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Aktien, Anleihen, Fonds Die Anlagetipps der Woche

Die Aktie des US-Pharmariesen Pfizer hat seit Oktober um 16 Prozent zugelegt. Auch auf lange Sicht dürfte es weiter nach oben gehen. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

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Logo des Pharmakonzerns Pfizer Quelle: dpa

Aktientipp: Pfizer - Gesunder Anstieg auf alte Höhen

Der US-Pharmariese ist fündig geworden, wenn auch ein paar Nummern kleiner. Nachdem 2014 die 117 Milliarden Dollar schwere Übernahme der britischen AstraZeneca floppte, schnappte sich Pfizer jetzt für 17 Milliarden Dollar den US-Generikahersteller Hospira, der mit 17.000 Mitarbeitern zuletzt 4,46 Milliarden Dollar Umsatz erzielte. Hospira ist weltweit führend bei injizierbaren Arzneimitteln wie etwa Insulin. Das Generika-Marktvolumen für injizierbare Präparate liegt derzeit bei gut 40 Milliarden Dollar und wächst um etwa zehn Prozent pro Jahr.

Das 2004 aus einer Abspaltung von Abbott Laboratories hervorgegangene Unternehmen ist zugleich einer der führenden Hersteller von biotechnologisch hergestellten Generika. Diese sogenannten Biosimilars sind im Vergleich zu klassischen Generika teurer in der Herstellung, stehen dafür aber weniger unter Konkurrenzdruck. Dem jungen Markt für Biosimilars wird großes Potenzial nachgesagt, bis 2020 soll das Volumen bereits 20 Milliarden Dollar erreichen.

Hospira führte vor wenigen Tagen in Europa ein erstes Biosimilar zum Arthritis-Blockbuster Remicade von Johnson & Johnson ein.

Pfizer Chart

In der Pipeline stecken sieben weitere, davon drei in der spätklinischen Phase. Pfizer baut mit dem Zukauf seine Biosimilar-Pipeline auf zwölf Wirkstoffe aus.

Aus dem Wachstumsloch kommt Pfizer mit dem Zukauf aber noch nicht. Bis 2020 verlieren 14 Pfizer-Medikamente mit einem Gesamtumsatz von rund 13 Milliarden Dollar ihren Patentschutz. Immerhin konnte unlängst ein Erfolg verbucht werden. Der potenzielle Blockbuster Ibrance gegen Brustkrebs erhielt die Zulassung für den US-Markt. Zudem arbeitet Pfizer seit einigen Monaten mit der deutschen Merck an der Entwicklung von lukrativen Krebspräparaten.

Weitere Zukäufe bleiben eine Option. Am Geld mangelt es nicht. Pfizers Kasse ist mit 33,4 Milliarden Dollar gefüllt. Pro Quartal erzielt der Pharmariese drei bis vier Milliarden Dollar freie Mittelzuflüsse.

Die Pfizer-Aktie hat seit Empfehlung 16 Prozent zugelegt. Auf lange Sicht winken Kurse jenseits von 40 Dollar. Dazu gibt es gut drei Prozent Dividendenrendite.

Aktientipp: Gesco - Maschinen für die neue Dynamik

Der Industrieverband DIHK hebt die Prognose für das Wachstum der deutschen Wirtschaft an. Schon im vergangenen Jahr hat Deutschland mit plus 1,6 Prozent stärker zugelegt als erwartet. Offensichtlich wirkt der Cocktail aus niedrigen Zinsen, schwachem Euro und günstigen Energiepreisen belebend auf die Konjunktur – und damit besonders auf den konjunktursensiblen Maschinenbau. Zugute kommt die Dynamik der Beteiligungsgesellschaft Gesco, in der 17 mittelständische Unternehmen stecken, vor allem aus dem Werkzeug- und Maschinenbau.

Im vergangenen Jahr litt Gesco unter dem schwachen Abschneiden zweier Tochtergesellschaften und den Folgen der Russlandkrise. Seit einigen Wochen aber zeichnet sich eine Stabilisierung ab. Um 4,6 Prozent nahmen die Neubestellungen in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres (bis 31. März) zu. Die bisher geplanten knapp 460 Millionen Euro Jahresumsatz sollten kein Problem sein.

Gesco Chart

Und ginge es nach der Wachstumsprognose des Branchenverbands VDMA, so könnte Gesco in der nächsten Saison (bis März 2016) an die 470 Millionen kommen. Zusätzlich dürfte das Geschäftsvolumen bis dahin durch ein oder zwei Zukäufe wachsen. Mit 45 Prozent Eigenkapitalquote ist Gesco finanziell gut gerüstet.

Die Geschäftsbelebung dürfte dazu beitragen, dass auch die Margen wieder etwas höher werden. Schon im Herbstquartal verdienten die Gesco-Unternehmen bei gleichem Umsatz etwas mehr. Nach 15 Millionen Euro im laufenden Jahr sollte der Nettogewinn danach in Richtung 18 Millionen klettern.

Anleihetipp: Daimler - Pfund aus Schwaben

Wer die in WirtschaftsWoche 42/2014 vorgestellte Pfund-Anleihe von VW (ISIN: XS1017618783) gekauft hat, steht nach vier Monaten schon 9,6 Prozent im Plus. Dieser Gewinn setzt sich zusammen aus 0,9 Prozent Stückzinsen, zuletzt 2,2 Prozent Kursplus und 6,5 Prozent Währungsgewinn. Offensichtlich lassen sich mit Anleihen trotz vielfach beklagter Magerzinsen gute Renditen einfahren. Wem das Pfund von Volkswagen schon davongerauscht ist, der kann es ja nun mit einer Pfund-Anleihe von Daimler versuchen.

