsplätze in Atlantic City verloren. In diesem Jahr hatten bereits drei Casinos geschlossen, womit bis zu 8.000 Arbeitsplätze in der Branche wegfallen werden. Grund für die Schließungen: Die Konkurrenz durch neuere Casinos in den umliegenden Staaten jagt Atlantic City die Kunden ab. Quelle: dpa
Während die Schließung des Taj Mahal noch nicht endgültig beschlossen ist, ist das Ende des „Trump Plaza“ schon nah – das Casino soll nächste Woche geschlossen werden. Quelle: REUTERS
Die Pleitewelle unter den Casinos neigt sich Analysten zufolge schon dem Ende zu. Die vielen Schließungen führen dazu, dass nur noch wenig Konkurrenz vorhanden ist und die „letzten Überlebenden“ nun ausreichend Kundschaft haben werden. Außerdem sehen Analysten wieder steigende Umsätze nach einem jahrelangem Verfall. Quelle: AP
Was in Atlantic City passiert, könnte ein Indiz für die Zukunft vieler anderer US-Städte sein, die mit Casinos übersättigt sind. Wahrscheinlich werden die verbleibenden Casinos ihre Strategie überdenken und in Nachtclubs und Restaurants investieren, um die jüngere Kundschaft anzulocken – diese ist vom Glücksspiel nämlich nicht so angetan wie die ältere Generation. Quelle: AP
Die Trump Casinos sind nach dem Milliardär Donald Trump benannt. Dieser möchte mit seinen Casinos allerdings nicht mehr in Verbindung gebracht werden. Trump hält „nur“ fünf Prozent der Aktien der Betreiberfirma Trump Entertainment Resorts. Außerdem klagte Trump, um seinen Namen von den Casinos zu entfernen. Quelle: AP

Weil Nagaworld aus allen Nähten platzt, entsteht nebenan Naga2. Der 369 Millionen Dollar teure Komplex, der neben Shoppingmalls und 1000 Hotelzimmern auch einen Zockerpalast mit 300 Spieltischen enthält, soll Mitte 2017 den vollen Betrieb aufnehmen.

Im russischen Wladiwostok nahe der chinesischen und nordkoreanischen Grenze will Nagacorp zusammen mit der Verwaltung der Region Primoje den Hotel- und Casinokomplex PERC hochziehen. Das 350 Millionen Dollar schwere Projekt im Fernen Osten Russlands dürfte nicht vor 2018 fertig sein.

Nagacorp ist schuldenfrei und sitzt auf 184,2 Millionen Dollar Nettoliquidität. Die hohen Mittelzuflüsse der Casinos lassen ordentliche Ausschüttungen zu. Für 2014 können Aktionäre mit 5,5 Prozent Dividendenrendite rechnen.

Aktientipp: SHW - Gewinne wie zu Kaisers Zeiten

Wenn das kein langfristiger Aufwärtstrend ist: Am 14. April 1365 – Karl IV. war römisch-deutscher Kaiser – wurden die Schwäbischen Hüttenwerke in Aalen-Wasseralfingen gegründet. Die im Spezialitäten-Index SDax notierte SHW AG kann also 650-jähriges Bestehen feiern – sicher nicht zum Nachteil der Aktionäre, die nach der Hauptversammlung am 12. Mai wohl eine erhöhte Dividende bekommen.

Der Geschäftsverlauf gibt das her. SHW baut Spezialpumpen, Motorkomponenten und Bremsscheiben. Die Schwaben profitieren von zwei großen Trends: der gedeihlichen Entwicklung auf dem Automarkt, dem Branchenkenner bis 2020 jährliche Wachstumsraten von drei bis vier Prozent zutrauen. Und der Tendenz zu niedrigerem Verbrauch und geringeren Emissionen, die den Bedarf an speziellen Pumpen erhöht; etwa Ölpumpen für die Start-Stopp-Automatik oder Kraftstoffpumpen für die Direkteinspritzung. In China startet SHW gerade ein vielversprechendes Gemeinschaftsunternehmen für Bremsscheiben.

Aktientipp: SHW

Hauptkunden von SHW sind die großen Autokonzerne, allen voran Volkswagen, Daimler und BMW, die derzeit auf Rekordniveau produzieren. Entsprechend liegen die Auftragseingänge bei SHW deutlich über Vorjahr. Der Umsatz dürfte in diesem Jahr rund 450 Millionen Euro erreichen, etwa plus zehn Prozent. Mit 9,5 Prozent sind die operativen Margen (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation zum Umsatz) stabil. Netto kann SHW im Jubiläumsjahr an die 20 Millionen Euro Rekordgewinn erzielen.