Die Aussichten für die britische Währung sind gut. In den vergangenen fünf Jahren ist das Pfund Sterling von 1,15 Euro auf fast 1,36 Euro gestiegen. Das hat zum einen mit dem schwachen Euro zu tun, der durch die krisenbedingte Niedrigzinspolitik der EZB weiter gedrückt wird. Zum anderen ist Großbritannien konjunkturell stabil. Im vergangenen Jahr legte die britische Wirtschaftsleistung um 2,6 Prozent zu. Mit den USA stehen die Briten hier an der Spitze der sieben großen Industrienationen.

Wie Daimler 2014 abgeschnitten hat

Motor des Aufschwungs ist die Finanzwirtschaft, die vom Boom an den Anleihe- und Aktienmärkten profitiert. Gegen das Pfund spricht, dass die Inflation zuletzt gesunken ist. Die Bank of England dürfte sich mit Zinserhöhungen Zeit lassen. Das könnte, ebenso wie die im Mai stattfindende Parlamentswahl, die Kletterpartie des Pfund vorübergehend bremsen. Dennoch, mit bis zu 2,7 Prozent Wachstum, das der IWF den Briten in diesem Jahr zutraut, wird das Pfund eine gesuchte Anlagewährung bleiben. Im ausfallgefährdeten Griechenland sind britische Banken vergleichsweise wenig engagiert.

Anleihetipp Daimler
Kurs (%) 105,00
Kupon (%) 2,75
Rendite (%) 1,84
Laufzeit bis 4. Dezember 2020
Währung Pfund Sterling
ISINXS1076016432

Anleihen in Pfund haben noch einen weiteren Vorteil: Auf der Insel liegt das Zinsniveau über dem von Bundesanleihen. Britische Staatspapiere mit Laufzeit bis 2020 (ISIN: GB00B582JV65) werfen 1,3 Prozent Jahresrendite ab; mit vergleichbaren Bunds gehen Anleger leer aus.

Noch etwas mehr als britische Gilts, nämlich 1,8 Prozent, bringen Pfund-Anleihen von Daimler (gesamter Nennwert: 250 Millionen Pfund). Operativ ist der Autokonzern im Aufwind. 2014 haben die Stuttgarter mit mehr als 2,5 Millionen Fahrzeugen einen Verkaufsrekord aufgestellt. Für 2015 erwartet der Branchenverband VDA weltweit zwei Prozent Wachstum für den Automarkt. Dank junger Modellpalette und robuster Nachfrage nach Premiumautos dürfte Daimler diesen Zuwachs übertreffen. Mit einem S&P-Rating von A– sind die Stuttgarter solide.

Fondstipp: Mandarine Unique - Ruhe an Krisenherden gut für kleinere Aktien

Der Name des Fonds ist Programm: Unique bedeutet einzigartig und unverwechselbar. Und diesem Anspruch wird der Aktienmix der französischen Fondsgesellschaft Mandarine Gestion gleich mehrfach gerecht. Fondsmanagerinnen sind selten, der Unique hat gleich drei. Jede spezialisiert sich auf andere Branchen, gemeinsam diskutieren sie ihre Ideen. Das letzte Wort hat Diane Bruno, die seit dem Start des Fonds 2010 dabei ist.

Der Auftrag ist für jede Managerin gleich: Sie beobachten mittelgroße Unternehmen, deren Geschäft einzigartig sein soll. Unternehmen im Fonds dürfen keine börsennotierte Konkurrenz in Europa haben. Der britische Online-Modeversender Asos flog aus dem Fonds, als Konkurrent Zalando 2014 an die Börse ging.

Mandarine Unique

Trauen die Fondsmanagerinnen den Unternehmen nach der Analyse der Zahlen zu, dass sie im aktuellen Wirtschaftsumfeld Kursgewinne bringen, nehmen sie die Aktien auf. An manchen halten sie lange fest. Ingenico, Weltmarktführer bei Kartenterminals an Supermarktkassen, gehört seit 2010 zum Portfolio. Der Aktienkurs der Franzosen ist von 17 auf 94 Euro gestiegen ist. Deutsche Aktien sind üblicherweise stark vertreten – aktuell mit einem Viertel des 315 Millionen Euro starken Fonds. Im Portfolio stecken etwa Autozulieferer Dürr, Autovermieter Sixt und Zahlungsabwickler Wirecard.

In Arbeit
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Die Managerinnen meinen, der niedrige Ölpreis, die robustere weltwirtschaftliche Lage und der schwache Euro sprächen für Europa. Unternehmen aus den hinteren Börsenreihen könnten weiteren Auftrieb bekommen – wenn die politischen Krisen sich nicht zuspitzen. In Krisenzeiten allerdings kaufen Investoren lieber große Unternehmen. Zu den größten Kursgewinnern im Fonds in den vergangenen Wochen gehört der weltgrößte Hersteller von abgepackten Sandwiches, Greencore. Die Iren verdanken ihr Wachstum etwa der Zusammenarbeit mit Starbucks. Der französische Callcenter-Betreiber Téléperformance verdient durch den anhaltenden Outsourcing-Trend gut. Jüngst hat Managerin Bruno den Wursthaut-Weltmarktführer Viscofan und den Pfandautomatenhersteller Tomra gekauft.

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