Anleihetipp: Norwegen - Clou mit Krone

Die Baisse am Ölmarkt trifft auch das wichtigste Öl produzierende Land Europas: Norwegen, dessen Exporteinnahmen zu 60 Prozent aus dem Verkauf von Öl und Gas stammen und dessen Wirtschaftskraft zu 22 Prozent vom Energiesektor abhängt. 2014 wuchs Norwegen noch mit zwei Prozent. Wegen rückläufiger Ölpreise kappt die Notenbank in Oslo die Prognose für 2015 von 2,5 auf 1,5 Prozent. Dafür könnte die Inflation von 2,4 Prozent auf 2,9 Prozent steigen.

Unter Druck ist deshalb die Norwegische Krone gekommen. In nur drei Monaten verlor sie gegenüber dem Euro bis zu zwölf Prozent. Derzeit werden 100 Norwegische Kronen zu 11,30 Euro gehandelt. Das ist nach den Rückschlägen 2008/09 und 2004 der dritte schwere Kronen-Sturz seit Einführung des Euro. Für langfristige Investoren war jeder Rückschlag bisher eine Einstiegsgelegenheit.

Die Länder mit der höchsten Akademikerquote
Platz 10: IrlandBevölkerungsanteil mit Hochschulabschluss: 39,7 ProzentIm Jahr 2012 haben knapp 40 Prozent der Iren zwischen 25 und 64 Jahren eine universitäre Ausbildung. Das resümiert die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (kurz: OECD) in ihrem Bildungsbericht 2014. Deutschland hingegen schafft es nicht unter die Top Ten: Nur 28 Prozent haben einen Tertiärabschluss – also ein abgeschlossenes Studium oder einen Meister. Der OECD-Durchschnitt liegt dagegen bei knapp 33 Prozent. Quelle: AP
Platz 9: NeuseelandBevölkerungsanteil mit Hochschulabschluss: 40,6 ProzentDie weltweite Finanzkrise hat sich in Neuseeland nicht wirklich bemerkbar gemacht: Während die Zahl der Studenten in vielen Industriestaaten zwischen 2008 und 2011 zurückgegangen ist, steigt sie in Neuseeland weiter an und liegt bei knapp 41 Prozent. Im Jahr 2011 investieren neuseeländische Studenten im Durchschnitt knapp 11.000 US-Dollar in ihre Hochschulausbildung. Quelle: dpa
Platz 8: GroßbritannienBevölkerungsanteil mit Hochschulabschluss: 41,0 ProzentA-Level-Studentin Tabitha Jackson (r.) freut sich mit ihren Kommilitoninnen über ihren Abschluss am Brighton College. 41 Prozent der britischen Bevölkerung hat einen Hochschulabschluss. Ein Studienjahr in Großbritannien kostet rund 16.000 US-Dollar. Quelle: REUTERS
Platz 7: AustralienBevölkerungsanteil mit Hochschulabschluss: 41,3 ProzentEin Surfer springt mit seinem Brett in die Wellen vor Sydney. Auch „Down Under“ hat eine gut qualifizierte Bevölkerung, die deutlich über dem OECD-Durchschnitt liegt: 41,3 Prozent der Erwachsenen haben einen Universitätsabschluss. Pro Jahr muss ein australischer Student etwa 16.000 US-Dollar für seine Ausbildung zahlen. Quelle: AP
Platz 6: KoreaBevölkerungsanteil mit Hochschulabschluss: 41,7 ProzentJunge koreanische Studentinnen feiern ihren Abschluss an der privaten Sookmyung Universität in Seoul. In Korea haben 41,7 Prozent der erwachsenen Bürger einen Hochschulabschluss. Ein Studienjahr kostet knapp 10.000 US-Dollar. Quelle: dpa
Platz 5: USABevölkerungsanteil mit Hochschulabschluss: 43,1 ProzentVon allen 30 untersuchten Staaten ist ein Studium in den USA am teuersten: Rund 26.000 US-Dollar muss ein Student dort pro Jahr an einer Universität zahlen. Dennoch kann fast jeder zweite Erwachsene einen Hochschulabschluss vorweisen. Auf diesem Foto ist der Campus der Georgetown University in Washington zu sehen. Quelle: AP
Platz 4: IsraelBevölkerungsanteil mit Hochschulabschluss: 46,4 ProzentDieses Bild zeigt die israelische Universität Beerscheva, die auch als Ben-Gurion University of the Negev bekannt ist. Auch Israels Bevölkerung ist mit einem Anteil von 46,4 Prozent Hochschulabsolventen überdurchschnittlich gut ausgebildet. Pro Jahr investiert ein israelischer Student im Durchschnitt knapp 12.000 US-Dollar in seine Ausbildung. Quelle: dpa

Norwegische Staatsanleihen mit Laufzeit bis 2019 bieten derzeit 0,7 Prozent Jahresrendite. Das ist nicht üppig, aber immerhin 0,8 Prozentpunkte mehr, als das Anlageergebnis aus Bundesanleihen gleicher Laufzeit. Norwegen ist ein Top-Schuldner mit AAA-Rating.

Der scharfe Rückgang der Krone war auch darauf zurückzuführen, dass die norwegische Notenbank den Leitzins auf 1,25 Prozent senkte. Sogar ein weiterer Rückgang auf 1,0 Prozent ist in den nächsten Monaten möglich. Kurzfristig kann das die Krone noch einmal drücken, mittelfristig ist das ein gutes Signal für die Konjunktur. Sollte es dennoch zu einer längeren Flaute kommen, will Ministerpräsidentin Erna Solberg zur Belebung der Wirtschaft die Staatsausgaben anheben.

Die zehn glücklichsten Länder der Welt
Rafting Kanada Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Guatemala Vulkan Quelle: REUTERS
Stockholm Schweden Quelle: dpa
El Salvador Quelle: AP
Uruguay Ballett Quelle: dpa
Brasilien Rio Karneval Quelle: dpa
Wien Stephansdom Quelle: dpa

Jetzt zahlt es sich aus, dass Norwegen enorme Reserven hat. Zum einen ist die Staatsverschuldung mit rund 30 Prozent der Wirtschaftsleistung ungewöhnlich niedrig. Zum anderen hat das Land einen Staatsfond im Rücken, dessen Volumen mittlerweile 755 Milliarden Euro erreicht hat; angelegt in Aktien, Anleihen und Immobilien. Der Clou daran: Dieser Staatsfonds investiert nur außerhalb Norwegens – und damit gewinnen die Norweger immer: Wenn der Ölpreis und mit ihm die Krone sinkt, steigt der Wert ihres Staatsfonds. Und ziehen die Ölnotierungen dann wieder an, verdienen sie an entsprechend guten Verkaufspreisen.

Norwegische Staatsanleihen bieten auf dem derzeit gedrückten Niveau der Krone eine Gelegenheit für ein antizyklisches Währungsinvestment. Angesichts des wackligen Euro dürfte sich dies für Anleger hierzulande auszahlen.

Anleihetipp: Norwegen
Kurs (%)115,80
Kupon (%)4,50
Rendite (%)0,74
Laufzeit bis22. Mai 2019
WährungNorwegische Krone
ISINNO0010429913

Fondstipp: First Private Wealth - Mit großem Werkzeugkasten unterwegs

Der deutsche Aktienmarkt erklimmt wöchentlich neue Höchststände, die Zinsen sinken weiter. Wer jetzt anlegen muss, will nicht in die Vollen gehen. Das macht die aus Anleihen und Aktien zusammengesetzten Mischfonds populär. Manche der Portfolios haben allerdings hohe Aktienanteile (aggressiv) und variieren sie mitunter auch in schlechteren Zeiten kaum, andere profitierten stark von den Kursgewinnen bei Anleihen, die jetzt schon verfrühstückt sind.

Fondstipp: First Private Wealth

Spezielle Mischfonds, auch Multi-Strategie-Fonds genannt, wollen sich nicht so stark von einzelnen Anlagearten abhängig machen und nutzen stärker Derivate, um etwa aus fallenden Kursen Gewinne zu erzielen. Sie glänzen nicht mit spektakulärer Wertentwicklung, gut gemachte halten aber die Kursschwankungen klein (Volatilität). Beim First Private Wealth setzt Fondsmanager Martin Brückner auf 17 unterschiedliche Strategien und Finanzinstrumente, um in möglichst vielen Marktphasen ein Plus zu erzielen. Es kommen Aktien, Anleihen, Futures, börsengehandelte Indexfonds und Devisentermingeschäfte zum Einsatz. Derzeit sind zwar rund 60 Prozent des Fondsvermögens am Anleihemarkt in Staats- und Unternehmensanleihen investiert und nur etwa 25 Prozent in Aktien. Über Aktienindex-Futures sowie Zinsterminkontrakte wird aber wiederum ein Teil des Marktrisikos abgesichert. Einzelne Aktienpositionen machen selten mehr als 0,2 Prozent des Fondsvermögens aus, auch bei Anleihen und Währungen investiert Brückner breit gestreut. Bisher konnte er mit höheren Gewinnen aus einigen Strategien kleinere Verluste aus anderen ausgleichen.

In Arbeit
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Um den Überblick zu behalten, nutzt er ein Computermodell, das ihm auch hilft, interessante Anlagen in dem großen Universum zu identifizieren. Dabei spielen Bewertungskennzahlen wie auch die Gewinnentwicklung und Veränderungen von Analystenschätzungen bei Unternehmen eine Rolle. Derzeit bekommt er etwa positive Daten vom japanischen Aktienmarkt. Aber auch in Europa deute sich in einigen Ländern eine Umkehr bei der Gewinnentwicklung an. „Der schwächere Euro macht sich positiv bemerkbar“, sagt Brückner.

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